Internet-Lotto ab April 2009 komplett verboten

Seit 2009 ist Internet-Lotto in Deutschland verboten, alle vorher abgeschlossenen Abo-Spielaufträge waren aber weiterhin gültig. Jetzt schreibt mir Westlotto.de per E-Mail: „Eine weitere Spielabwicklung nach dem 01.04.2009 ist in der bisherigen Form nicht mehr möglich.“

Ich bin begeistert! Darf ich jetzt wieder alle paar Wochen zur Lottobude rennen?

„In den kommenden Tagen erhalten Sie zusätzlich per Post weitere Informationen von uns. Mit diesem Schreiben erhalten Sie auch ein Angebot der Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. OHG für den Abschluss eines passenden neuen Abos.“

Naja, wenn man auch offline einen Lotto-Dauerschein spielen kann, soll es mir recht sein – aber verstehen tu ich die Maßnahme nicht: „Auf Grund einer ordnungsrechtlichen Entscheidung der Lotterieaufsichtsbehörden müssen nun auch Abo-Spielaufträge eingestellt werden, die vor dem 01.01.2009 im Internet vermittelt worden sind.“

Interessanterweise kommen in der aktuellen E-Mail die Begriffe Glücksspielsucht, Jugendschutz und Spielerschutz gar nicht mehr vor, obwohl genau damit doch das Internet-Lotto-Verbot begründet wird.

Haben die Obermacker der Lotterieaufsichtsbehörden mittlerweile etwa eingesehen, dass ein Internet-Lotto-Verbot zur Eindämmung der Glücksspielsucht genauso wirkungsvoll ist wie die Abwrackprämie alias Umweltprämie für den Schutz der Umwelt – nämlich gar nicht?

Dann bleibt eigentlich nur eins: Weg mit dem Internet-Lotto-Verbot!

Aber die Abwrackprämie nehme ich als Umweltschützer gerne noch mit.

11 Gedanken zu „Internet-Lotto ab April 2009 komplett verboten“

  1. Nach vielen Jahren sah Gott wieder einmal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so, wie er es vor langer Zeit schon einmal getan hatte.
    Er sprach zu Noah: „Noah, bau mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals: 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Ich will eine zweite Sintflut über die Erde bringen. Die Menschen haben nichts dazu gelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei, je ein Männchen und ein Weibchen. In sechs Monaten werde ich den großen Regen schicken.“
    Noah stöhnte auf; musste das denn schon wieder sein? Wieder 40 Tage Regen und 150 unbequeme Tage auf dem Wasser mit all den lästigen Tieren an Bord und ohne Fernsehen! Aber Noah war gehorsam und versprach, alles genau so zu tun, wie Gott ihm aufgetragen hatte.
    Nach sechs Monaten zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Noah saß in seinem Vorgarten und weinte, denn da war keine Arche. „Noah“, rief der Herr, „Noah, wo ist die Arche?“ Noah blickte zum Himmel und sprach: „Herr, sei mir gnädig.“ Gott fragte abermals: „Wo ist die Arche, Noah??
    Da trocknete Noah seine Tränen und sprach: „Herr, was hast du mir angetan? Als Erstes beantragte ich beim Landkreis eine Baugenehmigung. Die dachten zuerst, ich wollte einen extravaganten Schafstall bauen. Die kamen mit der ausgefallenen Bauform nicht zurecht, denn an einen Schiffbau wollten sie nicht glauben.
    Auch deine Maßangaben stifteten Verwirrung, weil niemand mehr weiß, wie lang eine Elle ist. Also musste mein Architekt einen neuen Plan entwerfen. Die Baugenehmigung wurde zunächst abgelehnt, weil eine Werft in einem Wohngebiet planungsrechtlich unzulässig sei. Nachdem ich dann endlich ein passendes Gewerbegrundstück gefunden hatte, gab es nur noch Probleme. Im Moment geht es z.B. um die Frage, ob die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank benötige. Auf einen Hinweis, ich hätte im Ernstfall rundherum genug Löschwasser, glaubten die Beamten, ich wollte mich über sie lustig machen.
    Als ich ihnen erklärte, das Wasser käme noch in großen Mengen, und zwar viel mehr als ich zum Löschen benötigte, brachte mir das den Besuch eines Arztes vom Landeskrankenhaus ein. Er wollte von mir wissen, was ein Schiffbau auf dem Trockenen, fernab von jedem Gewässer, solle.
    Die Bezirksregierung teilte mir daraufhin telefonisch mit, ich könnte ja gern ein Schiff bauen, müsste aber selbst zusehen, wie es zum nächsten größeren Fluss käme. Mit dem Bau eines Sperrwerks könnte ich nicht rechnen, nachdem der Ministerpräsident zurückgetreten sei.
    Dann rief mich noch ein anderer Beamter dieser Behörde an, der mir erklärte, sie seien inzwischen ein kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen und darum wolle er mich darauf hinweisen, dass ich bei der EU in Brüssel eine Werftbeihilfe beantragen könne; allerdings müsste der Antrag achtfach in den drei Amtssprachen eingereicht werden.
    Inzwischen ist beim Verwaltungsgericht ein vorläufiges Rechtsschutzverfahren meines Nachbarn anhängig, der einen Großhandel für Tierfutter betreibt. Der hält das Vorhaben für einen großen Werbegag – mein Schiffbau sei nur darauf angelegt, ihm Kunden abspenstig zu machen. Ich habe ihm schon zwei Mal erklärt, dass ich gar nichts verkaufen wolle. Er hört mir gar nicht zu und das Verwaltungsgericht hat offenbar auch viel Zeit.
    Die Suche nach dem Zedernholz habe ich eingestellt. Libanesische Zedern dürfen nicht mehr eingeführt werden. Als ich deshalb hier im Wald Bauholz beschaffen wollte, wurde mir das Fällen von Bäumen – unter Hinweis auf das Landeswaldgesetz verweigert. Dies schädige den Naturhaushalt und das Klima. Außerdem sollte ich erst eine Ersatzaufforstung nachweisen. Mein Einwand, in Kürze werde es gar keine Natur mehr geben und das Pflanzen von Bäumen an anderer Stelle sei deshalb völlig sinnlos, brachte mir den zweiten Besuch des Arztes vom Landeskrankenhaus ein.
    Die angeheuerten Zimmerleute versprachen mir schließlich, für das notwendige Holz selbst zu sorgen. Sie wählten jedoch erst einmal einen Betriebsrat. Der wollte mit mir zunächst einen Tarifvertrag für den Holzschiffbau auf dem flachen Lande ohne Wasserkontakt aushandeln. Weil wir uns aber nicht einig wurden, kam es zu einer Urabstimmung und zum Streik. Herr, weißt du eigentlich, was Handwerker heute verlangen? Wie soll ich denn das bezahlen?
    Weil die Zeit drängte, fing ich schon einmal an, Tiere einzusammeln. Am Anfang ging das noch ganz gut, vor allem die beiden Ameisen sind noch immer wohlauf. Aber seit ich zwei Tiger und zwei Schafe von der Notwendigkeit ihres gemeinsamen und friedlichen Aufenthaltes bei mir überzeugt hatte, meldete sich der örtliche Tierschutzverein und rügte die artwidrige Haltung. Und mein Nachbar klagt auch schon wieder, weil er auch die Eröffnung eines Zoos für geschäftsschädigend hält.
    Herr, ist dir eigentlich klar, dass ich auch nach der Europäischen Tierschutztransportverordnung eine Genehmigung brauche? Ich bin schon auf Seite 22 des Formulars und grüble im Moment darüber, was ich als Transportziel angeben soll.
    Und wusstest du, dass z. B Geweih tragende Tiere während der Brunftzeit überhaupt nicht transportiert werden dürfen? Und die Hirsche sind ständig am Schnackeln, wie Fürstin Gloria sagen würde und auch der gemeine Elch und Ochse denken an nichts anderes, besonders die südlicheren!
    Herr, wusstest du das? Übrigens, wo hast du eigentlich die Callipepia Caliconica – du weißt schon, die Schopfwachteln und den Lethamus Discolor versteckt? Den Schwalbensittich habe ich bisher auch nicht finden können.
    Dir ist natürlich auch bewusst, dass ich die 43 Vorschriften der Binnenmarkt-Tierschutzverordnung bei dem Transport der Kaninchen strikt beachten muss. Meine Rechtsanwälte prüfen gerade, ob diese Vorschriften auch für Hasen gelten.
    Übrigens: wenn du es einrichten könntest, die Arche als fremdflaggiges Schiff zu deklarieren, das sich nur im Bereich des deutschen Küstenmeeres aufhält, bekäme ich die Genehmigung viel einfacher. Du könntest dich doch auch einmal für mich bemühen. Ein Umweltschützer von Greenpeace erklärte mir, dass ich Gülle, Jauche, Exkremente und Stallmist nicht im Wasser entsorgen darf. Wie stellst du dir das eigentlich vor? Damals ging es doch auch!
    Vor zwei Wochen hat sich das Oberkommando der Marine bei mir gemeldet und von mir eine Karte der künftig überfluteten Gebiete erbeten. Ich habe ihnen einen blau angemalten Globus geschickt.
    Und vor zehn Tagen erschien die Steuerfahndung; die haben den Verdacht, ich bereite meine Steuerflucht vor. Ich komme so nicht weiter Herr, ich bin verzweifelt! Soll ich nicht doch lieber meinen Rechtsanwalt mit auf die Arche nehmen?“
    Noah fing wieder an zu weinen. Da hörte der Regen auf, der Himmel klarte auf und die Sonne schien wieder. Und es zeigte sich ein wunderschöner Regenbogen. Noah blickte auf und lächelte. „Herr, du wirst die Erde doch nicht zerstören?“
    Da sprach der Herr: „Darum sorge ich mich nicht mehr, das schafft schon eure Verwaltung!“

  2. Tipp24 hatte mir noch vor ein paar Wochen versichert, dass sie meinen Dauerschein weiterhin bei Lotto Hamburg aufgeben. Jetzt kam auch von dort die News: „Wir stelle Sie automatisch auf Tipp24.com [Anm.: eine britische Ltd.!] um.“ – ganz ehrlich, bei einer englischen Limited wil ich sicherlich nicht Lott spielen. Erst recht nicht, wenn dann im Gewinnfall womöglich der Staatsanwalt den Gewinn konfisziert, wegen illegalem Glückspiel …
    Aber es gibt Trost: Wenn ich’s richtig verstehe, dann kann man sich bei Lotto eine Kundenkarte holen (führt dazu, dass Gewinne automatisch auf Konto überwiesen werden; also nix zur Lottobude rennen, um 3,50 Euro für eine Richtige in Spiel 77 abzuholen) und außerdem ein Abo abschließen – also offenbar einmal Kreuzchen machen und dann einfach alle 6 Wochen den Dauerschein vom Konto abbuchen lassen.
    Nur muss mir dann mal jemand erklären, wo da der Unterschied ist zu dem, was ich bisher bei Tipp24 gemacht habe – es gibt nämlich keinen Unterschied! Wo da jetzt der Vorteil bei der Suchtbekämpfung sein soll, ist mir ein absolutes Rätsel.

  3. Auch ich werde trotz Lotto-Verbot im Internet ein Lotto-Junkie bleiben: 5 Reihen als Dauerschein, kein Spiel 77, keine Super 6.

    Politiker muss man zum Glück nicht verstehen – man darf sie bloß nicht wiederwählen.

  4. Irgendwie ist es schon sehr seltsam, auf der einen Seite wird viel für die Umwelt getan. Grüner Punkt und Abwrackprämie, allerdings verstehe ich nicht weswegen es kein Online-Lotto mehr geben soll. Leider schaff ich es meist nicht Lotto zu spielen und fahre dann insgesamt 20 Kilometer um Lotto zu spielen. Da freut sich der Staat, wenn man Lotto-spielen vergißt. Man nimmt sein Auto, verfährt unnötig Spirt ( das Steuer-Säckl wird voll), die Spielgebühren und Steuern bleiben in Good-OLD-Germany.
    Der Staat denkt mit, allerdings gibt es Menschen, die nicht ohne weiteres aufstehen können und zur nächsten Lottostelle gehen können, weil kein Auto, gesundheitlich an Wohnung gebunden etc.
    Ich denke mal, dass demnächst irgend so eine beknackte EU-Kommission feststellt, dass durch Biergärten die Trinksucht gefördert wird und das gesellschaftliche Vergnügen. Erst wird die Biersteuer nach oben gesetzt und zusätzlich Vergnügungssteuer verlangt und dann wenn der Staat seine Schulden in schöne Geldreserven umgewandelt hat, dann werden die Biergärten geschlossen. Wieso, ach da hatte wohl mal jemand gesagt, dass Biergärten die Trinksucht steigern.
    Zigarette zum Kaffee soll auch ein besonderes Vergnügen sein, nur gut, dass ich nicht rauche, denn sonst müsste ich 3xmal steuern zahlen, auf den Kaffee, auf die Zigarette und auf das beschissene Vergnügen, dass man dabei hat.
    Aber das größte Problem bekommt die Gesellschaft nicht in den Griff. Die Bildung!!! Viele hoffnungslose Jugendliche tummeln sich vor billigen Biershop´s und Discounterketten und saufen mittags schon ALK. Gebt der Jugend Hoffnung auf Arbeit, auf gesellschaftliches Leben.
    Perspektivlose Menschen sind nicht einfach zu was zu bewegen, z.B. ein Lächeln abzugewinnen. Gebt allen Menschen ein Lächeln.

    So nach den paar Zeilen hoffe ich, dass ich den Leser nicht verwirrt habe und wünsche noch einen schönen Sonntag.

  5. Hi, die Sache hat doch auch was Gutes: alle, die verborgen hinter Ihren Rechnern sitzen und tagaus tagein unsichtbar bleiben, müssen auf die
    Strasse, zu ihrem Mißvergnügen, aber für ihre Gesundheit. Oder soll die
    Allgemeinheit die Generation Internet-Babys (gern mit Bommelmützchen
    und Schlafanzug-Oberteil-Sweat-shirt) die aufgrund von Unbeweglichkeit frühzeitig altern etwa 30-40 Jahre päppeln? Ich bin sofort für die Wieder-Einführung des Internet-Lottos, unter einer Bedingung:alle Ärzte dürfen eine Überweisung ausstellen für alle Dauer-User direkt ins Altenheim. Da gibts dann alles online. Sogar den Bildschirm kann man ablecken, wenn die schöne Fruchtsauce erscheint. Ist so ähnlich wie mit dem Sex. Ihr wißt schon. Liebe Grüße!

  6. Glücksspiel ist im Grunde genommen so oder so erstmal abzulehnen.
    Ob es im Internet stattfindet oder im realen Leben ist bei meiner Bewertung der Sachlage erstmal unerheblich.

  7. Mir stinkt die Gängelei und Bevormundung in fast allen Bereichen des Lebens dermaßen, dass ich mir die Mauer wieder her wünsche. Aber nun zum Thema: für mich sind die angeblichen Gründe auch nur fadenscheinig. Wenn ein Superjackpot (28 und mehr Mille) anstand, habe ich neben meinen 3 Dauerschein (3×12 Tipps) bei Tipp24 noch für 1000,- € in verschiedenen Annahmestellen im Ort gespielt. Von meiner Gewinnausbeutung will ich lieber nicht sprechen aber wenn ich mein gesamtes Geld verzocken will dann bekomme ich das auch mit Verbot durch unsere Politik hin. Bei Tipp24.com habe ich mein Abo gekündigt. Dafür mit Lotto Hessen Kontakt aufgenommen um dort einen Dauerschein (ohne lästige Wege zur Lottobude) einzurichten.
    Abschließend: die wahren Gründe werden wir nicht erfahren oder verstehen, genauso wenig die Rechtschreibreform um das Jahr 1995.
    Allen Lottospielern wünsche ich viel Glück!!!

  8. Habe mich auch schon mehrfach geäußert, ich kam zum Inet Lotto, weil mein Vater(schwerbehindert) schon seit 38 Jahren tippt. So konnte ich ihm seinen Spaß weiterhin lassen, ohne je in Sorge zu geraten, das ich die Abgabe oder Erneuerung des Dauerscheines mal versäume. Die nächste Annahmestelle ist 7 km vom Ort entfernt. Steh ich dort in einer Menschenschlange, komm ich viel eher in Versuchung auch noch Lose zu kaufen, was ich im Inet nie mache. Da tipp ich für mich selbst ab und an, nie mehr als 4 Kästchen und meines Vaters Dauerschein läuft. Wieviel wird dieser Streit wohl kosten, ich frag mich echt, was das soll. Deutschland macht langsam keinen Spaß mehr. Überall wird man fgegängelt, dass es schöner nicht mehr geht!

  9. Schutz vor Spielsucht? Seit wann kümmert sich der Staat um seine Bürger wenn es Geld abzusammeln gilt? Es geht doch nur darum, das die Lottogesellschaft auf die Bundesländer gesplittet wurden, um die Einnahmen gemäß der Teilnahme auf die Bundesländer aufzuteilen. Beim Internet geht das aber nicht so schön, da die annehmende Firma, zB Tipp24, in Hamburg saß (Dank der Gesetzesänderung wurden über 90 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit geschickt) , die Überschüsse dann dort abgibt. Das stört natürlich die Bayern, Sachsen, Hessen usw wenn Spieler aus anderen Bundesländer die Einnahmen nach Hamburg abgeben.
    Es geht ums Geld und nur ums Geld um was denn sonst ?

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