Oscar für toten Joker

Jetzt ist es also tatsächlich passiert: Der tote Heath Ledger hat heute den Oscar für die Rolle des Jokers im letzten Batman-Film bekommen. Nicht, dass ich ihm das nicht gönne. Er spielt den ekeligen, sabbernden, sadistischen Freak ja wirklich gut. Problematisch finde ich bloß, dass Oscars auch für miese Filme vergeben werden.

Genau: Ich bin derjenige, der The Dark Knight nicht viel abgewinnen kann. Mittelprächtige Special Effects und eine trostlose Story. Gotham City im Griff des Terrors. Die Polizei ist machtlos. Auch im Knast zieht der Joker die Fäden. Und Batman ist ständig zur falschen Zeit am falschen Platz. Der Film könnte eigentlich auch gut im heutigen Bagdad spielen.

Überhaupt Batman: Der private Batman ist mir viel zu hübsch, viel zu smart, viel zu geleckt – ein Schönling ohne Ecken und Kanten. Und Batman in seinem Karnevalkostüm ist im Grunde genauso ein Freak wie der Joker, wie seine Nachahmer zu Beginn des Filmes ja auch sehr schön demonstrieren: Einfach einen Gummianzug anziehen und Böse verkloppen – ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz.

Als Fan von Clint Eastwoods Dirty Harry habe ich eigentlich nichts gegen ein bisschen Selbstjustiz im Kino, aber für einen Superhelden-Film ist mir der neue Batman einfach nicht superheldig genug sondern zu nahe an der Realität.

Naja, es gibt Schlimmeres. Schwule Cowboys zum Beispiel.

Nachschlag:

Die Fünf Filmfreunde diskutieren darüber, ob posthume Oscars okay sind. Ich bin dagegen – nicht dass die Filmindustrie noch auf dumme Gedanken kommt.

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9 Gedanken zu „Oscar für toten Joker“

  1. Der Oscar für Ledger geht nach meiner Meinung in Ordnung.

    “Batman einfach nicht superheldig genug sondern zu nahe an der Realität.”

    Gerade das reizt einige an Batman. Er ist nicht der stereotypische Superheld, der durch Superkräfte die Menschheit rettet, sondern nur aufgrund seiner Ausrüstung etc. diese “Heldentaten” vollbringt.

    Viel schlimmer fand ich gestern Nacht die peinlichen Interviews des Herrn Gätjen… Viel schlimmere Gesprächspausen und unsinnige Fragen in den Interviews kann man in den 40? minuten wirklich nicht einbauen…

    und das macht er schon seit geraumer Zeit…

    naja, at least hat Sean Penn seinen Oscar bekommen ;-)

  2. Mmmh, ein Oscar für einen toten Joker? Was kommt denn dann als nächstes? Naja, ich verfolge die Oscar-Verleihung nicht mehr, denn da werden Filme mit Oscars überhäuft, die ich mir sonst nicht mal anschauen würde…

  3. Ich finde er hat es verdient. Keiner hätte den Joker besser spielen können als Heath Ledger. Schade das er nicht mehr unter uns weilt, ich denke wir hätten noch viele schöne Filmabende durch ihn gehabt.

  4. dem kann ich nur beipflichten, dass der Film eindeutig überbewertet wurde; ich geb´s ja zu: ich habe nicht alles gesehen – weil ich tatsächlich zwischendrin mal eingeschlafen bin (aus Müdigkeit); das ewige höher, schneller, weiter bei den Special Effects finde ich fragwürdig – aber das hätte mir vorher auch klar sein müssen…

  5. Also wenn ich den Joker mit anderen Irren der Filmgeschichte vergleiche – so brilliant ist es nun auch nicht gewesen. Was so nen Medienhype ausrichten kann sieht man dafür umso deutlicher an diesem Beispiel.

    Aber jetzt mal Butter bei die Fische : Der oscar war und ist doch nicht eine Auszeichnung für die Zuschauer um anzuzeigen welche Aspekte pädagogisch wertvoll sind, sondern eine reine Geburtstagsfeier für die Stars um sich etwas zu feiern.

    Es erinnert mich irgendwie an die Kammerpreise bei den Winzern : Irgendwann bekommt jeder mal die Auszeichnung.

  6. Hallo Zusammen!
    Also ich finde ja das the Dark Knight der beste Batman aller Zeiten ist! Ich war schwer begeistert als ich ihn mir angesehen habe!

    Auch der Jocker wurde wirklich sehr sehr gut von Heath Ledger verkörpert! Hut ab. Den Oscar hat er echt verdient!

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