Online Marketing Düsseldorf 2008 (OMD)

Einmal im Jahr findet die OMD in Düsseldorf statt, nach eigenem Bekunden Die Leitmesse für digitales Marketing. Ähnlich häufig zerschieße ich mir das WordPress-Theme für mein Blog Alter Falter!

Wenn beides zur gleichen Zeit passiert, ist das weniger schön. Ich kann dann ja schlecht zu den Ausstellern gehen und sagen: „Wollen Sie nicht auf dieser großartigen Seite werben? – Ach, gerade kaputt, aber schauen Sie doch morgen nochmal vorbei.“

So etwas kann sich nur ein artfremder Branchenriese wie Warner Music erlauben, der mit einem komplett mißglückten Messestand auf der OMD vertreten war: Klein. muffig und nur mit fünf bis sechs ollen Kamellen am Start, unter anderem mit dem „neuen“ Album von James Blunt, das ziemlich genau 365 Tage vorher auf den Markt gekommen ist.


Kiki begutachtet den neuen Jahrgang Fahrstuhlmusik

Zumindest haben sich die Aussteller meine Kritik vom letzten Jahr zu Herzen genommen und ihre pickeligen Azubis diesmal nicht als Business-Men verkleidet an die Front geschickt sondern hübsche bis sehr hübsche Frauen bis Mädchen, die in erster Linie dumm dastanden und einem in Straßenstrich-Manier zuzwinkerten oder Reklame in die Hand drückten. Das Anfang September vom Europaparlament beschlossene Gesetz gegen sexistische Werbung kam für die Aussteller der OMD offensichtlich ein Stück weit zu spät.


Textlink-Fachsimpeleien bei einer guten Tasse Kaffee

Mit zerschossenem Blog hatte ich auf der OMD eigentlich nicht viel zu suchen. Ich hätte bei teliad mal nachhören können, weshalb sie es nicht gebacken kriegen, meine vergleichsweise preiswerten Textlinks zu verhökern. Oder bei TradeDoubler um Rat fragen, wie man deren Code einbaut – falls man ihn denn findet. Oder Kugelschreiber sammeln.

Zu all dem hatte ich aber keine rechte Lust und so heftete ich mich auf die Spuren von Kiki, der auf der Suche nach neuen Ideen und Werbepartnern für sein Musik-Blog Musiktipps24.com die Hallen durchstreifte. Mit gemischtem Erfolg. Schon traurig beispielsweise, wenn man einem Anbieter von Textlinks das Produkt Text-Highlighting der Konkurrenz erklären muss.


Die Prominenz unter sich: Baynado, der Seonaut und Kiki

Gefreut hatte ich mich auf den Vortrag Chancen mit Blogs im Digitalen Marketing. Leider erwies sich die Veranstaltung als reine Selbstdarstellung der Panel-Teinehmer.

Twingly etwa, die nach eigen Worten spamfreie Blogsuche, durfte ein Feature vorstellen, das in Deutschland in absehbarer Zeit gar nicht angeboten wird. Baynado berichtet darüber. Apropos Spamfrei und Blogs – erinnert mich an Hangar 18 von Megadeth: „Military Intelligence – Two words combined that can’t make sense“.


Baynado interviewt Kiki für Radio4SEO

Die einzige nützliche Information, die ich der Veranstaltung entnommen habe, ist die, dass ein Blog erst ab 100.000 Uniques im Monat, also eindeutigen Besuchern, für die Werbebranche interessant wird. Ein Panel-Teilnehmer schnürt zu diesem Zweck viele kleinere Blogs zu einem Werbe-Paket zusammen.

Huhu, Werbebranche! Alter Falter! hatte die letzten 30 Tage 106.661 absolut eindeutige Besucher.

Der überdimensionierte Kicker symbolisiert die OMD für mich aufs Vortrefflichste: Groß, auf den ersten Blick beeindruckend, teuer (wenn ich nicht direkt um die Ecke wohnen würde) – aber im Grunde nicht wirklich zu gebrauchen.


Die OMD für Blogger: Groß, imposant, teuer – aber nicht wirklich zu gebrauchen

Baynados Interview mit Kiki und dem missgelaunten Alten Falter! findet ihr übrigens im OMD-Podcast vom Seonauten auf Radio4SEO.

Fürs nächste Jahr erhoffe ich mir von der OMD ein paar interessante Vorträge – ohne Werbung für die Vortragenden als alleinigem Selbstzweck. Zutrauen tu ich den Werbefuzzis das zwar nicht, aber wünschen wird man sich das ja noch dürfen.

4 Gedanken zu „Online Marketing Düsseldorf 2008 (OMD)“

  1. Wo ich mich da so rumflanieren sehe auf der OMD, da deucht mir, dass ich mich mal wieder hätte rasieren können…

    Nun ja…cooler Artikel, gibt genau unser feeling der OMD wieder. Und: Die Mädels waren allesamt interessanter als JEDER Stand.

  2. Bei Teliad hätte ich auch glatt‘ weg noch eine Diskussion über die neue Gebührenstruktur angefangen. Die hat bei mir einen guten Teil der Einnahmen wegbrechen lassen; ich hätte wohl meine Preise nach unten korrigieren müssen um die Linkbuchungen beibehalten zu können…

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