Neue Schnapsidee: Altersgrenzen für Internetseiten

Nachdem CDU und SPD letzte Woche das Gesetz zur Sperrung missliebiger Internetseiten verabschiedet und sich damit für mündige Internet-Nutzer endgültig disqualifiziert haben, scheinen die Dämme für weitere Schnapsideen gebrochen.

CDU-Minister Armin Laschet fordert allen Ernstes Altersgrenzen für Internetseiten. Diese Altersgrenzen sollten durch eine unabhängige Stelle festgelegt werden, wenn die Anbieter der Internetseiten das nicht selbst tun. (Quelle: DerWesten)

Bei rund 1,5 Millionen neuer Internetseiten pro Tag ein Job mit Zukunft, würde ich sagen. Als unabhängige Stelle schlage ich das BKA vor. Ich denke da vor allen Dingen an die armen Polizisten, die sich jetzt den ganzen Tag lang Kinderpornografie anschauen müssen – Zensursula sei Dank!

Etwas Wahres hat Internet-Analphabet Armin Laschet allerdings auch gesagt:

Nur auf einer solchen Grundlage ist vernünftiger Jugendme­dienschutz, der diesen Namen auch verdient, im Internet möglich.

Das heißt nämlich im Klartext: Wirksamer Jugendschutz und Internet schließen sich aus.

Ich plädiere übrigens für Erwachsenenschutz vor blödsinnigen Politikeraussagen. Ich kann mir das allerdings auch erlauben. Ich kandidiere schließlich nicht für den Bundestag oder sonst ein politisches Amt.

4 Gedanken zu „Neue Schnapsidee: Altersgrenzen für Internetseiten“

  1. Denn sie wissen nicht was sie reden…
    Aber warte mal ab, es kommt noch die Zeit, da kommt man nur noch mit Fingerabdruck-Authentifizierung uneingeschränkt ins Internet. Oder wenn es kein Fingerabdruck zur eindeutigen Kennung ist, dann wird es ein anderes Werkzeug sein.

  2. Mich würde mal interessieren, ob Herr Laschet auch selber das Internet nutzt. Und wenn ja, wie diese Nutzung aussieht.

    Die Idee an sich ist in der Krise doch der Renner. Damit kann man locker mal 100.000 Arbeitsplätze schaffen. 😉 Und um diese Altergrenzen zu bezahlen, kann der Staat ja schnell noch ne Milliarde Schulden aufnehmen.

    Wir haben es eben nicht mehr weit zur Bunderepublik China.

  3. Schutz vor blödsinnigen Politikeraussagen wäre wirklich angebracht. Ich denke allerdings, dass der werte Herr bei seiner Aussage auch auf die kommenden Wahlen schielt. Der Vorschlag wird sich m.E. allerdings kaum durchsetzen, wie du schon gesagt hast wäre eine Überprüfung aller Seiten unmöglich. Oder der Staat muss neue Webseiten erst freischalten, falls diese neu aufgemacht werden. Naja … vllt. ist das doch eine zu düstere Zukunftsprognose. 😉

  4. Da kommen 3 Sachen zusammen:

    1. Wahl
    2. Sommerloch
    3. parlamentarische Sommerpause

    Aus diesem Grund stürzen sich Reporter auf jeden der halbwegs wie ein Politiker aussieht und interviewen den. Nun muss der nur noch eine medienwirksame Idee formulieren, die seinem Image nicht all zu sehr schadet, und ihn nicht völlig als Idiot da stehen lässt. Und schon kommen auch Hinterbänkler mal in die Schlagzeilen.

    In diesem Sinne: don´t feed the trolls 😉

Kommentare sind geschlossen.