Ich war doch sehr erschüttert, als ich kürzlich erfahren habe, dass die Harry-Potter-Romane von J. K. Rowling sowohl als Kinderbücher erscheinen als auch als sogenannte Erwachsenenausgaben. Nanu? Was hat man sich denn unter einer Erwachsenenausgabe vorzustellen? Nackte Hexen, die sich lustvoll auf vibrierende Besenstiele schwingen? Oder Sätze wie “Zärtlich liebkosten ihre feuchten Lippen seinen Zauberstab…”?
Ciao! Sat.1 verabschiedet sich von der Seriosität
Thomas Kausch, Leiter und Moderator der Sat.1-Nachrichten, hat sein Büro geräumt und ist in Urlaub gefahren, nachdem der Sender seine wenigen seriösen Programmpunkte drastisch zusammengestrichen hat – nach Sparvorschlägen der Unternehmensberatung McKinsey. Mehr Barbara Salesch, weniger Seriosität, höherer Gewinn. Ich bezweifel, dass diese Milchmädchenrechnung aufgeht und habe die 18:30-Uhr-Nachrichten von Sat.1 aus meiner persönlichen Programmplanung gestrichen.
Externe Links:
dwdl.de: Anspruch adé: Sat.1 streicht Nachrichten-Formate
Spiegel.de: Renditehunger: Sat.1 streicht beliebte Nachrichten – ab sofort
Klappe zu, Esel tot – Internet-Nutzung in Deutschland ab Herbst 2007 illegal
Am 5. Juli 2007 hat der Entwurf zum neuen Urheberrechtsgesetz den Bundestag passiert. Im Herbst 2007 wird es vom Bundesrat verabschiedet werden und damit rechtskräftig.
Aktuell sind Downloads erlaubt, “soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte Vorlage verwendet wird” (Paragraph 53 Absatz 1 Satz Urheberrechtsgesetz). Ob Musikstücke oder Filme, die über P2P-Tauschbörsen verbreitet werden, rechtswidrig hergestellt wurden, lässt sich in der Regel allerdings nicht feststellen: Illegal unter Umgehung eines wirksamen Kopierschutzes hergestellt oder legal analog mitgeschnitten, zum Beispiel? Man weiß es nicht. Mit “offensichtlich rechtswidrig hergestellt” ists also Essig.
Es sei denn, es handelt sich um Musikstücke oder Filme, die noch nicht auf CD oder DVD veröffentlicht worden sind: Wer etwa den gerade erst im Kino angelaufenen fünften Harry-Potter-Film “Harry Potter und der Orden des Phönix” bereits heute herunterlädt, macht garantiert was verkehrt. Das Verteilen urheberrechtlich geschützter Werke an ein anonymes Publikum über Tauschbörsen ist nämlich schon längst strafbar. Und P2P-Programme sind ja im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass derjenige, der was herunterlädt, dieselbe Datei gleichzeitig zum Upload anbietet, sprich anonym verteilt. Wer nicht in der Lage ist, diesen Mechanismus auszuhebeln, sollte die Finger gleich von P2P-Programmen lassen. Der Download urheberrechtlich geschützter Software ist davon übrigens ausgeschlossen – der ist per se verboten.
Vattenfall: Wat’n Glücksfall für Atomkraftgegner!
Entschuldigung, aber dieses armselige Wortspiel brach sich einfach Bahn.
Wer Atomkraftwerke wie Saftläden führt, darf sich nicht wundern, wenn man ihm die Lizenz zur Atommüllproduktion entzieht.
Positiv für Vattenfall: Damit hätten sie zur Abwechslung mal einen echten Grund, die Strompreise zu erhöhen.
Fakten, Fakten, Fakten gibts unter anderem bei den Kollegen von Spiegel Online: “Atomindustrie fällt über Vattenfall her“.
HijackThis – von führenden Angsthasen empfohlen
Freitag, der 13te – gibt es einen besseren Tag, um seinen Windows-Rechner auf Schwachstellen zu untersuchen? Nein, einen besseren Tag gibt es nicht. Aber genauso gute – alle anderen Tage nämlich. Deshalb erscheint dieser Artikel auch schon am Donnerstag, den 12ten.
Das kostenlose Windows-Programm HijackThis analysiert wichtige Registry-Einträge und laufende Prozesse hinsichtlich etwaiger Sicherheitslücken. Deshalb sollte man vor Installation und während des Betriebs von HijackThis alle Programme schließen, die man selbst gestartet hat und nicht zwingend benötigt. Um den Rest kümmert sich HijackThis.
Nach Klick auf den Button “Do a system scan and save a log file” erzeugt HijackThis ein Logfile, das sowohl im Programmfenster als auch extern im Windows-Texteditor dargestellt wird (bzw. in dem Programm, dem man die Zuständigkeit für das Öffnen von Dateien mit der Endung *.log zugewiesen hat). Das externe Logfile wird komplett markiert und kopiert, in der Regel mit STRG-A (= alles markieren) und STRG-C (= kopieren).
TrekStor MovieStation: Pantoffelkino to go
Mein neues Lieblingsspielzeug: Die TrekStor Moviestation, eine externe Festplatte mit Videoanschluß. Quasi. Nützlich, wenn man, wie ich, häufig Filme und andere Fernsehsendungen per TV-Karte als MPEG-2-Dateien mitschneidet und auf dem Computer bearbeitet. Digital über Satellit haben die Ausstrahlungen nicht selten DVD-Qualität und sind entsprechend groß.
Früher habe ich die Dateien langwierig in AVIs umgewandelt oder ins DVD-Format gebracht, mit entsprechendem Qualitätsverlust auf DVD-Rohlinggröße geschrumpft und auf DVD gebrannt. Jetzt überspiele ich die bearbeiteten MPEG-2-Dateien per USB-2.0-Anschluß auf die TrekStor MovieStation: Weniger Zeitaufwand, kein Qualitätsverlust, überall mit hinzunehmen und per Adapterkabel an jedem Fernseher abzuspielen. (Gerade die letzte Aussage natürlich ohne Gewähr…) Eine Fernbedienung liegt bei. Damit navigiert man bequem durch die selbst angelegten Ordner-Strukturen. Weiterlesen
Nunatak: Britische Antarktisforscher rocken Live Earth
Al Gores Musikspektakel Live Earth liegt nun schon bald drei Tage zurück. Mein Festplattenrekorder hat es fast komplett aufgezeichnet. Ich konnte mich bis jetzt allerdings noch nicht dazu aufraffen, mir ein “Best of Live Earth” zusammenzuschneiden. Das bißchen, was ich zwischendurch gesehen habe, war ziemlich dürftig: Zwei fette Logos und das unsägliche N24-Laufband ständig im Bild, am laufenden Band Werbeunterbrechungen, unbegabte Moderatoren-Darsteller und peinliche Interviews.
Am Ärgerlichsten aber: Kaum ein Auftritt wurde komplett gezeigt. Immer wurde so getan, als sei man gerade leibhaftig live dabei – und deswegen leider fast immer ein bißchen zu spät. “Oh, Entschuldigung – aber das ist halt live!”. Denkste. Kaum was war live. Es wurde fast immer nur so getan. Während sich die Moderatoren-Darsteller auf N24 vor lauter Aufregung und Vorfreude auf die letzten beiden “Live-Auftritte”aus New York – Roger Waters und The Police – beinahe in die Hosen machten, musizierte Roger Waters auf einem anderen Fernsehkanal bereits fröhlich vor sich hin. Beziehungsweise etwas lustlos, wie ich gelesen habe.
Gefährder – mein Wort des Jahres 2007
Wer hat es erfunden? Keine Ahnung, gibts schon länger. Aber Wolfgang Schäuble macht es gerade mächtig populär.
In einem Spiegel-Interview denkt der Innenminister darüber nach, Gefährdern das Handy wegzunehmen, den Internetzugang zu sperren und sie zu kasernieren. – Ganz ehrlich? Solche Gedanken kommen mir auch hin und wieder – meist wenn ich im Bus zur Arbeit oder wieder nach Hause fahre.
Aber wo fängt man an? Ich schlage vor, bei Jugendlichen mit angedeutetem Irokesenschnitt und Pseudo-Militärklamotten im Tarnfarben-Stil, die im Bus laut telefonieren oder Musik hören: Alle einsammeln und für drei Monate in ein Sommercamp stecken – zum Beispiel in einem sicheren, befriedeten Gebiet von Afghanistan. Ich hätte meine Ruhe, und die Rotzlöffel hätten hinterher in der Disse was zu erzählen.
07.07.07: Happy Birthday, Robert A. Heinlein!
Heute wäre der Altmeister der Science Fiction 100 Jahre alt geworden – wenn er seinen Tod 1988 überlebt hätte. Zum Jubiläum empfehle ich zwei Bücher im englischen Original, die auf Deutsch nicht erschienen sind und einem den Autor näherbringen.
Requiem: And Tribute to the Grand Master
Das 438 Seiten starke Taschenbuch ist in drei Teile gegliedert: Im ersten Teil findet man bislang Unveröffentlichtes von Robert A. Heinlein, darunter vier sogenannte “Guest of Honor Speeches”, die er auf den sogenannten “Word Science Fiction
Conventions” der Jahre 1941, 1961 und 1976 gehalten hat sowie auf einem Filmfestival 1969 in Brasilien, weil dort der Film “Destination Moon” gezeigt wurde, der auf einer Kurzgeschichte von Robert A. Heinlein basiert. Der zweite Teil enthält Reden seiner Wegbegleiter, hauptsächlich aus der Science-Fiction-Branche, darunter etwa L. Sprague de Camp, anläßlich einer Ehrenmedaille, die Robert A. Heinlein posthum verliehen wurde, also kurz nachdem er Humus wurde, von der National Aeronautics and Space Adminstration, oder kurz NASA, wie wir in Deutschland sagen. Den dritten und letzten Teil bilden Nachrufe einiger Autorenkollegen, unter anderem von Joe Haldemann, Robert Silverberg und Arthur C. Clarke.
Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten jetzt online – leider nur Pi mal Daumen
Das Bundesverfassungsgericht hat vorgestern entschieden, dass die Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten veröffentlichungspflichtig sind und – schwupps! – kann man auf der Seite des Deutschen Bundestages darin stöbern.
Die Sache hat nur einen Haken: Aufgrund eines Drei-Stufen-Systems läßt sich nur grob erahnen, wieviel Einkünfte der einzelne Bundestagsabgeordnete tatsächlich erzielt hat.
Stufe 1: 1.000 bis 3.000 Euro
Stufe 2: 3.000 bis 7.000 Euro
Stufe 3: 7.000 Euro und mehr
Mich interessiert, wer sich dieses Stufenmodell ausgedacht hat und weshalb das Bundesverfassungsgericht es nicht einkassiert hat. Vermutlich alles Stufe-3-Verdiener. Bei der fälligen Nachbesserung des Gesetzes bitte gleich die konkreten Einkünfte veröffentlichungspflichtig machen – danke!