100.000 Seitenzugriffe im Monat

Das schafft auch deine Webseite – aber locker!

Ja, die Welt ist schlecht. Und das Internet ist auch nicht viel besser.

Meine Webseite „Alter Falter!“ ist in der Rubrik „Persoenlich“ von „TopBlogs.de“ gelistet, einer Blog-Hitparade, die mit dem Slogan wirbt: „Die besten Weblogs in deutscher Sprache“. Ausschlaggebend für die Platzierung in der jeweiligen Rubrik ist die nackte Zahl von Seitenaufrufen oder -zugriffen bzw. Pageviews, wie der Engländer sagt.

Messinstrument ist ein kleines rechteckiges Bild, ein sogenanntes Mini-Icon, das bei mir auf jeder Seite ganz unten links steckt.

Was TopBlogs halbwegs spannend macht, ist, dass das Rennen um die häufigsten Seitenzugriffe jede Woche neu gestartet wird. Dadurch wird verhindert, dass besonders besucherstarke Blogs mit sich ständig vergrößerndem Abstand auf alle Ewigkeiten uneinholbar davonziehen.

Weshalb das seit Juni 2007 nicht mehr aktualisierte Blog „KoffeinKoma“ [02.08.2008: mittlerweile offline] regelmäßig vor meinem „Alter Falter!“ rangierte, war mir immer ein großes Rätsel. Ich tippe hier auf eine keywordoptimierte Gestaltung „pornöser“ Artikel, woran gar nichts auszusetzen ist. Zumal sich der Autor offensiv und unterhaltsam mit dem Thema Traffic-Steigerung auseinandersetzt, z. B. In seiner zweiteiligen Artikelserie „Der ultimative, unnachahmliche, absolut atemberaubende, sinnesüberreizende und einzig wahre Leitfaden für einen populären Blog“.

Das zweite große Rätsel lieferte seine Auflösung gleich mit: „Meine Ecke“ (mittlerweile offline), ein Blog in russischer Sprache und Schrift, das einen eingebauten Besucheranzeiger hat – einen sogenannten „Live traffic feed“, der einem anzeigt, über welche Seite die Besucher auf „Meine Ecke“ stoßen. Und das war eine Zeit lang nur eine einzige Seite: eBesucher.de.

eBesucher.de ist eine Art Bannertausch, nur dass nicht auf klassische Weise Banner getauscht werden, sondern Besucher – eBesucher nämlich: Man guckt sich im Browser oder in einer speziellen Software alle 15 Sekunden bis zu fünf Internetseiten an, dafür wird die eigene Seite bei anderen eBesucher-Teilnehmern ähnlich oft angezeigt.

eBesucher-Browser
Der eBesucher-Browser

Während der normaler Browser schon mal durch fehlerhafte Teilnehmer-Seiten zum Einfrieren oder Absturz gebracht wird, läuft die eBesucher-Software weitgehend störungsfrei – auch während man schläft oder außer Haus ist. Mal angenommen, man lässt die eBesucher-Software rund um die Uhr laufen und erhält – niedrig gerechnet – pro Minute bloß 4 Einblendungen der eigenen Seite auf anderen Seiten, summiert sich das immerhin auf 240 Seitenzugriffe pro Stunde, 5.760 pro Tag, 172.800 in 30 Tagen. Wow! Und eBesucher.de ist nicht der einzige Service dieser Art.

Ein ziemlich heißes Eisen, wie ich finde. Gerade für Werbetreibende, für die Seitenzugriffe bares Geld bedeuten. Sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer von Internetwerbung.

TopBlogs.de ist für mich seit dieser Entdeckung übrigens nicht mehr ganz so spannend, zumal ich heute einen weiteren Konkurrenten in meiner TopBlogs-Rubrik „Persoenlich“ als eBesucher-Nutzer erkannt habe.

Hatte ich schon erwähnt, dass die Welt schlecht ist?

Update!

Nach Informationen vom waldviertel blogger (siehe Kommentar Nr. 8) droht bei Teilnahme an eBesucher und ähnlichen Diensten die Schließung des Google-AdSense-Accounts.

Externe Links:

15 Gedanken zu „100.000 Seitenzugriffe im Monat“

  1. Sowas ist doch reine Zeitverschwendung, obwohl…
    Dein Blog muss nur mal ordentlich durchvelrinkt werden und ein paar krasse Pornoartikel können da wahre Wunder bewirken. Dein Tittenbild letztens zum Weltfrauentag war doch schon mal ein Anfang. 😉

  2. Nein, Zeitverschwendung ist das nicht. Man muss ja nicht vor dem Rechner sitzen. Es macht Internetwerbung bzw. die Preise dafür nur ein Stück weit zweifelhaft. Ach so, wer wie ich keinen unbegrenzten Traffic hat, kann die Steigerung seiner Werbeeinnahmen durch erhöhte Pageviews eventuell gleich an seinen Webhoster weiterreichen. 🙂

  3. Werbeeinnahmen durch ebesucher zu steigern, funktioniert erfreulicherweise nicht – eher im Gegenteil – Google z.B. sperrt bei solchen Praktiken das Adsense Konto.

  4. @ waldviertel blogger: Ich glaube, Google sind die erschummelten Pageviews relativ egal – eBesucher klicken ja in der Regel nicht auf AdSense-Werbung. Brisanter ist die Angelegenheit wohl für Leute, die sich ihre Werbeplätze auf der Basis von Pageviews bezahlen lassen.

    @ rainer: O, danke für das Kompliment! Nein, aktiv und dauerhaft setze ich das Instrument nicht ein. Ich beobachte bloss, was sich so tut an der Trickser-Front. 🙂

  5. @Stefan
    Aus Erfahrung weiߟ ich, dass es Google nicht egal ist 😉
    Ich habe eBesucher einmal kurz getestet, und habe dann umgehend folgende Nachricht von Google erhalten:

    Wir haben festgestellt, dass ungültige Klicks bzw. Impressionen auf
    Ihre Google-Anzeigen ausgeführt wurden, die ein finanzielles Risiko für unsere AdWords-Inserenten darstellen…

    Es stimmt zwar, dass eBesucher nicht auf die AdSense Anzeigen klicken, aber Google mag auch keine künstlich erzeugten Seitenaufrufe.

  6. @ Fragezeichner: Hab ich doch ausprobiert, sonst hätte ich ja nicht davon berichten oder den Screenshot machen können. Aber schummeln finde ich nicht ganz so spannend. Außerdem müsste ich bei Überschreitung meines Traffic-Limits schon wieder den Webhost wechseln.

    @ waldviertel blogger: Das ist ja mal eine sehr interessante Information – herzlichen Dank! Hab ich als Update eingefügt.

  7. Sorry, hatte zu oberflächlich gelesen. Scheint aber in der Tat nur nützlich, um bei irgendwelchen Web-Countern Erfolg vorzuspiegeln, der sich wegen der Google policies dann in einen Schuss ins eigene Knie verwandelt…

  8. Bin ich froh, dass ich überhaupt nicht weiß wieviele Zugriffe ich in meinem Blog habe und mich das auch überhaupt nicht interessiert. Ist doch eine Art von Freiheit stelle ich immer wieder fest…
    Ad Astra

  9. Ich hab das jetzt mal ausprobiert und es ist außer für den ePeen für nichts zu gebrauchen. Außerdem ist es für diejenigen, wie Stefan schon schrieb, die ein begrenztes Trafficvolumen haben der sichere Griff ins Portemonnaie.

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