Abzocke im Advent: Online-Adventskalender für 59 Euro

Auf der Suche nach interessanten Online-Adventskalendern bin ich durch Googeln auf my-adventskalender.de gestoßen. Ich hatte das Anmeldeformular bereits komplett ausgefüllt und wollte schon auf „Türchen öffnen! >>“ klicken. Es fehlte nur noch das Häkchen bei „Ich habe die AGB & Verbraucherinformationen gelesen und akzeptiert, bin volljährig, und erhalte Zugang zum Adventskalender.“. Aha, ich ahne was.

Und tatsächlich: Nach dreimaligem Klicken auf die Scroll-Leiste der neuen Seite „Allgemeine Geschäfts- und Teilnahmebedingungen und weitere Verbraucherinformationen“, bei einer realtiv hohen Bildschirmauflösung von 1280 x 1024 Pixeln, lese ich unter Punkt 7 in zart-türkis auf weiß: „Der Nutzer ist zur Entrichtung des einmalige Nutzungsentgelts von 59 Euro verpflichtet (Endgeld). Die Mehrwertsteuer ist in diesem Betrag enthalten. Über diesen Betrag wird dem Nutzer eine Rechnung zugesandt.“

„Endgeld“ statt „Entgeld“ – wie passend. Ein Gewinnspiel, wie es sie im Netz tausendfach kostenlos gibt und die hauptsächlich zu dem Zweck existieren, gültige Adressdaten für lau abzugreifen um sie teuer weiter zu verkaufen, soll also 59 Euro „Endgeld“ kosten. Hübsch versteckt in den AGB, auf einer separaten Seite, ganz tief unten.

my-adventskalender - leise rieselt das Geld. Abzocke im Advent
www.my-adventskalender.de

Moment. Ich gucke mir nochmal die Startseite an. Am unteren Bildschirmrand, ohne Scrollen nicht sichtbar, steht: „Der einmalige Preis für die Teilnahme beträgt 59 Euro inkl. gesetzlicher Mehrwertssteuer. “ Der Part „59 Euro inkl. gesetzlicher Mehrwertssteuer“ sogar in Fettdruck.

My-Adventskalender.de ist also der typische Fall einer leider immer noch legalen Abo-Falle. Wenn es nach mir geht, sollte der Kostenhinweis in der größten Schriftart, die auf der Seite verwendet wird, gesetzt und ohne Scrollen oder Klicken sichtbar sein – auch bei einer Bildschirmauflösung kleiner als 1280 x 1024 Pixel. Alles andere betrachte ich als Abzocke.

Robert Adamca, laut Impressum Direktor der Firma ONLINE SERVICE LTD und damit verantwortlich für My-Adventskalender.de, soll in der Hölle schmoren. Genauso wie der anonyme webmaster@adventskalender-online.net, der mich heute per E-Mail dazu auffordert: „Klicke hier, wenn du ein Türchen vom Adventskalender öffnen willst“.

Nein danke! Was ich wirklich will sind Links wie „Klicke hier, wenn du mich in den Knast bringen willst“ oder „Klicke hier, wenn du mir kräftig eine aufs Maul hauen willst“.

Update! 10.04.2008

Da ich in mehreren Artikeln von „Alter Falter!“ über Abzocke im Internet berichte, verteilen sich häufig gleichlautende Fragen und Tipps zum Thema auf entsprechend vielen verschiedenen Seiten. Ich möchte das Ganze jetzt auf einer zentralen Seite von „Alter Falter!“ bündeln, nämlich hier: „Abzocke im Internet: Was tun? Tipps und Links für Betroffene„.

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