Es begann mit der E-Mail einer Marketing-Agentur, ob ich Interesse daran hätte, ein Buch vor seiner offiziellen Veröffentlichung zu lesen. Naja, ich kann mir Spannenderes vorstellen. Zum Beispiel den neuen Porsche 911 vor seiner Premiere 6 Monate lang Probe zu fahren. Trotzdem nahm ich den Mauszeiger vom Junk-Button und schrieb zurück, dass ich mich mit 1000-Seiten-Wälzern sehr schwer täte, vor allen Dingen, wenn mich das Thema nicht interessiert.
Wie sich bereits in der zweiten E-Mail herausstellte, sollte es sich um das Buch The Ridiculous Race von Steve Hely und Vali Chandrasekaran handeln, zwei amerikanischen Fernseh-Autoren, die unter anderem für die Late Show with David Letterman (Hely) und My Name Is Earl (Chandradingenskirchen) schreiben. Beide TV-Shows gucke ich sehr gerne im frisch ausgestrahlten Original, wenn sie mir ab und an mal jemand illegalerweise aus dem Usenet herunterlädt und auf USB-Stick kopiert. Was ich natürlich aufs Schärfste verurteile! Immer wieder.
Ist das ‘ne tolle Geschichte? Da ist ja wohl noch kein Hollywood-Autor drauf gekommen:
Aufgrund von verunreinigten Wattestäbchen jagt die Polizei monatelangseit Mai 1993 ein weibliches Phantom, das in 40 Straftaten verwickelt sein soll: Autodiebstahl, Messerstecherei, Mord – um nur ein paar zu nennen. Jetzt stellt sich heraus, dass die an den jeweiligen Tatorten gefundenen DNA-Spurenmit großer Wahrscheinlichkeitnicht von der mutmaßlichen Täterin stammen, sondern von einer schlampigen Wattestäbchen-Verpackerin.
Ich frage mich, wieviele unschuldige Wattestäbchen-Verpackerinnen aufgrund ähnlicher Fahndungspannen hinter Gittern sitzen oder bereits per Giftspritze oder elektrischem Stuhl gemeuchelt wurden.
Nur eine Woche, nachdem Monty Python im November 2008 mit großem Hallo ihren YouTube-Channel umgestrickt hatten (Alter Falter! berichtete), sind auch Madness, quasi die Monty Pythons der Popmusik, mit eigenem YouTube-Channel an den Start gegangen: MadtubeMTV.
Von der Öffentlichkeit bislang allerdings ziemlich unbeachtet, wie die mauen Zugriffszahlen belegen: Cardiac Arrest etwa wurde bis gerade eben nur schlappe 590 mal aufgerufen. Ein Stück weit mysteriös, da sich alle Madness-Videos embedden lassen.
Auf MadtubeMTV gibts 28 offizielle Musikvideos der ollen Ska-Truppe zu sehen -- also vermutlich alle -, in prima YouTube-Qualität (HQ18), in der Regel mit einem gespielten Witz vorweg. Naja, sofern man bei YouTube-Videos von Qualität sprechen kann: MPEG4-Video (H264) mit 480x360er Auflösung und AAC-Audio (44100Hz stereo, 125Kbps). Sehen auf meinem iPod Nano aber todschick aus und klingen auch gut.
In diesem Sinne:
Hey you, don’t watch that
Watch this!
This is the heavy heavy monster sound
The nuttiest sound around
Seit 2009 ist Internet-Lotto in Deutschland verboten, alle vorher abgeschlossenen Abo-Spielaufträge waren aber weiterhin gültig. Jetzt schreibt mir Westlotto.de per E-Mail: “Eine weitere Spielabwicklung nach dem 01.04.2009 ist in der bisherigen Form nicht mehr möglich.”
Ich bin begeistert! Darf ich jetzt wieder alle paar Wochen zur Lottobude rennen?
“In den kommenden Tagen erhalten Sie zusätzlich per Post weitere Informationen von uns. Mit diesem Schreiben erhalten Sie auch ein Angebot der Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. OHG für den Abschluss eines passenden neuen Abos.”
Naja, wenn man auch offline einen Lotto-Dauerschein spielen kann, soll es mir recht sein – aber verstehen tu ich die Maßnahme nicht: “Auf Grund einer ordnungsrechtlichen Entscheidung der Lotterieaufsichtsbehörden müssen nun auch Abo-Spielaufträge eingestellt werden, die vor dem 01.01.2009 im Internet vermittelt worden sind.”
Interessanterweise kommen in der aktuellen E-Mail die Begriffe Glücksspielsucht, Jugendschutz und Spielerschutz gar nicht mehr vor, obwohl genau damit doch das Internet-Lotto-Verbot begründet wird.
Teilnehmen an der Blog-Parade kann man noch bis zum 28. März 2009. Unter allen Teilnehmern wird ein niegelnagelneuer Plüsch-Gucky verlost!
Zu den Fragen:
Kennst Du überhaupt Perry Rhodan?
Ja klar!
Welcher Band war der erste Roman, den Du von Perry Rhodan gelesen hast?
Puh, keine Ahnung. Das muss ein Heft aus der zweiten Hälfte des Zyklus Meister der Insel gewesen sein, also Heft Zweihundertnochwas.
Liest Du heute Perry Rhodan?
Nein.
Welche(r) Roman(e) hat Dich von allen besonders beeindruckt?
Natürlich Heft Nr. 1.000: Der Terraner. Und das erste Heft des Aphilie-Zyklus, Nr. 700. Zumindest hatte ich das mal meinem Vater zugesteckt, um ihm meine Begeisterung für Perry Rhodan verständlich zu machen. Hat mein Vater aber nie gelesen.
Hast du eine Lieblingsfigur und was gefällt Dir besonders an ihr?
Privaten Waffenbesitz und/oder Killerspiele komplett zu verbieten, ist gleichermaßen unrealistisch und deswegen eine beliebte Forderung von Politikern, die es mangels Intelligenz und/oder Leistung nicht anders in die Schlagzeilen schaffen.
Angeblich nutzt das amerikanische Militär Killerspiele, um seinen Soldaten die natürliche Hemmschwelle vor dem Töten abzutrainieren. Mit Erfolg, wie man munkelt. Das hat mich als Fan der Fantasy-Egoshooter Doom, Quake und Unreal Tournament doch ein Stück weit betroffen gemacht und sich sogar kurzzeitig negativ auf meine Frag-Statistik ausgewirkt.
Let’s face it: Durch Killerspiele ist noch keiner gestorben. Von vereinzelten Lagerarbeitern einmal abgesehen, die durch umstürzende Killerspiele-Paletten erschlagen wurden.
Was Amokläufe aber erst so richtig gefährlich macht, sind Waffen und Munition. Die gehören halt nicht in Kinderhände. Und hier ist auch noch ausreichend Gelegenheit für zahlreiche weitere Verschärfungen der Waffengesetze.
Angeblich wollten Ermittler auf dem Computer des Amokläufers Tim K. aus Winnenden neben Pornografie und Killer-Spielen auch Beweise dafür gefunden haben, dass der 17-Jährige seinen Amoklauf in einem Internet-Chat angekündigt hatte:
"Am Mittwochabend meldete sich der Vater eines 17-Jährigen aus Bayern und berichtete über einen Internet-Chat, den sein Sohn in der Nacht zuvor geführt habe. Der Sohn hatte sich nach der Medienberichterstattung über diese Tat in Winnenden an seinen Vater gewandt, und demnach war im Chatroom eines Internet-Portals in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 2.45 Uhr kurz vor der Tathandlung folgender Eintrag eingestellt worden: …" (Quelle: Spiegel )
Davon abgesehen, dass es sich bei dem Internet-Chat um einen vermutlich gefälschten Forum-Beitrag handelt, frage ich mich, wie die Beweise aussehen sollen, die die gnädigerweise ungenannt gebliebenen Ermittler gefunden haben wollten. In webbasierten Chats oder Foren wird auf dem Rechner ja in der Regel kein Protokoll abgelegt, höchstens ein Cookie . Aber das würde auch nur belegen, dass Amokläufer Tim K. die fragliche Seite angesurft hat – aber nicht, ob er dort auch einen Beitrag verfasst hat, geschweige denn welchen.
Die Frage, die sich stellt, ist, ob die NPD eine systemrelevante Funktion in der bundesrepublikanischen Parteienlandschaft erfüllt und deswegen erhalten bleiben muss – z. B. als demokratisches Sammelbecken für Eva-Herman-Leserinnen.
Ein Blick auf die monatlichen Mitgliedsbeiträge und Spenden der NPD lässt daran zweifeln: Was, bloß 30.000 Euro? Das können ja nur ein paar Männeken sein. Vermutlich zuwenig, um als systemrelevant zu gelten.