Microsoft und Yahoo: Der Krampf der Giganten
Als Miteigentümer von Microsoft und Yahoo kann ich über die derzeit tobende Übernahmeschlacht nur verwundert den Kopf schütteln. Seit dem Kaufangebot von Microsoft Anfang Februar hat sich die Yahoo-Aktie von ihrem 52-Wochen-Tief von 18,58 Dollar um mehr als 50% verteuert und liegt aktuell nur noch knapp unter der Offerte aus Redmond.
Warum hat Microsoft Yahoo nicht klammheimlich nach und nach wesentlich preiswerter als zum Angebotskurs aufgekauft? Vermutlich weil sich der Großteil der Yahoo-Aktien in den Händen weniger Investoren befindet, die das schnell spitzgekriegt und Microsoft eine schlechte Presse beschert hätten.
Und warum brüllt Yahoo wie ein kleines Kind, es sei sehr viel mehr Wert als der von Microsoft angebotene Preis, der immer noch um mehr als 10% über dem aktuellen Aktienkurs liegt? Keine Ahnung. Ich bin bislang immer davon ausgegangen, dass sich im Aktienkurs der vermutete Zukunftswert eines Unternehmens widerspiegelt.
Von diesen Kleinigkeiten abgesehen frage ich mich, was sich Microsoft durch den Kauf von Yahoo verspricht. Yahoo war ja mal ganz chic. Damals. Als es Google noch nicht gab. Und Microsoft war auch schon mal hipper. Damals. Als es das ach so sichere Vista noch nicht gab. Obwohl das Einzige, was bei Vista ganz sicher ist, ist, dass es im Auslieferungszustand die Benutzer mit seinen ständigen Sicherheitsabfragen in den Wahnsinn treibt.
Vielleicht hat Microsoft-Chef Steve Ballmer aus seinem Mathematik-Studium an der Harvard University ja behalten, dass Minus mal Minus gleich Plus ist. Ob ich meine Microsoft- und Yahoo-Aktien vielleicht doch verkaufen sollte?
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