OMD 2007: Schindlers Liste

Ich war heute auf einen Sprung in Düsseldorf, auf der Messe für Online-Marketing. Großes Gedränge und Geschiebe in den Gängen, wie üblich zu solchen Anlässen. Unüblich hoch war nur die Anzahl der Hornochsen, die wegen klingelndem Handy mitten im Geschiebe stehenblieben. Einfach nicht multitaskingfähig die Leute. Aber eine Messe für Online-Marketing besuchen. Ja nee, is klar.

Hallenplan statt Sehtest

Eigentlich hatte ich vor, schnell mal bei einem Ex-Kollegen vorbeizugucken, der heute für einen Suchmaschinen-Optimierer arbeitet. Leider war der Hallenplan ohne Lesebrile nicht zu entziffern, was mir ein paar Ehrenrunden durch die Messehalle bescherte. Hinweisschilder am Hallenrand wären eine prima Hilfe gewesen – aber für die Veranstalter einer solch modernen Messe sicher einen Tick zu old fashioned und damit überflüssig.

Neues aus Absurdistan

Auf der Suche nach optischen Absurditäten bin ich schnell fündig geworden: Ein nur in Unterhose bekleideter, blau bemalter Mann lässt sich irgendein Firmenlogo auf den Oberschenkel sprühen. Digicam raus und – kein Akku drin. Kann passieren.

Wie man Frauen abblitzen lässt

Schade, eigentlich wollte ich auch ein paar hübsche Hostessen fotografieren. Die kamen pflichtgemäß in Scharen angesummt und wollten mir lauter Zeugs verkaufen, das ich erstens nicht brauche und zweitens wahrscheinlich gar nicht bezahlen könnte. E-Mail-Marketing zum Beispiel. Meine faule Ausrede, ich sei nur ein Privatblogger, ließ sie gewünscht schnell Abstand nehmen.

Pickelträger in Nadelstreifen

Zum Flirten also ein denkbar ungeeigneter Satz. Warum habe ich nicht den hochwichtigen Geschäftsmann raushängen lassen? So wie die 18- bis 25-jährigen pickeligen Jungs, die in Anzug und Krawatte ihre jeweiligen Stände repräsentierten? Naja, dass Online-Werbemenschen kein Gespür für Offline-Marketing haben, hatte ich ja bereits festgestellt.

Der Kongress plaudert

Tatsächlich interessant weil professionell waren die Vorträge und Diskussionen im „Kongress“ getauften Hallenabschnitt. Moderiert wurde die Show von RTL-Plaudertasche Wolfram Kons, der jede einzelne Silbe so übertrieben betont, dass ich ihm gerne zuhöre. Nur Nachrichten würde ich ihn nicht lesen lassen.

11 Mythen, 1 Antwort

Philipp Schindler, Google-Chief of Dingsdabums, präsentierte seine Liste der 11 Mythen rund ums Online-Marketing, die so spannend und überzeugend waren, dass ich sie größtenteils schon wieder vergessen habe, und die sich auch in einem einzigen Satz zusammenfassen lassen: Leute, kauft mehr Google-Werbung!

Mal gucken, ob ich morgen nochmal rüber mach. Mit vollem Akku.

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7 Gedanken zu „OMD 2007: Schindlers Liste“

  1. Hey Stefan, schade das wir uns auf der OMD nicht getroffen haben. Leider war bei mir auch ein Akku leer, der von meinem Handy nämlich.
    Die Keynote vom Schindler wollte ich eigentlich auch sehen. Dumm war nur, dass ich zu der Zeit ein Interview mit den Geschäftsführer von Orange Media hatte, was aber auch ganz interessant für mich war.

  2. Ja, wirklich schade. Ich hätte dich gerne live in Action gesehen. Mach doch ruhig ein bisschen Werbung für dich:

    Zur Zeit sind 3 von Baynados Video-Interviews auf der Startseite von YiGG zu sehen.

    Aber das kann ja bekanntlich schnell vorbei sein. Einer meiner Artikel war heute glaub ich mal für 10 Minuten auf der Frontpage – bevor er von den von mir geYiGGten Baynado-Videos verdrängt wurde. 😉

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