Kirchenaustritt – Folge 1: Beim Amtsgericht

Kirchenaustritt – eine Anleitung

Heute war ich (evangelisch, ledig, Nordrhein-Westfalen) beim zuständigen Amtsgericht, um meinen Kirchenaustritt in die Wege zu leiten. Das ist wohl das Schwierigste beim Kirchenaustritt: Herauszufinden, welches Amtsgericht für einen zuständig ist. Ein Blick auf die Homepage der Heimatgemeinde sollte einem dabei helfen, ansonsten mal beim nächsten Amtsgericht, Einwohnermeldeamt oder Bürgerzentrum anfragen.

Zuerst habe ich bei der Gerichtskasse, die zum Glück im selben Gebäude war, 30 Euro in 3 Justizkostenmarken a 10 Euro eingetauscht. Die sehen aus wie Briefmarken: Motiv (ohne Lesebrille für mich schwer zu erkennen, ich glaub ein stilisierter Pumakopf, ganz in blau gehalten), Jahreszahl (2005 oder 2006) und Wertangabe.

Auf zum zuständigen Sachbearbeiter. Der fragt mich – ganz emotionslos, eventuell ein bekennender Atheist? – nach Religion und Personalausweis, den ich ihm rüberreiche. Zwei Minuten Kampf mit dem Computer, dann werden diverse Formulare ausgedruckt. Auf eins davon werden die Justizkostenmarken geklebt, ein anderes, mit meinen persönlichen Daten drauf, unterschreibe ich. „In drei, vier Wochen erhalten Sie eine Bescheinigung per Post. Die müssen Sie zusammen mit ihrer Lohnsteuerkarte beim Einwohnermeldeamt vorlegen“, werde ich aufgeklärt. Alles klar, vielen Dank, Tschö!

Fassen wir nochmal zusammen: Für den Kirchenaustritt benötigte ich…

  • das zuständige Amtsgericht
  • 30 Euro in bar
  • einen gültigen Personalausweis

Da die persönlichen Voraussetzungen unterschiedlich sind (Religion, Familienstand, Wohnort), empfehle ich euch die informative Seite www.kirchenaustritt.de.

In Folge 2, die in drei, vier Wochen erscheint, erzähle ich euch, wies weitergeht.

In Folge 3 nenne ich euch die Gründe für meinen Kirchenaustritt, hier nur in Kürze: schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis, mangelhafte Informationspolitik, lächerliches Club-Magazin.

Bis dahin: Grüßt Gott, falls ihr ihn trefft! :-D