Otto-Kunden und Juristen: Dreist und dumm

Otto, der Versandhändler, hatte auf seiner Internetseite die Apple-Notebooks Macbook Air und Macbook Pro im Wert von 1299 und 1699 Euro fälschlicherweise für je 49,95 Euro angeboten. Über 2500 Kunden bestellten mehr als 6500 dieser Geräte zum Schnäppchenpreis, bevor der Irrtum aufflog.

Otto entschuldigte sich ganz altmodisch per Brief für diese Auszeichnungspanne, schenkte jedem Besteller einen Gutschein über 100 Euro und verloste zusätzlich unter allen Bestellern 50 Notebooks.

Eine sehr noble und kostspielige Geste des Versandhändlers, wie ich finde. Schließlich weiß jeder halbwegs ungebildete Nicht-Jurist, dass versehentliche Preis-Fehlauszeichnungen vorkommen können und der Versand einer automatischen Bestellbestätigung noch keinen Kaufvertrag begründet.

Einige dumm-dreiste Otto-Kunden wollen die Apple-Notebooks jetzt tatsächlich trotzdem zum falschen Preis vor Gericht einklagen. Nun, solche Leute gibt es halt.

Wirklich erschreckend an dieser Meldung von Spiegel Online finde ich allerdings, dass sich Juristen uneinig darüber seien, "ob eine Klage echte Chancen hätte". Da frage ich mich, wie manche Leute ihr Jura-Studium absolviert haben und ob man denen ihre Lizenz zum Gelddrucken nicht wieder abnehmen kann.