Konsumtrottel von heute gestalten das Fernsehen von morgen

Neulich bin ich über die Anzeige in einem lokalen Käseblättchen gestolpert: „Gestalten Sie das Fernsehen von morgen!“, hieß es da. Das lass ich mir doch nicht zweimal sagen: Angerufen und mitgemacht! Die nette Dame am anderen Ende der Leitung erklärt mir die Sachlage: Ich bekomme einen Apparat zugeschickt, der, mit meinem TV-Gerät verbunden, meine Fernsehgewohnheiten misst und über den mir ab und an Sendungen zugespielt werden, die noch nicht im Fernsehen laufen. Eine kleine finanzielle Vergütung gibt es obendrein. – Wie geil ist das denn?

Fernseher von gestern gestalten das Fernsehen von morgenEhrlich wie ich bin, gebe ich zu bedenken, dass ich ungefähr die Hälfte meines Fernsehkonsums per Computer erledige. – Ach was! Sowas gibts? Das Fräulein verabschiedet sich kurz, um eine besser bezahlte Meinung einzuholen. Nein, das täte ihr leid, dann käme ich für das Projekt nicht in Frage. – Ja super! Das nenn ich mal fortschrittlich! Also bestimmen ewgiggestrige Konsumtrottel von heute mit Fernsehgewohnheiten aus dem letzten Jahrtausend das Fernsehprogramm von morgen. Für die Zukunft des Fernsehens sehe ich schwarz. Oder mit anderen Worten: Morgen, Kinder, wirds was geben!