Filesharing-Richter gibt Fehler zu

Alter Falter! hatte im Oktober 2007 in einer vierteiligen Serie über den ersten Geschworenen-Prozess in den USA gegen die vermeintliche Filesharerin Jammie Thomas berichtet und sich über so manchen Blödsinn gewundert, den die Vertreter der Musikindustrie ungestraft vor Gericht äußern durften.

Und über das offensichtliche Fehlurteil.

  1. Filesharing-Prozess in den USA: Kriegt die amerikanische Plattenindustrie voll eins auf die Fresse?
  2. Filesharing-Prozess in den USA: Der erste Verhandlungstag
  3. Filesharing-Prozess in den USA: Der zweite Verhandlungstag
  4. Amerikanische Musikindustrie gewinnt Filesharing-Prozess

Über ein halbes Jahr später gibt Richter Michael Davis zu, der Musikindustrie einmal zu oft auf den Leim gegangen zu sein, in dem er die Geschworenen instruiert hatte, bereits das bloße Anbieten von Dateien in einem P2P-Netzwerk als strafbare Handlung zu werten anstatt ihre tatsächliche Verbreitung.

Das haben sich die zwölf Geschworenen, größenteils Computer- und Internet-Analphabeten, nicht zweimal sagen lassen und die Angeklagte Jammie Thomas zu 220.000 Dollar Schadensersatz verurteilt.

Recht haben und Recht bekommen sind halt zwei Paar Stiefel derselben Medaille. Oder so ähnlich.

[via heise & ars technica]

[2 Stunden später dann gulli via alterfalter – ääh, via eff & technewsworld] 😉

Ein Gedanke zu „Filesharing-Richter gibt Fehler zu“

  1. Bei dem Urteil handelte es sich eindeutig um ein Fehlurteil. Es ist völlig absurd Geschworene auszuwählen, die keinen Hauch einer Ahnung von Computern, Internet, u.s.w. haben. Auch interessant ist, dass alle Anklagepunkte an der Angeklagten nicht bewiesen werden konnten. Mir fällt jetzt gerade kein Punkt ein, bei welchem man eine Lösung gefunden hatte.

Kommentare sind geschlossen.