Windows XP: Boot-Vorgang beschleunigen – wie und weshalb?

Damals, im wilden weiten Web, als auch Downloads von “offensichtlich rechtswidrig öffentlich zugänglich gemachten Vorlagen” (§53 UrhG) noch erlaubt waren, lief mein Rechner manchmal tagelang rund um die Uhr, so dass das Thema Boot-Geschwindigkeit für mich gar keins war.

Heute starte ich meinen Rechner mindestens zweimal am Tag: Nach dem Aufstehen und nach der Arbeit. Deshalb fand ich den CHIP-Artikel “Windows schneller hochfahren” ganz interessant. Die CHIP-Redaktion hat es tatsächlich geschafft, Windows XP in nur 22,687 Sekunden zu starten.

BootTimer.exe misst die Dauer des Windows-XP-Starts

Messen lässt sich die Boot-Dauer von Windows XP mit dem Programm BootTimer, einer schlichten Exe-Datei, die den Rechner neu startet, die Dauer des Boot-Vorgangs in Sekunden anzeigt – und sich anschließend über den Browser mit der Hersteller-Seite von BootTimer verbinden will, was ich dem Programm via Firewall aber strengstens untersagt habe.

Ernüchterndes Ergebnis:

Mein Windows XP braucht zwischen 110 und 120 Sekunden für einen Neustart. Und das Schärfste: Kein Tuning-Tipp konnte die Boot-Geschwindigkeit meines Rechners verbessern.

  • Säuberung von Festplatte und Registry mit Tools wie CCleaner und HDCleaner
  • Deaktivieren von nicht benötigten Programmen aus der Autostart-Gruppe
  • Deaktivieren von nicht benötigten Windows-Diensten
  • Defragmentieren der Boot-Partition
  • Löschen der Dateien im Prefetch-Ordner

Nur vom Übertakten der Hardware habe ich die Finger gelassen.

Nichts hat geholfen. Mein Windows XP, zuletzt neuinstalliert im April 2007, nimmt sich immer noch gemütliche 110 bis 120 Sekunden Zeit zum Start. Oder anders formuliert: Auch durch bloßes Nichtstun verzeichne ich bisweilen einen Geschwindigkeitschub um 8,33% – vermutlich abhängig von Uhrzeit, Luftfeuchtigkeit und Sonnenfleckenaktivität.

Naja, halb so wild. Ich starte meinen Rechner und gehe erstmal Kaffeekochen. Das dauert, je nachdem, ob ich eine neue Packung Kaffee und/oder eine neue Packung Filtertüten öffnen muss oder nicht, so zwischen 60 und 90 Sekunden. Anschließend drehe ich mir eine Zigarette (oder zwei) in gefühlten 30 bis 60 Sekunden. Bumms, sitze ich am Rechner und kann arbeiten.

Das bedeutet: Brauchen bräuchte ich einen beschleunigten Windows-Start eigentlich nicht. Aber falls noch jemand einen vermeintlich wirksamen Tipp auf Lager hat, probiere ich den gerne aus.

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9 Gedanken zu „Windows XP: Boot-Vorgang beschleunigen – wie und weshalb?“

  1. Ohje ohje, selten so gelacht. Ich hab mir den Chip Artikel durchgelesen und ein mitleidiges Grinsen legte sich auf mein Gesicht. Die armen Teufel die daran geglaubt haben damit etwas ändern zu können, vor allem beim Bootvorgang – oh natürlich – 1 bis 2 sec. vom Ruhezustand aus, da lag ich lachend am Boden.

    Klar, entfernen von unnötigen Autostarts, Registry aufräumen sind soweit die besten Tips neben Defragmentieren. Dazu aber noch einbau einer zweiten Festplatte, bzw. das Auslagern sämtlicher Temporärdaten und der Swap Datei auf eine eigene Partition vermindert das Windows sich auf Dauer immer wieder selbst die Platte aufs ärgste Fragmentiert – das sollte man dazu noch erwähnen. Umschalten auf klassiche Ansicht bringt beim Booten ein klein wenig was, aber vor allem das Arbeitsverhalten des Rechners wird dadurch etwas flotter.

    Und System-Tweaks mit 3rd Party Tools – besser die Finger von lassen solange es nicht TweakUI aus den Powertoys von Microsoft ist. Dann noch die animierten Effekte abschalten, das Desktop Hintergrundbild am besten per png, gif oder bmp in 256 Farben umwandeln – spart nicht nur ein klein wenig RAM, erhöht dazu auch ein winziges bischen die Bootgeschwindigkeiten.

    Sounds abschalten – dazu reicht es aus das Soundscheme auf keine Sounds zu ändern und fertig. Aber wenns nur um den Bootvorgang geht reichts auch im Soundscheme Boot und Shutdownklänge zu deaktivieren.

    Den Bereich Dienste: alles abschalten – ohje, also nicht benötigte Dienste auf alle Fälle raus schmeißen aber gleich alle deaktivieren, da stehen mir die Haare zu Berge. Welcher Pfeiffenkopf hat sich denn das in dem Artikel ausgedacht *Kopfschüttel* Antivirenprogramm und ein paar andere Sicherheitseinrichtungen laufen auch darüber. Viel Spaß mit Trojanern und sonstigem unappetitlichen Programmschädlingen.

    Etwas anderes was ich empfehlen kann ist das deaktivieren der Suchindizierung (unterstützung für schnelles Suchen) auf ALLEN Laufwerken. Das bringt nicht nur Plattenplatz, sondern ist auch eine reichlich unnütze Eigenschaft die Sie so gar nicht funktioniert. Achja, ähnliches gibt es auch bei so manchen Programmpaketen separat mit dazu – wie zB. MS Office. Gleich rausschmeißen und/oder abschalten. Auch das bremst den Rechner, aber macht nicht unbedingt Sinn.

    Der Tip mit der wiederherstellung von Original Windowsdateien ist auch ein Griff ins Klo – ich denke da vor allem an die Originaltreiber von Hardware, die die Ersatztreiber von Win gnadenlos ersetzen. Das man hier die Lauffähigkeit des Systems riskiert, bzw. den vollen nutzbaren Umfang der eingesetzten Hardware reduziert, weil die generics von MS nur die Grundfunktionen unterstützen erwähnt Chip ja nicht mal ansatzweise.

    Übertakten als Bootbeschleuniger – ja jetzt hörts ganz auf. Sicher startet ein schnellerer Rechner etwas flotter, aber diese Maßnahme als reinen Boottip vorzuschlagen – entsetzlich. MAn macht sowas aus ganz anderen Motiven und daneben muß mans ich ncoh um ganz andere Dinge Gedanken machen: LEbensdauer der HArdware, bessere Kühlung, durch das wieder höhere Enrgiekosten etc. pp.

    Windows hat die Angewohnheit beim Systemstart immer nach neuen Komponenten zu suchen und alles was gefunden wurde auch in Gang zu bringen. Klar läßt sich das in oder andere auch in den Hardwareprofilen abschalten was das System ein klein wenig schneller starten lassen kann. Aber das ändert nicht die Zeiten beim HW-Check beim Bootvorgang. HW, die nicht benötigt wird im BIOS abschalten oder gleich ganz auszubauen. Das ist ein Tip von dem ich in dem Pamphlet bei Chip nichts gelesen habe und der wirklich eein bischen bringen kann.

    Wer ein Netzwerk hat und hier alles der Windowsautomatik überläßt wird sich wundern was an Geschwindigkeit beim Booten passiert wenn man das alles per Hand festlegt. Netzwerklaufwerke die ständig verbunden sind sind schön und gut, aber sobald die nicht vorhanden sind, da diese nicht über permanente Fileserver (NAS) laufen hat evt. auch längere Bootzeiten.

    Das sind meine Kniffe dazu – je nachdem wie mans braucht, aber auf die Wahnsinns Bootwerte wie bei Chip kommt man damit auch nicht. Also keine Wunder erwarten.

    Solche Fake Artikel von Chip, Computer Bild und anderen Pamphletschreiberlingen diverser Zeitschriften sind nur zu einem gut: Mit solchen Schlagzeilen den Absatz steigern um dann anschließend in der nächsten Ausgabe die Reperaturtips für diese Fehlgeschlagenen Experimente veröffentlichen zu können, womit die Verkaufsauflage nochmal gesteigert wird (reine Spekulation von mir).

    Liebe Grüße
    Shanky-TMW

  2. Hallo Shanky-TMW, habe leider komplett vergessen, mich für deinen ausführlichen Kommentar zu bedanken. Ist ja fast schon ein eigener Gastbeitrag. :-) Mit deiner Spekulation triffts du vermutlich voll ins Schwarze.

  3. Hallo
    Ich möchte auch mal meinen Senf dazugeben.
    Habe heute Nacht bei Google den Suchbegriff: Bootvorgan beschleunigen, eingegeben. Zack hatte ich den wirklich tollen Artikel von dir (euch) .
    Erstens ist mir aufgefallen, dass ich nicht wusste wie lange der Bootvorgang bei mir dauert. Schon komisch, ich weiß nicht wie lange es dauert, will es aber schneller machen. tz tz tz
    Na ja. Habe mir zu dem noch ein paar andere Artikel durch gelesen, und bin dann zum entschluss gekommen, das ich in dieser hinsicht nichts machen werde. Scheiß drauf
    Eigentlich wollte ich gerade auf Standby drücken (so wie ich es fast immer mache) und in die Heia gehen. Ich fasse zusammen: Will den Bootvorgang schneller machen hab aber keine Ahnung wie schnell der ist und schalte sowieso in den Standby modus :-)
    Na ja denke ich mir, kannst ja noch schnell mal den BootTimer ausprobieren.
    Leute ich bin nicht nur ganz dicht, nein ich liege jetzt auf noch auf den Boden. Bootvorgang 19,irgendetwas Sek.
    Hab mich selber gewundert, dabei hab ich doch garnichts gemacht.
    Na ja ich kann ja nochmal ein screenshot machen.
    Fazit: Ich halte meine Klappe und geh zu Bett.

    Euer Honk

    Martin

  4. Es gibt von Microsoft ein Programm Namens “Bootvis” welches den Bootvorgang genau analysiert und auch anzeigt, welche Programme den Bootvorgang so abbremsen.

  5. Ich will auch noch kurz meinen Senf dazugeben: Die Tipps von Shanky sind wirklich sehr umfangreich, ich kann aber nur dringenst davon abraten das Soundschema zu deaktivieren!! Aus eigener Erfahrung weiß ich – ich habs mal verglichen – dass der Rechner viel länger zum Runterfahren und auch zum Starten braucht wenn man die entsprechenden Sounds abgeschaltet hat, zumindest unter XP Professional SP3…

  6. Hey leute ich hab da mal nen paa sachen ausprobirt zB mit tuneup. hab nur die nötigsten programme im autostart dann war ich noch in der registry ein wenig rumfummeln und hab im bootmenü auf den ersten platz die festplatte gesezt……(blablabla)
    jetz hab ich mir den “BootTimer” runter geladen wie oben gennant um ma zu schaun und das ergebniss war das mein pc 31,** sekunden(vorher 120sek) zum hochfahren brauch…..
    also ruhig ma die ganzen sachen ausprobieren die so als mögliche hilfen gennant werde…. :-)

  7. Es geht auch nicht darum was man für Vorschläge aus dem Internet einsetzt etc. Die Hauptsache besteht doch darin, den PC erst gar nicht zuzumüllen mit Autostarts die man 1 mal im Monat oder nie wieder braucht, oder mit zusatz-Programmen wie yahoo-toolbar, google toolbar und diese ganzen Dinger, die bei vielen Installationen durch Unaufmerksamkeit mitinstalliert werden.
    Ich seh so was ständig bei verwandte, pc braucht ewig mit starten und sie wissen gar nicht was für Programme da sind geschweige denn was diese überhaupt bringen.
    Also einfach mal Augen auf, paar Tipps zum reinhalten des Pcs beachten und Hirn einschalten–>Beste Methode für einen schnelleren und bequemen Umgang mit dem PC

  8. der beste Tip um Windows schneller zu starten: Rechner anstatt herunterzufahren in den Standbymodus herunterfahren- dann dauert ein “Neustart” ein paar Sekunden.. Bedenken sollte man nämlich folgendes: Ein Rechner der komplett heruntergefahren ist benötigt immer noch rund 5 Watt an Strom, wenn er im Standbymodus läuft sind es gerademal 2 Watt mehr, die 2 Watt machen sich auf der Stromrechnung letzendlich sowieso kaum bemerkbar.
    Ansonsten: die ganzen Tuning Tips in Ehren, wer einen schnelleren Rechner will muss schon zu einem schnelleren Prozessor oder einer SSD greifen, die Tuningtips sind in erster Linie nämlich reine Placebos, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird.

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