Abwrackprämie: Vorsicht, Versicherungsfalle!

Ich wechsel zwar alle paar Jahre auf die jeweils günstigste Autoversicherung, aber einen Neuwagen kaufe ich mir im Schnitt bloß alle 18 Jahre. Und so kam es, dass ich aus Anlass der Abwrackprämie in eine böse Versicherungsfalle gestolpert bin.

Seit dem Kauf meines Neuwagens Anfang April wartete ich auf die Formulare zur Abwrackprämie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, um meinen alten Wagen prämiengerecht zu verschrotten. Die Papiere hatte ich auch prompt vorgestern im Briefkasten, schlappe zweieinhalb Monate später.

In der Zwischenzeit habe ich mich pressetechnisch auf dem Laufenden gehalten, was die Abwrackprämie betrifft – Den alten Wagen erst abmelden, dann verschrotten! – Bloß nicht! Erst verschrotten, dann abmelden! – Alles quatsch: Die Reihenfolge ist egal! – und meinen alten Wagen quasi auf gut Glück, noch ohne offiziellen Bescheid der BAFA, Ende Juni erst abgemeldet und dann verschrotten lassen.

Gestern kriege ich einen Anruf von der HUK24, bei der ich meinen Neuwagen preiswert versichert glaubte: Für den Zeitraum zwischen dem Kauf des Neuwagens und der Abmeldung meines alten Autos würde mir ein Schadenfreiheitsrabatt von einhalb (in Ziffern: 1/2) abgerechnet.

Das muss man sich mal reintun: Da fährt man über 20 Jahre lang unfallfrei Auto und kriegt dann die gleiche Prämie wie ein blutiger Fahranfänger aufs Auge gedrückt. Mag sein, dass das versicherungsjuristisch seine Richtigkeit hat. Aber mein gesundes Unrechtsempfinden sagt mir, dass dann das Versicherungsrecht dringendst auf den Prüfstand gehört.

Nur mal so als kleine Warnung für alle Abwracker, da das Thema Versicherungswechsel im Zusammenhang mit der Abwrackprämie in der Regel gar kein Thema ist.

Und die Herrschaften im Europäischen Gerichtshof können sich schon mal warm anziehen.