Online-Banking: Lizenz zum Gelddrucken?

Wenn ein Kunde Online-Banking über einen mit Schadprogrammen verseuchten Rechner tätigte und seine persönlichen Zugangsdaten, PIN und TANs etwa, unabsichtlich einem Hacker übermittelte, war es bislang so, dass der Kunde für den daraus resultierenden Schaden verantwortlich war. Klare Kiste.

Wie der SPIEGEL SPIEGEL heute berichtet, sind jetzt aber die Banken die Dummen: „Nach einem Urteil des Amtsgerichts Wiesloch (Az4C57/08) haften die Banken für Schäden, die durch das unerlaubte Abfangen vertraulicher Daten – sogenanntes Phishing – entstehen.“

Also schnell den eigenen Rechner mit Trojanern wie Keyloggern und Hijackern vollkloppen, dem bösen Buben seines Vertrauens die eigenen Zugangsdaten fürs Online-Banking übergeben und sein Konto leerräumen lassen. Das Geld gibts dann von der Bank zurück.

Ganz schön verrückt! Würde mich zwar schwer erstauen, wenn dieses Fehlurteil tatsächlich rechtskräftig werden sollte. Aber bei der äußerst kreativen Internet-Rechtsprechung in Deutschland halte ich das gar nicht mal für ausgeschlossen.