Filesharing-Prozess in den USA

Kriegt die amerikanische Plattenindustrie voll eins auf die Fresse?

Am Dienstag, den 2. Oktober 2007, findet in den USA ein mit Spannung erwarteter Prozess statt: Die amerikanische Plattenindustrie wirft einem Internetnutzer vor, zahlreiche Songs über das Filesharing-Programm Kazaa verbreitet zu haben, was dieser jedoch vehement bestreitet – heise online berichtete.

Demnach hält die amerikanische Plattenindustrie bereits die Bereitstellung eines Songs im Share-Ordner für eine illegale Verbreitung im Sinne des US-Urheberrechts.

Und genau wegen diesem fragwürdigen Argument müsste die amerikanische Musikindustrie meiner unmaßgeblichen Meinung nach eigentlich voll eins auf die Fresse kriegen: Ob in einem Share-Ordner tatsächlich die vermuteten Songs liegen oder gänzlich andere Dateien, lässt sich so ohne Weiteres gar nicht feststellen.

Über ein Filesharing-Netzwerk werden nämlich nicht konkret definierte Dateien getauscht, sondern lediglich Prüfsummen, sogenannte Hashwerte. Das wird jeder wissen, der in der guten, wilden Internet-Zeit z. B. noch per eMule oder eDonkey unterwegs war und nach dem vermeintlichen Download des Freeware-Programms X stattdessen verwundert das Freeware-Programm Y auf seiner Festplatte vorgefunden hat.

Bei Hashwerten handelt es sich schließlich um nicht umkehrbare Funktionen. Das heißt im Klartext: Von einer Datei kann zwar ein Hashwert berechnet werden – aber von einem Hashwert läßt sich nicht auf eine konkrete Datei zurückschließen, da viele unterschiedliche Dateien denselben Hashwert besitzen können.

Kein Wunder also, dass die Plattenindustrie Prozesse bislang meist zu verhindern wusste und vermeintliche Filesharer lieber außergerichtlich abkassiert hat. Zumindest damit wird ab Dienstag wohl Schluß sein – so oder so. Ich bin gespannt.