Backlinks: Das Salz in der Buchstabensuppe eines Bloggers

Backlinks sind Links, die zurück auf die eigene Webseite verweisen. Beispiel: Webmaster A verlinkt auf die Seite von Webmaster B, im Gegenzug verweist ein Link auf der Seite von Webmaster B auf die Seite von Webmaster A. Quizfrage: Welches davon ist unter Umständen ein Backlink? Richtig: Der Link auf der Seite von Webmaster B, der auf die Seite von Webmaster A verweist.

Ganz einfach – sollte man meinen. Aber selbst die hochgeschätzte freie Enzyklopädie Wikipedia präsentiert in ihrer deutschen Ausgabe zur Zeit eine falsche Beschreibung des Begriffs Backlink: „Aus Sicht einer Webseite sind Backlinks oder Rückverweise Links, die auf die Seite zeigen (siehe auch Trackback).“ (Quelle: Wikipedia) – Wikipedia verwechselt hier offensichtlich Backlinks mit Links. Merke: Jeder Backlink ist ein Link, aber nicht jeder Link ist ein Backlink.

Wikipedia schreibt außerdem: „Auf die Backlinks hat der Betreiber der Webseite in der Regel keinen direkten Einfluss (vgl. dazu Referrer-Spam), obwohl oft Methoden der Linksammlung wie beispielsweise des Textlinktausch angewendet werden.“ (Quelle nochmal: Wikipedia) – Jaaa… – das stimmt so natürlich auch nicht. Hier kommen nämlich Blogs und Trackbacks ins Spiel.

Blogartikel bieten in der Regel eine Kommentarfunktion (siehe unten), mit der der geneigte Leser seine Meinung zum Gelesenen hinterlassen kann – ach was „kann“: er soll! In der Regel.

Eine automatisierte Form des Kommentierens bieten Blogbetreibern die sogenannten Trackbacks: Blogbetreiber A setzt in einem seiner Artikel einen für alle Leser sicht- und klickbaren Link auf einen Artikel von Blogbetreiber B und zusätzlich – und das „und zusätzlich“ ist wichtig – einen für die Leser unsichtbaren Trackback-Link auf denselben Artikel von B. Das passiert in der Regel in der jeweiligen Blogsoftware. (Code-Puristen genügt dafür natürlich ein simpler Texteditor. Aber diese Leute zünden sich ihre Zigaretten auch durch das Zusammenschlagen von Feuersteinen an.) Damit erscheint automatisch ein Auszug des Artikels von Blogbetreiber A in den Kommentaren zum Artikel von Blogbetreiber B.

Die Pointe kommt aber erst noch, der große Clou quasi: Zusammen mit dem Auszug des Artikels von A auf der Seite von B setzt A automatisch einen Link zurück auf die eigene Seite! Natürlich nur, wenn A nix verkehrt macht und auf der Seite von B Trackbacks erlaubt sind.

Puh, ist das wirklich so schwer? Und warum muss ausgerechnet ich – ich, mit meinem in einem dreiviertel Jahr erarbeiteten gesunden Halbwissen zum Thema Bloggen – der großen Wikipedia erklären, wo der Frosch die Locken hat?

Kommentare, Links und Trackbacks zu meinem Artikel sind natürlich – wie immer – ausdrücklich erwünscht! Um die Backlinks kümmere ich mich dann schon selber.

4 Gedanken zu „Backlinks: Das Salz in der Buchstabensuppe eines Bloggers“

  1. Ungeachtet der Richtigkeit in Bezug auf die weiteren Erklärungen, möchte ich an dieser Stelle gerne festhalten, dass eine „Vorfeldverstrickung“ für die Annahme eines Backlinks nicht von Nöten ist. Es kommt vielmehr auf die Perspektive an, wie es Wikipedia auch richtig beschreibt.

    Jeder Link ist auch ein Backlink! Der Begriff ist nicht objektiv und auch nicht objektivierbar. Es kommt auf die subjektive Komponente an, also die Perspektive.

    Daraus folgt, das jeder Link für den jeweiligen Webmaster ein Backlink ist.

  2. Schön und gut. Aber der Satz „Auf die Backlinks hat der Betreiber der Webseite in der Regel keinen direkten Einfluss“ bleibt natürlich Unfug.

  3. Die Tatsache, daß bei Wikipedia manchmal Unsinn steht, ist schlimm genug. Leider erlebt man beim ändern offensichtlicher Fehler das wahre Grauen: der alte Unfug wird sofort wieder hergestellt, da man angeblich keine Belege vorweisen kann. Die „coole“ Community Wikipedia ist offenbar bürokratischer als ein deutsches Finanzamt.

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