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Clickster: Das Programm für MP3-Piraten und Abmahn-Anwälte

Sonntag, 18. Mai 2008 um 23:15 Uhr

Kategorie Alles was Recht ist

Der erste April ist lange vorbei, trotzdem kommt CHIP CHIP heute aus Anlass des Erscheinens von Clickster 1.63 ins Schwärmen: “Clickster ist ein cooles Download-Tool für MP3-Sammler. Im Gegensatz zu einem Filesharing-Tool sucht Clickster nicht bei anderen Usern sondern ausschließlich im Internet selbst nach MP3-Files aller Art.”

Da hat CHIP wohl das Inkrafttreten des neuen Urheberrechtsgesetzes am 01.01.2008 verpennt. Demnach sind nicht mehr nur Downloads von offensichtlich rechtswidrig hergestellten Vorlagen verboten sondern auch von offensichtlich rechtswidrig öffentlich zugänglich gemachten Vorlagen. Scheiß Deutsch, ist aber tatsächlich Gesetzestext. Siehe z. B. Wikipedia Wikipedia zum Thema Privatkopie.

Clickster

CHIP weiter außer Rand und Band: “Mit Hilfe der angezeigten URL lässt sich der Song auch relativ einfach auf der eigenen Webseite oder dem persönlichen Blog verlinken.”

Well, zum einen erfüllt so ein “Deep Link” den Tatbestand des Traffic-Klaus, zum anderen lässt sich anhand der angezeigten URL auch der ursprüngliche MP3-Anbieter ausfindig machen, abmahnen, anzeigen, zu völlig überzogenem Schadensersatz verurteilen und in den Knast bringen.

Trotzdem zieht CHIP das Fazit: “Dank Clickster wird Ihr iPod in kürzester Zeit mit kostenlosen Songs gefüllt. Dabei macht die Freeware nichts illegales. Vorsicht ist dennoch geboten, denn die angezeigten Songs könnten illegal sein.”

Hihi: “Die Freeware macht nichts Illegales.” Ja nee, is klar! Nur der Typ am Computer könnte eventuell kriminell sein: MP3-Pirat oder Abmahn-Anwalt.

Mein Tipp: Finger weg von Clickster! Schon aus qualitativen Gründen. Informationen zur Bitrate etwa sucht man in Clickster vergebens. Von der Qualität der Suchergebnisse ganz zu schweigen. Aber das Programm-Logo gefällt mir.

"Alter Falter!"-Artikel mit ähnlicher oder ganz anderer Brisanz:


  • Bundesrat verabschiedet neues Urheberrechtsgesetz – Internet-Nutzung in Deutschland illegal
  • Klappe zu, Esel tot – Internet-Nutzung in Deutschland ab Herbst 2007 illegal
  • Porno-Downloadern droht böse Überraschung
  • Universal MPX/AVX File Converter: Zweifelhafter Download-Tipp von Chip.de
  • Piraten kapern Webseite der Plattenindustrie – IFPI.com gehört jetzt The Pirate Bay
  • Erster Filesharing-Prozess der Rechtsanwälte Schutt und Waetke mit einem Streitwert um die 60.000 Euro

8 Kommentare zu “Clickster: Das Programm für MP3-Piraten und Abmahn-Anwälte”

  1. am Dienstag, 20. Mai 2008 um 5:22 Uhr1simplewelt.com

    Wie sieht’s eigentlich aus, wenn ich Youtubevideos runterlade und in mp3 umwandle? Im Grunde habe ich ja in dem Sinne nichts falsches gemacht, da die jeweiligen Uploader Schuld daran sind, dass ich mich dazu verleiten ließ auf den >-Button zu drücken.

  2. am Dienstag, 20. Mai 2008 um 9:00 Uhr2Stefan

    YouTube ist kein Problem, da die Videos dort nicht grundsätzlich offensichtlich rechtswidrig öffentlich zugänglich gemacht werden, sondern zum Beispiel auch von der Musikindustrie selbst. Zum Trennen von Video und Audio empfehle ich das Programm FLV Extract. Vorteil: Keine Qualitätseinbuße durch Neukodierung.

  3. am Sonntag, 25. Mai 2008 um 14:09 Uhr3myriam

    ich hab mir clickster mal angeschaut, an sich eine schöne idee. ich fand es jedoch sehr verbesserungswürdig. es ist gleich wieder auf dem software-friedhof gelandet.

  4. am Donnerstag, 09. Oktober 2008 um 21:43 Uhr4Freiberger

    Also nach meiner Meinung, ist das alles Schwachsinn.
    Früher konnte man alles auf Musik Kassetten machen,
    hat keinen Gestört.
    Kann doch auch nicht sein das eine CD 20 oder 30 Euronen kostet.
    Es sind einfach zu viele die sich eine Goldene Nase Verdienen wollen.
    Angefangen von der G…und der, und der , und der bis zu dem der die
    Lieder schreibt oder Singt.
    Der sich heute Lieder die schon 30 Jahre alt sind aus dem Internet holt,
    mit einer Geldstrafe belegt, dem ist doch nicht mehr zu helfen.
    Es hat jeder genug Geld Verdient nach 30 Jahren.
    So ich muss aufhören ansonsten arte ich aus.

  5. am Freitag, 21. November 2008 um 18:24 Uhr5mmmh

    Immer diese Scheinargumente, mit denen Leute ihre Raubkopiererei legitimieren wollen. Wo bezahlst du denn 20-30 Euro für eine CD? Ich bekomme für 7-15 praktisch alle, die ich will, nicht nur online sondern größtenteils auch im Laden. Wer kopiert, soll wenigstens dazu stehen, dass das (moralisch wir rechtlich) nicht einwandfrei ist.

  6. am Dienstag, 23. Dezember 2008 um 20:05 Uhr6EinGast

    An Freiberger und mmmh

    ich bin auch der Meinung, dass sich viel zu viele mit dem Urheberrecht Geld verdienen. Auch Patente fallen nach einer gewissen Zeit. Und die Frage an mmmh: Wo bekommst Du die neueren Platten für 7-15 Euro? Lebe ich in einem anderem Land? Fast alles kostet ab 19 Euro aufwärts, oft dafür nicht mal mit einem Textblatt (was eigentlich dazugehört…) Außerdem ist der Silberling um ein vielfaches billiger in der Herstellung als das alte Vinyl, aber irgendwie teuerer im Laden… Und warum darf ein Anwalt in seine eigene Tasche abmahnen? Das gibts auch nur in Deutschland. Wenn diese Gebühren (lach) ja wenigstens dem geschädigtem zukommen würden, aber lassen wir diese Diskussion über ein im Sumpf verflicktes Land….

  7. am Donnerstag, 26. März 2009 um 20:38 Uhr72rude

    An Freiberger und mmmh,
    als Phillips seinerzeit mit dem Kassettenrekorder auf den Markt gekommen ist, hat die MI auch aufgeheult weil dass das Ende für die Musikschaffenden bedeuten würde.
    Dafür wurden dann ja auch die GEMA-Abgaben auf Rekorder und potentielle Tonträger eingeführt und das Recht auf Privatkopien irgendwo im Gesetz verankert.
    Es ist also mein/unser Recht von Tonträgern Kopien für den privaten Gebrauch zu erstellen. Dazu kann man ruhig stehen. Musiktauschbörsen sehe ich da mit gemischten Gefühlen. Wenn man mir meine Privatkopie, obwohl dies einen Teil des CD-Preises ausmacht, durch Kopierschutz verwehrt, hab ich keine Gewissensbisse mir die Titel meiner Original-CDs nochmal aus dem Netz zu saugen, z.B. für den Auto CD-Wechsler. Deswegen steht einem das Recht auf Privatkopien zu!
    Dass das Preis-/Leistungsverhältniss bei CDs nicht stimmt, steht auf ‘nem anderen Blatt, aber die Preisgestaltung eines Produkts muss ich dem jeweiligen Hersteller überlassen.
    Vermutlich haben die überzogenen Preise ihren Teil zur jetzigen Situation beigetragen. Und btw. bin ich der Einzige, der sich an die Aussage der MI aus den 80ern/frühen 90ern erinnert, dass die CDs deutlich im Preis sinken werden, wenn sie mehr als 50% der Tonträgerverkäufe ausmachen? ;-)

  8. am Freitag, 27. März 2009 um 9:08 Uhr8Freiberger

    Ich Kopiere, aber nicht auf Teufel komm raus,
    ich stehe auch dazu, ich könnte mir auch eine CD Kaufen
    für 2,99, aber was soll ich mit Liedern die ich nicht mag.
    Aktuelle CDs bekomme ich in keinem Geschäft, für 15,- Euro
    Eventuell aus dem Ausland, am Zoll vorbei, aber hier über
    Die Kopierer herziehen.

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