Radar-Falle am Airport Weeze

Letzten Monat hole ich meinen Bruder vom Flughafen Weeze ab. 23 Uhr, stockfinstere Nacht, und es schüttet wie aus Eimern. Die Scheibenwischer sausen auf schnellster Stufe hin und her. Ich fahre von der Autobahn ab und nehme den Fuß vom Gas, um den Wagen auf Landstraßengeschwindigkeit zu drosseln.

Plötzlich pulsiert ein orangefarbener Feuerball am Himmel!

Flugzeugabsturz? Ein Meteorit? Die Atombombe?

Meine Netzhaut und ich benötigen ungefähr fünf Sekunden, um zu realisieren: Nichts dergleichen.

Die Nacht ist wieder rabenschwarz, die Blendwirkung nimmt langsam ab – und ich befinde mich mit meinem Wagen gottlob noch immer auf der Straße.

Gestern hatte ich Post im Briefkasten: 20 Euro Verwarnungsgeld wegen Geschwindigkeitsüberschreitung am 24.07.2009 um 22:57 Uhr in Kevelaer-Kervenheim.

Flugzeugabsturz? Meteorit? Atombombe? Die Radar-Falle am Airport Weeze.

Das ist nicht zu teuer für dieses unter abenteuerlichen Umständen entstandene Stunt-Foto. Ich überlege, ob ich mich beim Fotografen bedanken oder ihn vor Gericht zitieren soll. Ich hätte ja vor Schreck das Lenkrad auch verreißen und mir das Genick brechen können.

Witzigerweise wurde mein Bruder, der sich von unserer Mutter zwei Wochen vorher zum Flughafen bringen ließ, den Wagen aber selbst steuerte, an gleicher Stelle geblitzt. Für 10 Euro mehr.

Na, da kann ich mich ja nun wirklich nicht beklagen!