Hurra, der JMStV ist tot!

Wie die Grünen soeben getwittert haben, werden morgen alle Fraktionen im Landtag von Nordrhein-Westfalen den überarbeiteten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, kurz JMStV, ablehnen. Ein Segen!

Per Schutzprogramm wären ab 2011 alle Internetseiten ausgefiltert worden, die nicht vertragsgemäß gekennzeichnet sind. Das hätte allerdings vorausgesetzt, dass Eltern so schlau wären, die Schutzprogramme auf den Rechnern ihrer Schützlinge zu installieren und die Kinder so dumm wären, diesen Schutz nicht zu umgehen – beides ist gleichermaßen unwahrscheinlich.

Und weltfremd. Schließlich hätten sich jugendgefährdende Internetseiten trotz entsprechender Alterskennzeichnung – oder ohne – weiterhin über jedes internetfähige Handy aufrufen lassen.

Beide Softwares, die zum Jugendschutz und die zur Alterskennzeichnung, wären flächendeckend erst irgendwann 2011 auf den Markt gekommen. Bis dahin hätte jeder Webseitenbetreiber in Deutschland ab dem 1. Januar 2011 mit einem Bein im Knast gestanden.

Siehe auch Spiegel Online: Weltfremder Staatsvertrag und Parteien blamieren sich mit Jugendschutz-Vertrag.