Nachrichtenmagazin im Sommerloch

Der Spiegel beschwört die Gelbe Gefahr

Die mit Abstand peinlichste Nachricht im diesjährigen Sommerloch verdanken wir dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. – Wenn es doch nur bei einer einzigen Nachricht geblieben wäre. Aber nein – „Spiegel Online“ macht eine ganz Serie daraus, und der Druckausgabe war es heute sogar eine Titelstory wert: „Die gelben Spione“ (Der Spiegel, Heft 35/2007).

Was ist passiert? Auf den Rechnern der Bundesregierung wurden Schadprogramme gefunden, angeblich eingeschleust von Hackern der chinesischen Volksbefreiungsarmee. „Der Spiegel“ folgert daraus messerscharf, dass die Hacker-Angriffe „demnach dem chinesischen Staat zuzuordnen“ seien (Quelle: spiegel.de). Ja nee, is klar.

Demnach sind die Taten des in der Türkei verhafteten deutschen Urlaubers, der auf Tuchfühlung mit einer 13-jährigen Britin ging, auch der Bundesregierung zuzuordnen, oder? Mit gleichem Fug und Recht – bzw. mit gleichem Unfug und Unrecht – könnte China von der Bundesrepublik also verlangen, die sexuelle Belästigung im Ausland einzustellen. Ich brech zusammen!

Nicht minder spaßig finde ich, dass es in den Büros der Bundesregierung anscheinend von Intelligenz vollkommen unbelastete Mitarbeiter gibt, die E-Mail-Angebote für preiswerte Viagra-Fälschungen oder Penis-Verlängerungen bereitwillig aufklicken und die angehängten Schadprogramme ausführen. Das wäre doch mal eine Spiegel-Serie wert: „Zu blöd fürs Internet – Vollhonks gefährden die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland“.

Gut, dass die Internet-Nutzung in Deutschland demnächst verboten ist – siehe „Klappe zu, Esel tot – Internet-Nutzung in Deutschland ab Herbst 2007 illegal„.

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