James Bond: 4:3 Letterbox zu 16:9

DVB-Aufnahmen in 4:3 Letterbox (*.mpg) mit kostenloser Softeware ins 16:9-Format umwandeln.

Gestern lief auf der ARD mal wieder der siebte und letzte James-Bond-Film mit Roger Moore, „Im Angesicht des Todes“ (Originaltitel: „View To A Kill“) aus dem Jahr 1985, mit Grace Jones und Christopher Walken als Gegenspielern. Digital über Satellit zwar in 2-Kanal Dolby Stereo, aber leider nur 4:3 Letterbox.

Kein Problem – selbst ist der Mann. Im Folgenden erkläre ich euch, wie ich den Film ausschließlich mit Freeware-Programmen ins 16:9-Format umgewandelt habe. Ausgangsmaterial ist eine MPEG-2-Datei (*.mpg), die mir meine Fernsehkarte fabriziert hat.

Man nehme… folgende kostenlose Windows-Tools in der jeweils aktuellen Version:

Ich höre ein Stöhnen? Nee, geht alles wirklich ganz easy und schnell, nämlich so:

1. Mit PVAStrumento wird die MPEG-2-Datei DVD-konform bereinigt und in Video- und Audio-Strom getrennt:

Als Input-Stream wird die MPEG-2-Datei ausgewählt, nach Klick auf „demux“ wählt man unter „Basename“ das Zielverzeichnis aus und klickt auf „start“. Ergebnis ist eine mpv- und eine ac3-Datei:

2. Mit Cuttermaran legt man Anfang und Ende des Films fest, um Überflüssiges wegzuschneiden („Dieser Film wird/wurde ihnen präsentiert von…“):

mpv-Datei (siehe 1) öffnen, zum Anfang spulen, „Start“ drücken, zum Ende spulen, „Ende“ drücken, mit Klick auf das Plus-Zeichen den Film in die Schnittliste stellen, auf das Scheren-Symbol klicken, „Ausgabepfad“ (Zielverzeichnis) auswählen und auf „Schneiden“ klicken. Ergebnis ist wiederum eine mpv- und eine ac3-Datei, Cuttermaran hängt an den Dateinamen jeweils ein „_cut“ dran.

3. DGIndex starten, die geschnittene mpv-Datei (siehe 2) öffnen (über „File“, „open“, „OK“), und speichern („File“, „Save Project“). Ergebnis ist eine d2v-Datei.

4. PARanoia starten und die d2v-Datei (siehe 3) öffnen (über „Source“, „Open avi-capture or d2v file“). Der Film läuft automatisch los und wird mit „Pause“ gestoppt. Bei Resizing „PAL 704 x 576“ auswählen, „Nonanamorph to Anamorph“ ankreuzen. X-Pos auf 0, Width auf 720 stehen lassen. Mit Y-Pos wird der obere Rand festgelegt, mit Height der untere Rand.

Die Ränder lassen sich mit den Hoch-/Runter-Tasten milimetergenau einstellen. Dazu wähl ich mit dem Schieberegler eine besonders helle Stelle im Film aus. Das Ergebnis kann man per Hin- und Herschieben im Film kontrollieren, gegebenenfalls justiert man an anderen Filmstellen nochmal nach, bis man sicher ist, nichts mehr vom schwarzen Rand oben und unten erwischt zu haben. Links und rechts sind mir wurscht, da mein Röhrenfernseher den Rand eh abschneidet. Overscan heißt das.

PARanoia
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In PARanoia unter „Configure Avisynth Commands“ auf „Use Resizer“ klicken und „LanczosResize“ auswählen. Dann auf „Avisynth Script“ und „Show/Preview/Safe Script“ klicken. In der angezeigten Textzeile, die mit „Addborders“ beginnt, die beiden Nullen durch zwei Achten ersetzen und (Tschuldigung, böser Fehler – damit wäre das Video nicht mehr DVD-konform. Wer einen 8 Pixel breiten Rand ums Bild setzen möchte, um Overscan-technisch auf der sichereren Seite zu sein, stellt in PARanoia den „Overscan Factor“ von 0 auf 1. Anschließend stimmts aber wieder:) mit „Safe Script“ das Script abspeichern. Ergebnis ist eine avs-Datei.

5. Die HCgui-Exe des HC Encoder per Doppelklick starten, bei „input“ die avs-Datei (siehe 4) öffnen, bei „output“ und „log“ das Ziellaufwerk auswählen. Bei „profile“ markiere ich „Best“, bei „aspect ratio“ markiere ich „16:9“. Auf „encode“ klicken und den Rechner rechnen lassen. Eventuell über Nacht. Das Kodieren dauert nämlich ein bißchen. Ergebnis ist eine m2v-Datei.

6. ImagoMPEG-Muxer starten, bei „Select Video Source“ die m2v-Datei (siehe 5) auswählen, bei „Add Audio Source“ die ac3-Datei (siehe 2) auswählen, bei „Select Output Path“ das Zielverzeichnis festlegen. Anschließend auf „Multiplex!“ klicken, abwarten – fertig ist eine DVD-konforme MPEG-2-Datei. Wie man daraus eine abspielbare DVD brennt, ist ein anderes Kapitel. Erklär ich gern ein anderes Mal.

Und? War doch gar nicht schwer, oder? Bei den diversen Einstellungen kann man gerne ein bißchen experimentieren oder geteilter Meinung sein. Ich lerne gerne etwas dazu. So wie ich es beschrieben habe, klappt es zumindest bei mir – und mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden. Für Fragen, Anmerkungen und unsittliche Anträge benutzt bitte wie gewohnt das Kommentar-Feld unten.