Gefährder – mein Wort des Jahres 2007

Wer hat es erfunden? Keine Ahnung, gibts schon länger. Aber Wolfgang Schäuble macht es gerade mächtig populär.

In einem Spiegel-Interview denkt der Innenminister darüber nach, Gefährdern das Handy wegzunehmen, den Internetzugang zu sperren und sie zu kasernieren. – Ganz ehrlich? Solche Gedanken kommen mir auch hin und wieder – meist wenn ich im Bus zur Arbeit oder wieder nach Hause fahre.

Aber wo fängt man an? Ich schlage vor, bei Jugendlichen mit angedeutetem Irokesenschnitt und Pseudo-Militärklamotten im Tarnfarben-Stil, die im Bus laut telefonieren oder Musik hören: Alle einsammeln und für drei Monate in ein Sommercamp stecken – zum Beispiel in einem sicheren, befriedeten Gebiet von Afghanistan. Ich hätte meine Ruhe, und die Rotzlöffel hätten hinterher in der Disse was zu erzählen.

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Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten jetzt online

Leider nur Pi mal Daumen

Das Bundesverfassungsgericht hat vorgestern entschieden, dass die Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten veröffentlichungspflichtig sind und – schwupps! – kann man auf der Seite des Deutschen Bundestages darin stöbern.

Die Sache hat nur einen Haken: Aufgrund eines Drei-Stufen-Systems läßt sich nur grob erahnen, wieviel Einkünfte der einzelne Bundestagsabgeordnete tatsächlich erzielt hat.

Stufe 1: 1.000 bis 3.000 Euro
Stufe 2: 3.000 bis 7.000 Euro
Stufe 3: 7.000 Euro und mehr

Mich interessiert, wer sich dieses Stufenmodell ausgedacht hat und weshalb das Bundesverfassungsgericht es nicht einkassiert hat. Vermutlich alles Stufe-3-Verdiener. Bei der fälligen Nachbesserung des Gesetzes bitte gleich die konkreten Einkünfte veröffentlichungspflichtig machen – danke!

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