Aliens vs Predator 2 – Muss man nicht gesehen haben!

Gestern zur Vorpremiere habe ich ihn mir angeguckt: „Aliens vs. Predator 2“ – freigegeben ab 18 Jahren. Das Publikum in der 23-Uhr-Vorstellung im fast vollbesetzen Kino 6 der UCI-Kinowelt in Duisburg bestand in erster Linie aus Jungs, die sich mangels Bartwuchs noch nicht rasieren müssen. Ganz vereinzelt mit weiblichem Anhang.

Eine Alterskontrolle fand, soweit ich das beobachten konnte, nicht statt: Einfach mit der EC- oder Kreditkarte von Vati, Mutti oder dem älteren Bruder auf der Webseite der UCI-Kinowelt einen Platz reservieren und im Kino am Automaten ausdrucken. Etwas bedenklich, für meinen Geschmack.

Kurz nachdem ich Platz genommen hatte, wusste ich wieder, warum ich so ungern ins Kino gehe:

Lauter kleine Deppen mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, die sich gegenseitig irgendwas auf ihren Handys demonstrieren müssen. Und dann der penetrante Gestank zwischen Maulfäule und Popcorn, begleitet von den popcornspezifischen Schmatz- und Knack-Lauten.

Aber zum Film.

Fast nichts, was man nicht schon aus den Trailern kannte: Ein Raumschiff mit Aliens und Predators an Bord stürzt auf die Erde, jeder ermordet jeden.

Die meisten Szenen spielen im Dunkeln, bei Nacht und/oder im Regen. Was das artspezifische Schleimen der Aliens ein Stück weit unspektakulär machte: Ist es echter Alien-Schleim oder ist es Regenwasser?

Was man in manchen Alien-Filmen vermisste, detaillierte Ansichten der Monster, wird in „Aliens vs. Predator 2“ bis zum Exzess zelebriert. Aber so genau wollte ich die Styropormasken der Predators dann auch wieder nicht sehen.

Es fällt schwer, sich mit den Menschen-Darstellern in „Aliens vs. Predator 2“ zu identifizieren. Dazu fehlt ihnen der Background, eine glaubwürdige Historie – außerdem können sie ja eh jeden Moment das Zeitliche segnen. Warum also unnötig Sympathien aufbauen?

Am eindrucksvollsten in Erinnerung bleiben mir die hübsche Blondine (natürlich!), der Sigourny-Weaver-Ersatz mit Blag (eine schlechte Kopie) und der lockige Sheriff mit afro-amerikanischem Migrationshintergrund. Bei dessen wässrigen Augen habe ich mich immer gefragt: Verträgt er die Kontaktlinsen nicht oder ist er auf Drogen? Oder vielleicht beides?

Was mir bei „Aliens vs. Predator 2“ großen Spaß gemacht hat, ist der gefühlte 360-Grad-Surroundsound. Überall zischt, blubbert und kracht es – das kriegt meine billige 5.1-Heimkino-Anlage nicht hin.

Das Ende des Films, das ich an dieser Stelle nicht verrate, ist für Fans der Alien-Reihe nicht überraschend, gibt dem ganzen unstrukturierten Gemetzel aber wenigstens einen halbwegs logischen Rahmen – und die Aussicht auf eine Fortsetzung.

Muss man „Aliens vs. Predator 2“ unbedingt sehen? Eigentlich nicht. Für mich als Science-Fiction-Fan war zu wenig Science Fiction drin. Was an der Tatsache liegt, dass der Film auf der Erde spielt und nicht auf exotischen Raumschiffen oder fremden Welten.

Aber faszinierend, dass ein Millionen-Dollar-Erfolg, der „Aliens vs. Predator 2“ zweifellos werden wird – spätestens mit der DVD-Veröffentlichung in mindestens drei unterschiedlichen Versionen – so ganz ohne Handlung und echte Charaktere auskommt.

Einen neuen Film aus der Alien-Reihe guck ich mir nur an, wenn er wieder im Weltall spielt.

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