Das miserable Marketing der Schallplatten-Industrie

Gestern abend, kurz vor Mitternacht, erreichte mich ein Newsletter der Plattenfirma Sony BMG: Sie hätten das neue Video der Foo Fighters auf YouTube veröffentlicht.

Tatsächlich! „Long Road To Ruin“ plus drei andere interessante Clips, darunter das „Making Of“ zu „The Pretender“.

Schön: Alle vier Filmchen lassen sich in die eigene Webseite einbauen. Also schnell mal eine „Foo Fighters, ich hab euch lieb!“-Seite zusammengeklöppelt und online gestellt und – wusch! – war das Embedden plötzlich verboten.

Ja, habt ihr sie noch alle?

Aber was will man von einer Industrie auch Großartiges erwarten, die den Großteil ihrer Kundschaft als Verbrecher abstempelt?

Eine Vertreterin von Sony BMG durfte neulich beim ersten Filesharing-Prozess vor einem Schwurgericht ja tatsächlich ungestraft behaupten, dass das Kopieren eigener, nicht kopiergeschützter Downloads oder Musik-CDs Diebstahl sei. Und auch der Anwalt der Musikindustrie glänzte vor den Computer-Analphabeten der Geschworenen mit fundiertem Nicht-Wissen.

Von wegen „Raubkopierer sind Verbrecher“: „Vertreter der Musikindustrie sind dumm-dreiste Arschlöcher“ – das wäre mal eine Kampagne, die ich unterstützen würde.

Ich bin gerade so scheiße sauer auf die verfluchte Schallplattenindustrie, dass ich mir geschworen habe, keine Musik-CDs mehr zu kaufen.

Und von Sony kommt mir eh nichts mehr ins Haus. Nicht nur keine Musk-CDs oder Rootkits mehr sondern auch keine DVDs und kein Stück Unterhaltungselektronik.

Verreckt doch!

Sony zuerst, bitte.