Der Spritpreis kann weiter steigen

Die Finanzkrise ist an allem schuld!

Klar, der Amerikaner, dem gerade das Haus unterm Hintern weggepfändet wurde, wird sich in der nächsten Zeit kein neues Auto kaufen. Und die 70jährige deutsche Oma, die auf Anraten ihrer Bank ihr gesamtes Vermögen mit Lehman-Zertifikaten verbrannt hat, auch nicht.

Aber dass mir die altehrwürdige Tagesschau heute Abend verklickern will, die Finanzkrise sei schuld daran, dass es der Automobil-Industrie global gerade so dreckig geht, halte ich für grobe Zuschauerbeleidigung.

Das Nachrichtenmagazin aus Hamburg haut tendenziell in dieselbe Kerbe: „Zu allem Überfluss kostet die Entwicklung der neuen Antriebsgeneration extrem viel Geld. Aber nur wenigen Konzernen stehen große Bargeldreserven zur Verfügung. Denn die Finanzkrise hat dazu geführt, dass Kredite derzeit kaum oder nur zu nahezu unzumutbaren Bedingungen zu bekommen sind.“

Komisch: Warum wird der Hauptschuldige nicht als Hauptschuldiger identifiziert?

Der hohe Spritpreis ist natürlich schuld daran, dass Autofahren keinen Bock mehr macht! Zumindest Otto Normalverdiener nicht.

Alter Falter! hat die Krise der Automobil-Industrie ja schon im Mai prophezeit – was zugegebenermaßen kein Kunststück war: „Nächstes Jahr wird die Auto-Industrie, in Krokodils-Tränen getränkt, den Abbau tausender Arbeitsplätze bejammern, weil kaum noch jemand Autos kauft. Das hat von den millionenschweren Managern natürlich keiner vorhergesehen. Aber das ist ein anderes Thema.“

Na gut, mit „nächstes Jahr“ habe ich mich um 3 Monate verschätzt. Kam die Finanzkrise der Automobil-Industrie also offenbar ganz gelegen. Und der freien deutschen Presse.

Schon sehr gespenstisch: Für wie blöd halten uns die Medien? Und warum?

Nachschlag vom 08.10.2008

Alles wird gut: Robert Basic nimmt sich des Themas an.