Oscar für toten Joker

Jetzt ist es also tatsächlich passiert: Der tote Heath Ledger hat heute den Oscar für die Rolle des Jokers im letzten Batman-Film bekommen. Nicht, dass ich ihm das nicht gönne. Er spielt den ekeligen, sabbernden, sadistischen Freak ja wirklich gut. Problematisch finde ich bloß, dass Oscars auch für miese Filme vergeben werden.

Genau: Ich bin derjenige, der The Dark Knight nicht viel abgewinnen kann. Mittelprächtige Special Effects und eine trostlose Story. Gotham City im Griff des Terrors. Die Polizei ist machtlos. Auch im Knast zieht der Joker die Fäden. Und Batman ist ständig zur falschen Zeit am falschen Platz. Der Film könnte eigentlich auch gut im heutigen Bagdad spielen.

Überhaupt Batman: Der private Batman ist mir viel zu hübsch, viel zu smart, viel zu geleckt – ein Schönling ohne Ecken und Kanten. Und Batman in seinem Karnevalkostüm ist im Grunde genauso ein Freak wie der Joker, wie seine Nachahmer zu Beginn des Filmes ja auch sehr schön demonstrieren: Einfach einen Gummianzug anziehen und Böse verkloppen – ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz.

Als Fan von Clint Eastwoods Dirty Harry habe ich eigentlich nichts gegen ein bisschen Selbstjustiz im Kino, aber für einen Superhelden-Film ist mir der neue Batman einfach nicht superheldig genug sondern zu nahe an der Realität.

Naja, es gibt Schlimmeres. Schwule Cowboys zum Beispiel.

Nachschlag:

Die Fünf Filmfreunde diskutieren darüber, ob posthume Oscars okay sind. Ich bin dagegen – nicht dass die Filmindustrie noch auf dumme Gedanken kommt.