Abgeordneter der Linken lässt Wikipedia.de sperren

Nachdem SPD und CDU das BKA-Gesetz zur Online-Durchsuchung im Bundestag verabschiedet haben, hat jetzt Lutz Heilmann, Bundestagsabgeordneter der Partei Die Linke, die Domain Wikipedia.de sperren lassen , weil ihm einige Äußerungen auf Wikipedia.org zu seiner Person nicht gefallen.

Lutz Heilmann hat also nicht etwa die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia mittels Einstweiliger Verfügung vom Netz abklemmen lassen, sondern lediglich die Weiterleitung von Wikipedia.de auf Wikipedia.org unterbunden, wobei Wikipedia.de für die Inhalte auf Wikipedia.org gar nicht verantwortlich ist.

Als meiner unmaßgeblichen Meinung nach halbwegs intelligenter Internet-Nutzer frage ich mich ernsthaft, ob es sich überhaupt noch lohnt, demnächst zur Wahl zu gehen, wo es in den meisten Parteien von Internet-Analphabeten doch offenbar nur so wimmelt.

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11 Gedanken zu „Abgeordneter der Linken lässt Wikipedia.de sperren“

  1. Jap, ich stimmt dir da voll und ganz zu. Diese Aktion ist an Unnötigkeit kaum mehr zu übertreffen. Es kursieren ja derzeit massig Blogartikel zu dem Thema und ich war zur Sicherheit mal kurz auf Wikipedia – alles im Normalzustand.
    Auf die .de-Domain kann ich gerne verzichten!

  2. Alter Schwede, das ist ja so panne, das geht gar nicht. Sowas soll ein Rechtsstaat sein? Ein Politiker hat was dagegen, dass irgendwo etwas steht und lässt es dann einfach sperren? Ist das nicht Zensur?

    Was stand da denn?

    Wenn jetzt in der Berichterstattung viele, das, was ihn gestört hat, zitieren, dann bekommt es noch viel mehr Aufmerksamkeit als es in dem wohl vorher kaum beachteten Internet Artikel hatte.

    Außerdem hätte der doch einfach Wikipedia kontaktieren können, wenn da wirklich etwas falsches stand. Oder den Artikel ändern.

  3. Muss man nicht eine Sicherheit hinterlegen, wenn man eine einstweilige Verfügung erwirken will.

    Sollte sich diese Verfügung im Nachhinein als falsch oder unangemessen erweisen, dann wird er doch Schadensersatz zahlen müssen. Oder etwa nicht ?

    Hinweis: Einstweilige Verfügung und ein späteres Urteil nach Jahren später müssen meines Wissens nicht übereinstimmen.

    Meines Wissens sollte man sich fast zu 99,9999 % sicher sein, wenn man so etwas erwirkt.

  4. Das lächerlichste daran ist, dass das ganze von einem Abgeordneten der LINKE kommt. Gerade die LINKE.
    Das zeigt leider mal wieder, wie links die Partei doch ist – nämlich gar nicht! Oder mir soll nochmal jemand erklären, wo da die Solidarität versteckt ist, wenn man versucht wikipedia vom Netz zu nehmen…

  5. Angeblich bedauert er seine Aktion ja bereits. Nur seine Anwälte wissen wohl noch von nichts. Nee, spätestens mit dieser Blödmanns-Aktion ist DIE LINKE für mich auf lange Zeit unwählbar geworden.

  6. Nee, spätestens mit dieser Blödmanns-Aktion ist DIE LINKE für mich auf lange Zeit unwählbar geworden.

    Dank populistischem Gehabe war sie es nie wirklich. Aber ob die CDU/SPD besser ist, das steht auf einem anderen Batt….

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