Recht so: Mindestlohn vernichtet Millionen-Arbeitsplätze

Schon komisch: Sobald man Briefträgern einen menschenwürdigen Lohn zahlt, hat die Deutsche Bundespost keine Konkurrenz mehr.

Wie bitte?

Die Pin AG und TNT, zwei Unternehmen, die der Post ursprünglich Paroli bieten wollten im milliardenschweren Privatpost-Geschäft, nehmen die Einführung des Mindestlohns im Post-Sektor zum Anlass, auf die Krokodils-Tränendrüse zu drücken: Tausende Mitarbeiter müssten entlassen werden – buhuhu! -, da hätte man sich wohl verkalkuliert.

Tja, wer so scheiße plant, der kann natürlich auch weniger Millionen-Arbeitsplätze finanzieren – nämlich die der Manager.

Das Thema Mindestlohn ist mir eigentlich ziemlich schnuppe. Aber die Diskussion darüber zeigt mal wieder sehr schön, was viel angebrachter wäre – nämlich ein Maximallohn für sogenannte Manager:

Leute, die zu blöd sind, anständig zu kalkulieren und in Amerika noch nicht mal Lokführer werden dürften, die sich hierzulande aber trotzdem ungestraft die Taschen vollstopfen.

Externer Link:

5 Gedanken zu „Recht so: Mindestlohn vernichtet Millionen-Arbeitsplätze“

  1. Nah, so ganz umfassend und weitsichtig überlegt hast du das nun auch wieder nicht. Hohe und zu hohe Löhne dahingestellt, es gibt kein Rütteln daran, dass Mindestlöhne Arbeitsplätze kosten.
    Ein klein wenig Wirtschaftskunde: Such mal nach dem Stichwort Marktpreis. Nun stell den Marktpreis (und alles was du dazu weisst) dem „Preis“ eines Postboten gleich, sozusagen was die Dienstleistung die der Bote erbringt, die Firma die ihn anstellt kostet. Ist der Marktpreis (sehr kurz: was der Bote gemäss Markt (also auch dir!) „wert“ ist) tiefer als der Mindestlohn, dann kostet dieser Mindestlohn genau so viele Arbeitsplätze (=Löhne=“Preis“) wie die Differenz zwischen „Preis“ und Mindestlohn gross ist. Man könnte die Arbeitplätze aber auch retten: Briefe wären dann einfach so viel teurer, wie die Differenz zwischen Preis und Mindestlohn gross ist. Aber das wiederum ist der Markt nicht bereit zu zahlen. Also der Markt will die Boten nicht entschädigen, weil sie ihm effektiv nicht mehr wert sind. Nun wähle…

  2. Noch ein Nachtrag: das von gerade eben ist natürlich sehr sehr sehr sehr vereinfacht, aber dem Faden nach ganz richtig.
    Und zu den Managern noch: die wollten nie Mindestlöhne, weil die wissen, dass der Kunde und damit der Markt nicht mehr zahlen will. Die haben also ganz richtig geplant, nur der Mindestlohn hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht… Warum: siehe oben…

  3. Nö, stimmt schon, komplett zu Ende gedacht habe ich das Thema Mindestlöhne noch nicht. Aber die Manager meiner Meinung nach auch nicht: Bei zu niedrigen Löhnen holen sich die Leute den Rest, den sie zum Leben brauchen, halt vom Staat. Ist das nicht eine ziemlich asoziale Kalkulation? Wie kann ich als Unternehmen denn eine Leistung anbieten wollen, von der ich im Voraus weiß, dass sie sich nicht rechnet, weil die Marktpreise das einfach nicht hergeben? Da könnte ja jeder kommen. Und dass Mindestlöhne per se Arbeitsplätze kosten, soll sich bei der Gebäudereinigungsbranche nicht bewahrheitet haben. Munkelt man.

  4. Der Hintergrund ist noch viel komplizierter. Ab 2008 fällt das Monopol der Post für Briefe bis 50 Gramm. Herr Zumwinkel hat durch geschickte Lobbyarbeit mit diesem Gesetz die lästige Konkurenz – noch bevor diese Konkurenz wirksam werden kann – abgeschüttelt. Nicht der Mindestlohn ist das Negative, sondern der Zeitpunkt, an dem das Gesetz wirksam wurde.
    Diese Thematik wird uns noch lange in Deutschland beschäftigen. Es kann nämlich nicht sein, dass jemand der Vollzeit arbeitet, nicht ausreichend und menschenwürdig davon leben kann.

  5. Irgendwie habe ich das Gefühl, in all den Debatten verdreht jeder alles so, wie es am besten passt. Wovon kaum noch jemand redet, ist wie bei Stundenlöhnen von 5Euro noch jemand die Binnenkonjunktur ankurbeln soll. Ein Millionenheer von 1Euro-Jobbern und Mindestlöhnern. Das bedeutet doch irgendwann das Ende einer Marktwirtschaft.
    Soviele Brötchen und Socken werden die Herren Breuer, Sinn und Hundt nicht kaufen und wovon sollen dann die vielen kleinen mittelständigen Unternehmen leben?
    Wir entwickeln langsam aber beständig eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Ein Beispiel: Augenoperationen: Da heisst es inzwischen oft privat oder Kasse. Und wer das Geld nicht hat, – Pech. Hätten sie mal in den Nachkriegsjahren mehr Geld auf die Hohe Kante gelegt.
    Ich finde diese Entwicklung bedenklich.

Kommentare sind geschlossen.