Logo aus MPG-Video entfernen

Der folgende Artikel ist sehr alt und ein Stück weit aufwändig. Einfacher ist das Entfernen eines Logos aus einem AVI-Video:

Logo aus AVI-Video entfernen

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In dem Artikel „James Bond: 4:3 Letterbox zu 16:9“ habe ich beschrieben, wie ich Fernsehaufnahmen meiner DVB-S-Karte mit kostenlosen Windows-Tools bearbeite.

Wer zusätzlich ein fixes Sender-Logo entfernen will, benötigt dazu das AviSynth-Plugin Xlogo, das auf der Seite „Avisynth Filter Collection“ zu finden ist und in den Plugin-Ordner von AviSynth kopiert wird.

Nach Demuxen und DVD-kompatibler Bereinigung des Ursprungs-MPGs mit PVAStrumento und dem Wegschneiden überflüssiger Szenen mit Cuttermaran, öffnet man die erhaltene MPV-Datei mit VirtualDubMod (offizielle Downloadseite bei SourceForge.net), sucht sich per Schieberegler eine Stelle, auf der das Sender-Logo auf schwarzem Hintergrund zu sehen ist und macht einen Screenshot über den Menüpunkt „Video | Copy source frame to clipboard“.

VirtualDubMod

Anschließend startet man IrfanView (Homepage) und fügt den Screenshot mit „Edit | Paste“ als neues Bild ein. Mit der Maus markiert man einen quadratischen Bereich rund ums Logo, wobei Höhe = Breite in Pixeln glatt durch 16 teilbar sein sollte, im Fall des ARD-Logos wären das 48 x 48 Pixel. Die Position des quadratischen Bereichs sollte geradzahlig, also ohne Rest durch zwei teilbar sein.

IrfanView

Beides läßt sich am oberen Rand des Programmfensters von IrfanView bequem ablesen und gegebenenfalls per Maus korrigieren. Im Beispiel sind das Position 618 auf der X-Axchse und Position 100 auf der Y-Achse, sowie die erwähnte Größe von 48 x 48 Pixeln. Die Position 618 x 100 notiert man sich irgendwo, da sie für das zu erstellende AviSynth-Skript benötigt wird.

IrfanView

Weiter in IrfanView: Mit „Edit | Crop selection“ wird der Screenshot auf den markierten 48 x 48 Pixel großen Bereich reduziert – auch wenns in IrfanView so aussieht, als wäre das Bild breiter als hoch.

IrfanView

Über „Image | Decrease color depth“ reduzieren wir das Bild zuerst auf zwei Farben: „2 Colors (black/white)“, anschließend erhöhen wir die Bildtiefe wieder auf 16,7 Millionen Farben: „Image | Increase color depth“, „16,7 Million colors (24 BPP)“. Der letzte Schritt ist notwendig, damit AviSynth das Bild akzeptiert, ansonsten liefert es eine windige Fehlermeldung.

IrfanView

Jetzt wird das Bild nur noch als BMP-Datei abgespeichert („File | Save as“, Dateityp: BMP – Windows Bitmap), wobei der Dateiname am Ende zwingend eine 2 haben muss. Fragt mich aber nicht, wieso… Ganz praktisch Veranlagte speichern das Bild als „2.bmp“ ab.

Wie sich mit PARanoia ganz einfach ein AviSynth-Skript erzeugen läßt, habe ich im Artikel „James Bond: 4:3 Letterbox zu 16:9“ erklärt. Ergänzt wird das Skript lediglich um eine Xlogo-Zeile.

Wenn das Ursprungs-Skript so aussah…

dgdecode_mpeg2source(„G:\Michel Vaillant – Jeder Sieg hat seinen Preis_02_cut.d2v“)
LanczosResize(704,432,10,128,700,322)
Addborders(0,72,0,72)

…wird über der LanczosResize-Zeile eine entsprechende Xlogo-Zeile eingefügt, die den Speicherort der BMP-Datei auf der Festplatte enthält, die Position der Logo-Markierung (siehe oben: 618, 100) und eine abschließende Null für komplett undurchsichtig (255 stünde für komplett transparent, dann könnte man das Logo aber auch gleich drinlassen).

dgdecode_mpeg2source(„G:\Michel Vaillant – Jeder Sieg hat seinen Preis_02_cut.d2v“)
Xlogo(„g:\2.bmp“,618,100,0)
LanczosResize(704,432,10,128,700,322)
Addborders(0,72,0,72)

Da, wo vorher ein Stück des ARD-Logos zu sehen war, ist hinterher, kaum wahrnehmbar, ein bißchen verwaschene Fläche:

vorher - mit Logo nachher - ohne Logo

Einziger Nachteil der Logo-Entfernung: Das Kodieren dauert ungefähr doppelt so lang.

Externe Links:
Downloadseite Xlogo
Downloadseite VirtualDubMod
Homepage IrfanView