Postkarten kaufen bei der Post?

Ich war gerade auf der Post, um eine Postkarte zu kaufen.

Die Dame hinterm Schalter guckt mich an, als ob ich ihr ein unsittliches Angebot unterbreitet hätte: Mund und Augen weit aufgerissen – ich kenne  den Gesichtsausdruck.

Nach einer gefühlten Minute des Schweigens fragt sie: „Eine Postkarte?“

„Ja“, sage ich.

„Haben wir nicht“, sagt sie. „Gucken Sie mal hinten im Ständer. Ansonsten hätte ich noch einen Zehnerpack frankierte Postkarten ohne Motiv.“

„Den nehme ich.“

„Macht 5,20 Euro.“

Ich schlage ein und zahle.

Auf dem Weg nach draußen fällt mir auf, dass auf den Postkarten bloß jeweils 45 Cent Porto draufgedruckt sind. Plus das Wort „Pluskarte“. Das habe ich dann auch verstanden.

Das war das letzte Mal, dass ich bei der Post eine Postkarte gekauft habe. Pardon, zehn Postkarten. Wobei ich mit den restlichen neun Postkarten sicher noch ein paar Jahre auskommen werde.

Diese eine Postkarte, die ich heute gebraucht habe, war für jemanden Spezielles, der Einwurfeinschreiben durch einen Strohmann ungeöffnet zurückbringen lässt. Hat der Strohmann wenigstens was zu lesen.

Wobei: Postkarten sind in Zeiten der Abhörskandale ja angeblich das sicherste Kommunikationsmittel. Weil, was auf Postkarten steht, liest, bis auf den Empfänger, normalerweise kein Mensch.

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