Medion MD 96290: Virus inklusive?

Medion stellt klar – aber nicht so richtig

Auf der deutschen Internetseite von Medion – Hersteller des Notebooks MD 96290, verkloppt über den Discounter Aldi im September 2007 – steht, halbwegs gut versteckt weil nur per aktiviertem Javascript aufklappbar, unter „Service & Support“, „Allgemeine FAQs“, „Wichtige Produktinformation zum Notebook MD 96290“ folgender rätselhafte Text:

Aktuelle Information zum Notebook Medion MD 96290

Essen, 14. September 2007

Aufgrund vereinzelt anders lautender Pressemitteilungen stellt die MEDION AG klar, dass das ALDI-Notebook nicht mit dem Virus „Stoned Angelina“ ausgeliefert worden ist.

Es liegen aber Informationen einzelner Kunden vor, diese hätten „Stoned Angelina“ auf ihrem Notebook entdeckt, so dass die MEDION AG „Stoned Angelina“ gemeinsam mit dem Software Spezialisten BullGuard analysiert hat. MEDION und BullGuard Ingenieure haben daraufhin kurzfristig eine Lösung entwickelt, bei der sich nach der Erkennung im Hintergrund automatisch ein Update installiert, durch den „Stoned Angelina“ vollständig entfernt wird. Dazu muss das Notebook lediglich einmal neu gestartet werden.

Soweit Medion.

Ääääh… Hallo? Wie bitte?

Wir fassen noch einmal kurz zusammen: Das Aldi-Notebook wurde nicht mit dem Virus „Stoned Angelina“ ausgeliefert. – Trotzdem haben einige Kunden diesen Virus auf ihrem Aldi-Notebook entdeckt.

Nana! Bitte! Medion! – Das ist doch keine Klarstellung! Das ist doch lupenreiner Blödsinn!

Wenn das Aldi-Notebook tatsächlich ohne den Virus „Stoned Angelina“ ausgeliefert wurde, dann können Kunden diesen Virus doch auch nicht auf ihrem Aldi-Notebook entdeckt haben! Zumal das angeblich ein sehr alter und nur schwer erhältlicher Virus aus dem letzten Jahrtausend ist.

Ich vermute etwas ganz anderes. Medion will sich mit dieser unklaren Klarstellung sicher bloß vor Garantieleistungen gegenüber dem gefürchteten typischen Aldi-Kunden drücken: „Mensch, Medion! Zwei Jahre lief mein Virus ohne Probleme, jetzt ist er kaputt. Bitte einmal reparieren!“

Ein sehr kluger Schachzug von Medion, oder nicht?