Ich wrack ab: Auch ohne Fahrzeugschein!

Auch wenn ich die Umweltprämie, wie die Abwrackprämie tatsächlich immer noch offiziell heißt, für einen schlechten Scherz halte: Ich mache mit! Ich wracke ab! Mein 17 Jahre altes Alter-Falter!-Mobil nämlich, einen schwarzen Ford Fiesta XR2i mit 105 PS, den ich auf rund 166.000 Kilometern richtig lieb gewonnen habe. Schnief!

Kleines Problem: Ich habe meinen Fahrzeugschein verbummelt. Und der ist ja zwingend notwendig, um die Umweltprämie in Höhe von – noch! – 2500 Euro einzusacken*. Meinen Fahrzeugbrief habe ich dafür mittlerweile wiedergefunden.

Bei der BAFA, dem BundesAmt for the Fucking Abwrackprämie, war telefonisch kein Durchkommen. Und das Fräulein vom hiesigen Bezirksamt meinte allen Ernstes, ich müsste dann wohl einen flammneuen ZB I beantragen, wie der Fahrzeugschein neudeutsch heisst.

Vor lauter Verzweiflung habe ich sogar ein Kontaktformular auf der Internetseite der Stadt Duisburg ausgefüllt, ohne echte Hoffnung, noch vor Weihnachten eine sinnvolle Antwort zu erhalten. Doch die Antwort kam: Knapp, präzise und schnell. Per E-Mail um 17:49 Uhr am gleichen Tag! Und das vom Straßenverkehrsamt, dessen Zulassungsstelle an zwei Tagen in der Woche schon um 13 Uhr die Pforten schließt. Respekt!

…bei der Außerbetriebsetzung Ihres Fahrzeuges erklären Sie hier den Verlust des Fahrzeugscheines; für die BAFA kann ich Ihnen eine Bescheinigung über die Zeit der Haltereigenschaft ausstellen.

Na, da bin ich ja richtig happy! Wäre auch irgendwie Blödsinn gewesen, sich erst hochoffiziell einen neuen Fahrzeugschein – pardon: ZB I – ausstellen lassen zu müssen, nur um ihn direkt im Anschluss wieder abzuwracken.

* Nachschlag vom 07.04.2009

Jetzt ist es beschlossen: Es bleibt zwar bei einer Abwrackprämie von 2.500 Euro, aber der Prämientopf wird bei 5.000.000.000 Euro gedeckelt. Das reicht für 2.000.000 Abwrackprämien, den 2.000.001sten Abwracker beißen die Hunde. Bei sovielen Zahlen kann man schon mal durcheinander kommen: Die Online-Ausgabe der Bild-Zeizung machte gestern aus 1,5 Milliarden Euro mal eben 600.000 Euro.