Medion MD 96290: Pimp My Aldi-Notebook

Grundsätzlich bin ich über die Anschaffung des Aldi-Notebooks MD 96290 von Medion immer noch hochgradig erfreut: Fast 30% schneller beim Demuxen als mein Desktop-Rechner Dimension 8300 von Dell von vor zweieinhalb Jahren – ein Pentium 4 mit 3-GHz-Prozessor und 1 GB Arbeitsspeicher. Nur um mal ’ne Hausnummer in die Runde zu schmeißen.

Vista finde ich als langjähriger Windows-Nutzer sehr gewöhnungsbedürftig, aber das hat mit der Aldi-Konfiguration an sich ja wenig zu tun. Also zurück zum Thema, dem Medion MD 96290.

Festplatte/Partitionierung

Die Partitionierung der Festplatte gefällt mir nicht: 30 GB für den Festplattenabschnitt mit den Recovery-Daten, wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob ich das Notebook jemals wieder in seinen Ursprungszustand versetzen will – Ich denke: Nein! – und der ganze Rest fürs Betriebssystem und die Programme.

Auf meinem Desktop-Rechner hatte ich damals für Betriebssystem und Programme zwei separate Partitionen angelegt, wobei ich das mittlerweile nicht mehr für allzu schlau halte: Einige Programme speichern wichtige Daten auf der Betriebssystem-Partition, und wenn das Betriebssystem hopps geht, kann man eh alle Programme nochmal neu installieren.

Aber eine separate Partition für Daten halte ich nach wie vor für sehr sinnvoll, falls man sich die Betriebssystem-Partition mal zerschießt. Leider läßt sich die Betriebssystem-Partition des Aldi-Notebooks – Vista sei Dank! – nur um die Hälfte verkleinern. Rund 20 Gigabyte würde ich für Vista und Programme für angemessen halten – aber doch keine 60 Gigabyte! Alle diesbezüglich ergoogelten Tipps waren bislang leider für die Tonne: Auslagerungsdatei abschalten und löschen, Systemwiederherstellung abschalten, Computerbereinigung und Defragmentierer laufen lassen, im abgesicherten Modus starten. Hilft alles nichts. Stöhn!

Integrierte Webcam

Der erste Probelauf der integrierten Webcam war wenig vielversprechend: Das Mistding hat mehr Frames verloren als aufgezeichnet. Hier lohnt sich eventuell ein Blick in die Bedienungsanleitung – falls eine dabei ist.

Werbe-Müll

Man kann es Aldi nicht verdenken, dass sie mit ein paar eigenen Zusatzprogrammen und Weblinks ein bisschen Kleingeld in die offenbar leeren Kassen spülen wollen: Aldi-Fotoentwicklung, Aldi-Fotobuch, Aldi-Prepaid-Karte. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, was sie mir alles andrehen wollen, so schnell ist der Müll von meinem Rechner geflogen. Das kann mir Aldi als mündigem Computer-Nutzer aber ebensowenig verübeln.

Ausprobier-Software

Und dann die ganze Ausprobier-Software, die nach einer gewissen Zeit nur noch gegen Geld funktioniert. Weshalb soll ich drei Monate mit Microsoft-Office arbeiten, um im vierten Monat festzustellen, dass ich die angefertigten Dokumente so ohne weiteres gar nicht mehr nutzen kann? Dann doch lieber gleich ein kostenloses Konkurrenzprodukt mit fast identischem Funktionsumfang wie StarOffice 8 aus dem Google-Pack oder OpenOffice. Von einer Firewall oder einem Anti-Virenprogramm, die nach drei Monaten ihren Dienst verweigern, ganz zu schweigen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon alle zeitbeschränkten Programme eliminiert habe. Ich denke, da schlummern noch so einige Software-Zombies.

Integrierte Lautsprecher

Die integrierten Lautsprecher klingen gar nicht mal so blechern – aber ihr Volumen ist ein Witz. Gepflegte Zimmerlautstärke, mit der man auch im Altersheim nicht aneckt. Zum Musikhören müssen definitiv externe Lautsprecher her.

Grafikkarte/Display

Dass die Grafikkarte nichts für Hardcore-Gamer ist, war schon vor dem Kauf klar. Und ich hatte auch noch kein Bedürfnis, ein grafisch anspruchsvolles Spiel zu spielen, um das zu belegen. Zum Surfen, Musikhören und zur Videobearbeitung genügt mir das, was ich sehe. Schön, dass das Display nicht spiegelt.

Mein Nachrüstungsbeschluss

Ich bin erst drei Tage mit dem Aldi-Notebook zugange. Ganz interessant – zumindest für mich -, was für Programme ich für so unverzichtbar halte, dass ich sie bereits nachgerüstet habe.

Firewall: Zone Alarm – fahr ich seit Jahren gut mit, auch ohne Proxy-Konfiguration und anderem Gedöns

Anti-Viren-Programm: Avast – überwacht meinen kompletten Internet-Verkehr, inklusive reinkommender E-Mails. Die mit österreichischem Akzent gesprochenen Hinweise über neue Programm-Updates sind anfangs gut für den einen oder anderen Lacher, anschließend nerven sie ein bisschen

Anti-Spyware-Programm: Spybot Search & Destroy – falls Avast doch mal was übersieht oder großzügig durchwinkt, uneingeladene Spionage-Cookies zum Beispiel

Browser: Mozilla Firefox – alleine schon wegen dem unbezahlbaren Werbeblocker Adblock Plus

E-Mail-Programm: Mozilla Thunderbird – der eingebaute Junk-Filter ist lernfähig und kommt gut ohne zusätzlich erhältliche Blacklists-Add-Ons und ähnlichem aus

Audioplayer: Winamp – spielt alles ab, was ich so brauch. MP3s, FLACs und Wave-Dateien. Und für den kläglichen Rest gibt es ggf. die passenden Plugins

Videoplayer: Media Player Classic – spielt mit installierten ffdshow-Filtern sogar YouTubes Flash-Videos ab

Audio- und Videofilter: ffdshow (siehe Videoplayer)

Audio-CD-Ripper: Exact Audio Copy (mit integriertem free lossless audio codec FLAC) – um vom Zerfall bedrohte Audio-CDs in FLACs umzuwandeln und exakt und verlustfrei komprimiert auf Festplatte zu sichern

Audio-Konverter: BonkEnc (mit integriertem LAME-MP3-Kodierer) – um meine FLACs für unterwegs in MP3s umzuwandeln

Entpacker: IZarc – zum Entpacken von ACE-, RAR-. und ZIP-Dateien

Bildbetrachter: FastStone Image Viewer

Das soll fürs erste genügen. Fehlt was Wichtiges?

Ich halte die obigen Programmen für die jeweils Besten ihrer Art, freu mich aber jederzeit über andere Programm-Vorschläge. Die Geschmäcker sind zwar verschieden, aber es wäre ja traurig, wenn man andere gute Programme deswegen gar nicht erst zur Kenntnis nehmen und zumindest mal ausprobieren würde.

Fazit:

Das Medion-Notebook MD 96290 trägt mit seinem protzigen Titel „Multimedia-Notebook“ ein Stück weit zu dick auf: Ohne externe Lautsprecher knallt die Mucke einfach nicht genug. Aber dem kann man ja abhelfen.

Ordentlich aufgeräumt und mit passender Software bestückt kann man mit diesem Aldi-Schnäppchen glaub ich ganz zufrieden sein. Obs stimmt, wird sich im täglichen Umgang erweisen. Ich halte euch auf dem Laufenden.