LEBENSCHECK.COM – Achtung, Abzocke!

Gerade habe ich eine E-Mail von Stefan Fischer aus dem Entwicklungsteam von LEBENSCHECK.COM bekommen:

Ich sei „eine der ersten Personen, die diesen Test durchführen können, denn noch nicht lange besteht die Möglichkeit für die Öffentlichkeit an diesem Test teilzunehmen.“

Stefan Fischer aus dem Entwicklungsteam von LEBENSCHECK.COM schreibt unter anderem: „Neue medizinische Erkenntnisse verraten Ihnen nun, wie alt Sie werden und das ganze dauert nur wenige Minuten. Beginnen Sie jetzt, denn Ihre Zeit ist kostbar und Sie sollten keine Minute davon verlieren.“

Ja toll, das gucke ich mir doch mal genauer an. Komisch, auf meinem 19-Zoll-Monitor mit einer relativ hohen Auflösung von immerhin 1280 x 1024 Pixeln steht in dezentem Graublau ganz unten auf der Seite, am untersten Bildschirmrand, in der allerletzten Zeile, dass mich der Spaß insgesamt 198 Euro kostet, nämlich „einmalig 99,00 Euro pro Test/Halbjahr bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr“.

LEBENSCHECK.COM - Achtung, Abzocke!

Hmm… Wenn das Ganze tatsächlich nur wenige Minuten dauert und ich einmal und endgültig wissenschaftlich nachgewiesen bekommen habe, wie alt ich werde – warum sollte ich den Tests dann zweimal absolvieren? Ist die in der E-Mail von Stefan Fischer erwähnte wissenschaftliche Methode vielleicht doch nicht ganz so wissenschaftlich, wie er mir glauben machen will?

Nein, die Lösung ist viel einfacher:

LEBENSCHECK.COM WILL MICH UM 198 EURO BESCHEISSEN!!!

Von wegen „eine der ersten Personen, die diesen Test durchführen können“ – die Seite existiert laut WaybackMachine seit mindestens 7 Monaten und gehört laut Alexa.com erschreckenderweise zu den 3000 bestbesuchten Seiten in Deutschland.

Und wenn man davon ausgeht, dass rund 70% der Internet-Nutzer mit einer kleineren Bildschirmauflösung als 1280 x 1024 unterwegs sind, lesen viele die letzte Zeile, in der der Wucherpreis von 198 Euro versteckt ist, vermutlich gar nicht.

Schade, dass die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft solche Abo-Fallen für legitim hält. Ich würde die Gauner, die hinter LEBENSCHECK.COM und ähnlichen Angeboten stecken, gerne hinter Gittern sehen.

Externer Link:

Update! 10.04.2008

Da ich in mehreren Artikeln von „Alter Falter!“ über Abzocke im Internet berichte, verteilen sich häufig gleichlautende Fragen und Tipps zum Thema auf entsprechend vielen verschiedenen Seiten. Ich möchte das Ganze jetzt auf einer zentralen Seite von „Alter Falter!“ bündeln, nämlich hier: „Abzocke im Internet: Was tun? Tipps und Links für Betroffene„.

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