Falling Skies: Die Waltons mit BattleMechs

Am Sonntag liefen in den den USA die letzten beiden Folgen der bloß zehn Episoden kurzen ersten Staffel von Falling Skies, einer Science-Fiction-Fernsehserie, die von keinem Geringeren als Steven Spielberg produziert wird. Eine zweite Staffel wurde bereits in Auftrag gegeben.

Falling Skies schildert das Überleben einer kleinen Gruppe von Zivilisten und Militärs, 6 Monate nachdem Außerirdische 90% der Erde in Schutt und Asche gelegt haben.

Die meiste Zeit werden die Menschen von den Außerirdischen in Ruhe gelassen und kämpfen stattdessen ums Überleben in einer Welt mit zerstörter Infrastruktur sowie mit den eigenen Unzulänglichkeiten. Ausnahmslos jeder hat Familienmitglieder und Freunde verloren, und alle bedauern und trösten sich fortlaufend gegenseitig.

Die Außerirdischen treten zunächst in zwei Ausprägungen in Erscheinung: Skitters und Mechs.

Die Skitters sind sechsbeinige Echsenwesen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Oscar aus der Sesamstraße haben. Zumindest was Gesicht und Oberkörper betrifft – Oscars Gehwerkzeuge stecken ja in einer Mülltonne. Tagsüber hängen Skitters übrigens gerne mal fest schlafend unter Autobahnbrücken und lassen sich mit Benzinbomben auslöschen.

Und dann gibts da noch die von den Skitters befehligten Mechs, die aussehen, wie von MechWarriors gesteuerte BattleMechs aus BattleTech seit 1984 halt aussehen: Zweibeinige Kampfmaschinen mit Waffen statt Händen.

In Folge 8 tauchen erstmals die typischen Steven-Spielberg-Außerirdischen auf: feingliedrige silberne Wesen mit zwei Armen und zwei Beinen. Und die Schlussszene von Falling Skies ist folgerichtig eine lupenreine Kopie von E. T. – Der Außerirdische: Ein Silberner steht vor seinem hell strahlenden UFO, wie ein Taxifahrer vor seinem Gefährt auf der Suche nach Kundschaft.

Nein, begeistert hat mich Falling Skies wirklich nicht: Kaum liebenswerte und teilweise richtig schlechte Darsteller, vor allen Dingen unter den Kindern, und unlogische Handlungen – wenn ich mich vor Außerirdischen verstecke, um nicht von ihnen erwischt zu werden, fange ich beispielsweise nicht an, laut Klavier zu spielen -, öde Kulissen, langweilige Geschichten, zu wenige Spezialeffekte, zu wenige Außerirdische, zu wenig Science Fiction.

Weshalb ich Falling Skies trotzdem bis zum bitteren Ende geguckt habe? Nun, weil ich mich für Science Fiction interessiere. Und weil die Serie von Steven Spielberg produziert wird. Und weil ich die Hoffnung hatte, die Serie könnte sich mit jeder Folge bessern. Außerdem laufen aktuell nur zwei weitere Science-Fiction-Serien in Erstausstrahlung: Torchwood: Miracle Day und Alphas.

Was Falling Skies in meinen Augen komplett den Garaus macht, ist das ständige Schielen auf Familientauglichkeit und die entsprechenden Dialoge: „Ich liebe dich!“ – „Ich dich immer zweimal mehr!“ – „Ich will dich nicht verlieren!“ – „Ja nee, is klar!“ usw.

In diesem Sinne:

„Gute Nacht, John-Boy!“
„Gute Nacht, Mister Spielberg!“

Falling Skies: Deutsche Homepage des Senders TNT