Der öffentlich-rechtliche Rundfunk lässt sich seine Internetseiten ganz schön was kosten: 25 Millionen Euro angeblich. Um den gesetzlichen Auftrag der Grundversorgung zu erfüllen.
Wie bitte? Grundversorgung? Via Porno- und Freizeit-Medium Internet, mit dem man andere Leute anstupst oder knuddelt oder begnadeten Körpern bei Leibesübungen zuguckt? Finanziert durch meine GEZ-Gebühren?
Mit dieser schwachsinnigen Begründung könnten ARD und ZDF auch eine gebührenfinanzierte Tageszeitung rausbringen und jedem Haushalt jeden Morgen ungefragt in den Briefkasten stecken.
Klaus Jansen, Vorsitzender vom Bund Deutscher Kriminalbeamter, wirft der Bundesregierung zu Recht Kompetenzgerangel, Unvermögen und Blauäugigkeit vor. Wie es mit Kompetenzrangeleien unter deutschen Kriminalbeamten aussieht, weiß ich nicht. Aber was Unvermögen und Blauäugigkeit betrifft, brauchen sie sich hinter der deutschen Bundesregierung nicht zu verstecken.
In einem 15-Punkte-Plan fordern die deutschen Kriminalbeamten nämlich unter anderem, Zugriff auf private Rechner zu bekommen, um dort “Trojaner, Viren und Schadprogramme” zu entfernen. (Das Wort “und” gefällt mir in diesem Zusammenhang ganz besonders.) Und einen “Reset-Knopf für das Internet”, um Deutschland schnell mal vom Netz nehmen zu können.
Vermutlich meinen die deutschen Kriminalbeamten einen Ein-/Aus-Schalter fürs Internet. Der Reset-Knopf ist schließlich manchmal der einzige Weg, um ein abgestürztes System wieder ans Laufen zu kriegen.
Ich hatte das ehrlich gesagt bislang für einen schlechten Scherz gehalten, dass Lena Meyer-Landrut nächstes Jahr ihren Titel als Euro-Visionärin verteidigen will. Geäußert im Überschwang der Gefühle. “Sorry, war nur Spaß!” -- “Nicht ernst gemeint!”
Aber Pustekuchen! Stefan Raab ist es wohl doch sehr ernst damit, Lena Meyer-Landrut nächstes Jahr noch einmal für Deutschland ins Rennen um den Eurovision Song Contest zu schicken.
Zugegeben, ich fand Lena Meyer-Landrut anfangs ja auch ganz drollig und hatte ihr die Daumen gedrückt: Ihr Lolita-Sexappeal, ihr komisches Englisch, ihre Art zu tanzen, als wenn sie mal dringend auf Toilette muss -- das war ein prima Package, wie wir Möchtegern-Marketing-Fuzzis sagen.
Da hab ich ja nicht schlecht gestaunt, als ich mir letztens meine Google-Analytics-Daten angeguckt habe: Von über 5.000 Alter-Falter!-Besuchern täglich runter auf um die 600.
Der Einbruch war allerdings bloß optischer Natur: Google-Analytics hat einfach nur noch ungefähr jeden zehnten Besucher gezählt. Als Übeltäter habe ich das WordPress-Plugin CSS-JS-Booster identifiziert. Nach dem Deaktivieren des Plugins haben sich meine Google-Analytics-Daten wieder erholt.
Mag sein, dass ich zu blöd bin, das Plugin gescheit zu konfigurieren oder dass mein von mir verschlimmbessertes WordPress-Theme nicht darauf klarkommt.
Keine Kritik am Plugin also, sondern nur mal so als Tipp, falls ihr euch über merkwürdige Google-Analytics-Daten wundert.
Gestern beim Durchzappen bin ich auf ARTE hängen geblieben: Neil Young im Anzug, mit Cowboy-Hut, Klampfe, Mundharmonika und zahlreichen musikalischen Begleitern auf der Bühne, darunter eine bildhübsche weißhaarige Frau – Country-Legende Emmylou Harris, wie ich hinterher herausgefunden habe – und ein Mann, der als Instrument einen Besen spielt. Alles sehr melodisch, intensiv, laid-back und so faszinierend, dass ich das Konzert bis zum Ende geguckt habe.
Dieses Ereignis werde ich mir heute Abend noch einmal in voller Länge geben: ARTE wiederholt das Konzert in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 00:35 Uhr. Und dann nochmal am 28. Juli 2010 um 3:00 Uhr morgens, das ist die Nacht von Dienstag auf Mittwoch.
Um Neil Young gar nicht zu mögen, bedarf es schon eines sehr begrenzten Musik-Geschmacks, erstreckt sich Youngs Repertoire doch von kitschigen Balladen bis zu brachialen Stromgitarren-Rückkopplungsgewittern. Als Ausrede könnte man höchstens Neil Youngs sehr markante Stimme anführen. Okay, akzeptiert.