Das PageRank-Massaker – Google schlägt zurück

Die Nacht von Freitag auf Samstag war ein Krimi erster Güte – für Webseiten-Besitzer: Google hat seine Sympathien neu verteilt – in Form von „PageRank“. Das ist nichts Ungewöhnliches, das passiert alle paar Monate.

Der PageRank ist ein Bewertungssystem, das von Google-Mitbegründer Larry Page entwickelt wurde und sich von 0 Punkten für sehr schlechte Webseiten bis zu 10 Punkten für sehr gute Webseiten erstreckt. Ablesen läßt sich der PageRank einer Seite beispielsweise, wenn man ein PageRank-Add-On im Browser installiert hat oder die Google-Toolbar. Was Google für gute Seiten hält und was Google gar nicht gefällt, kann man in Googles „Richtlinien für Webmaster“ nachschlagen.

Gar nicht gut findet Google zum Beispiel den Verkauf von Links zu Seiten mit nicht relevantem Inhalt. Und genau dieser Verkauf von Links hat vielen Webseiten-Betreibern diesmal offenbar das Genick gebrochen bzw. ihren PageRank abstürzen lassen. Das Pikante an der Sache: Je höher der PageRank, desto teurer der Link.

Webseiten, die ihren vormals hohen PageRank durch Link-Verkäufe versilbert haben, sind jetzt von Google mit einem niedrigeren PageRank abgestraft worden. Eigentlich eine ganz klare Kiste. Trotzdem schäumen viele abgestrafte Link-Verkäufer vor Wut, weil ihre Verkauf-Links schlagartig weniger wert sind, und kritisieren die Quasi-Monopolstellung des Suchmaschinenbetreibers.

Da kann man doch nur mit dem Kopf schütteln oder sich ins Fäustchen lachen: Mein Gott, wie blöd sind die denn? Erst mit Googles PageRank unter Umgehung von Googles Richtlinien das große oder kleine Geld machen – und hinterher auf Google schimpfen.

Ein hübsches Beispiel zur Illustrierung des Sachverhalts:

Du machst jemandem ein wertvolles Geschenk, und der Beschenkte verkloppt es sofort auf eBay. Würdest du dem Knallkopp beim nächsten Mal ein gleich großes Geschenk machen oder vielleicht doch ein etwas kleineres? Eben.

Wobei der nicht konforme Link-Verkauf natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten ist, gegen Googles Qualitätsrichtlinien zu verstoßen.

Die Liste der Webseiten, deren PageRank von Google aufgrund regelwidrigen Verhaltens – oder weil sie nach Googles Meinung einfach schlechter geworden sind – herabgestuft wurde, ist bestimmt lang und illuster. Allein es fehlt eine zuverlässige Quelle. Zumindest habe ich noch keine Seite „mit wirklich relevantem Content“ gefunden, um mit Google zu sprechen.

Laut S-O-S SEO BLOG sollen zum Beispiel chip.de und brigitte.de vormals einen PageRank von 6 gehabt haben – wo kann man das Nachschlagen? – und jetzt auf 4 zurückgestuft worden sein. Brigitte hat aktuell tatsächlich einen PageRank von 4, Chip glänzt aber mit einem PageRank von 7.

Alter Falter! ist übrigens von PageRank 3 auf PageRank 4 hochgehüppt. Applaus, Applaus, Applaus! An was es meinem Blog definitiv mangelt, sind Links von anderen relevanten Webseiten. Aber wer verlinkt schon gerne ein Blog mit dem Untertitel „Noch ein Blog, das die Welt nicht braucht.“? Eben. Das färbt doch ab. Dazu müßte es schon mehr Blogwarte mit ähnlich relevantem Humor geben, wie Google formulieren würde.

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3 Gedanken zu „Das PageRank-Massaker – Google schlägt zurück“

  1. *schnief* mich hat Google auch runtergestuft 🙁 (auf PR 2) Dabei habe ich nix schlimmes angestellt.
    Naja vielleicht doch; eventuell ist das SEO-Plugin schuld welches die Seitennamen mit Stichwörter aufbläht ? egal, jetzt rum zuheulen bringt nix. So wichtig ist der PR nu auch wieder nicht 😉

  2. Lass das bloß keinen SEO hören: Abstrafung wegen SEO-Plugin… 😉

    Nee, bei deiner Seite versteh ich das auch nicht: Valides XHTML (Kompliment, das kriege ich nicht hin!), keine Werbung (oder sehr gut versteckt), ausreichend Besucher, regelmäßig aktualisiert…

    An deiner Stelle würde ich eine Revalidierung über die Webmaster-Tools veranlassen. Hat einem Bekannten von mir seinen alten PageRank zurückgebracht (5 statt 3) – nachdem er seine Text-Link-Ads entfernt hatte.

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