Warnung vor Lasik-Operation

“Die Brillen- und Kontaktlinsen-Industrie warnt vor Korrekturen von Fehlsichtigkeit mittels Lasik-Operation. Weil uns dadurch die Kundschaft flöten geht.”

Nee, ganz so deutlich posaunen sie es natürlich nicht in die Welt. Aber in dieser Woche durfte zum Beispiel ein gewisser Andreas Berke in einem Hamburger Nachrichtenmagazin vor Lasik-Operationen warnen: “Die Hornhaut ist für eine Lasik nicht geeignet“.

Ob und inwieweit Herr Berke, Berufsbezeichnung Augen-Physiologe, mit der Brillen- und Kontaktlinsen-Industrie verbandelt ist, weiß ich nicht. Aber seine Warnungen sind mit ein Grund, weshalb ich für meine eigene Lasik-OP von vor zwei Jahren bzw. für die mich operierende Ärztin keine Werbung mache: Wenns denn tatsächlich schief geht, möchte ich nicht dran schuld sein. Und die Langzeitfolgen sind ja tatsächlich schlecht abzuschätzen.

Meine Lasik-Operation
“Laser mir die Augen, Kleines!”

Vor meiner Lasik-Operation war ich stark kurzsichtig: über 5 Dioptrien auf beiden Augen, Hornhautverkrümmung ohne Ende und ganz abgefahrene Zylinder und so. In 99% aller Lebenslagen brauchte ich eine Brille. Nach meiner Lasik-Operation brauche ich nur noch in 1% aller Lebenslagen eine Brille – nämlich zum Lesen von Kleingedrucktem.

Gut investierte 1.060 Euro, wie ich meine: Für beide Augen, inklusive aller Transfers vom Flughafen zum Hotel oder zur Klinik und zurück. Die Kosten für Flug und Hotel habe ich nicht unter OP-Kosten verbucht, sondern als Städtereise Istanbul, die ich eh irgendwann unternommen hätte: Zwei Fliegen, eine Klappe.

Als Tipp will ich euch nur auf den Weg geben, euch nicht von irgendjemandem Anonymen operieren zu lassen, zum Beispiel von einer Putzfrau oder Küchenhilfe der topmodernen Laser-Klinik, sondern euch den operierenden Arzt vorab konkret benennen zu lassen. Den kann man dann schön Ergoogeln und entsprechende Patienten-Berichte studieren.

12 Gedanken zu “Warnung vor Lasik-Operation

  1. Ich bleibe lieber bei meiner Brille, hab aber auch nur -1,5. So sehr stört das Ding net, man gewöhnt sich schnell daran und sieht gleich intelligenter aus ;-) Fünf Dioptrien ist aber schon heftig, da kann ich die OP nachvollziehen. War’s schmerzhaft?

  2. Nein, Paul, schmerzhaft war die Operation nicht. Nur zirka 90 Sekunden etwas unangenehm, in denen man sich auf das rote Licht konzentrieren sollte, das ständig aus dem Blickfeld zu wandern drohte.

  3. Wenn ich da mal fachmännisch meine Meinung zu sagen darf:
    Es ist ja nicht so, dass uns als Optiker die Kundschaft flöten geht, denn 1. bleiben viele fehlsichtig und brauchen zumindest zum Autofahren eine Brille und 2. wird jeder Mensch einmal alterssichtig. spätestens dann braucht man also eh wieder eine Brille.
    Ich kann nur sagen: informiert euch gut, denn die Risiken sind hoch. Die Erfolge sind laut Augenärzten groß, jedoch dass eine Abweichung von +/- 1dpt von der Zieloperation entfernt als Erfolg gewertet wird, halte ich für kritisch. Alle weiteren Risiken hat Herr Dr. Berke zusammengefasst. Und sind treten diese einmal ein, bleiben sie unwiderruflich. (Und diese können ja auch erst nach ein paar Jahren eintreten, da es keine Langzeiterfahrung mit LASIK gibt.)
    Ihr habt nur 2 Augen!

  4. Ich finde, das mit dem lasern ist schon ne klasse sache. allerdings würde sich das bei mir nicht mehr lohnen und außerdem habe ich mich nach über 30 jahren an meine brille gewöhnt. aber für jüngere leute ist das eine gute alternatvie.

  5. Das kann ich so nicht bestätige.
    Meine Frau hat mit 48 die Augen lasern lassen.
    Vorher -7 / -8 und jetzt ohne Brille.
    Ein völlig neues Gefühl und ein riesen Schritt an Lebensqualität.

  6. Kann dem zustimmen, was Moritz in #8 schreibt. Wobei ich selbst zwar noch nicht sooo alt bin, aber für mich kommt eine Laser-Augen-OP dennoch nicht in Frage. Finde aber trotzdem, dass es gut ist, dass es so etwas überhaupt gibt. Es hat ja glücklicherweise jeder die Option, eine solche OP für sich nicht in Anspruch zu nehmen. #9 schreibt ja auch, dass seine Frau nun glücklicher ist als vor der Operation.

  7. Ich bin eine der wenigen Geschädigen, die nun sehr schwere Probleme haben.
    Eine der gefährlichsten Spätfolgen ist bei mir aufgetreten, die Aufweichung der Hornhaut (Keratektasie). Ich sehe nun auf meinem linken Auge doppelt, die Hornhaut wölbt sich immer weiter vor und wenn es so weitergeht, werde ich eine Transplantation brauchen.
    Wie lange ist bei Euch Begeisterten die OP her? Bei mir gab es erst nach 12 Jahren Probleme! Auch ich war in den ersten Jahren total begeistert, jetzt habe ich Angst bald nie mehr Auto fahren zu können. Ich hatte übrigens auf dem betroffenen Auge eine Dioptrienzahl von minus 6 und habe mich im Visumedzentrum München von einem sehr anerkannten Augenspezialist lasern lassen…keine BilligOP aus dem Ausland! Bin ratlos und kann jedem nur abraten, wenn die Lasik nicht unbedingt sein muss.

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