Star Trek ist tot, lang lebe Star Trek!

Am Mittwoch war ich in der Vorpremiere von Star Trek, dem 11. Kinofilm ums Raumschiff Enterprise. Und bis heute weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Der Film ist spannend, meist freiwillig komisch, faszinierend – aber dank einiger Zeit-Paradoxien auch ein Stück weit verwirrend. Und da hilft es herzlich wenig, wenn Ur-Spock Leonard Nimoy gegen Mitte des Films die Geschehnisse noch einmal aus dem Off zusammenfasst. Das Gegenteil ist der Fall, weil unlogisch bleibt unlogisch. Logisch.

J. J. Abrams, Macher von Lost, Cloverfield und Fringe, erzählt in Star Trek XI im Wesentlichen die Geschehnisse unmittelbar vor Beginn von Star Trek TOS (The Original Series), der Fernsehserie mit Kirk, Spock, Pille & Co. aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und damit er in Zukunft nicht die 5-Jahres-Mission des Raumschiffs Enterprise nachspielen muss, setzt Regisseur J. J. Abrams in Star Trek, wie der elfte Star-Trek-Film folgerichtig offiziell heißt, alles auf Null: Ein Zeitreisender aus der Zukunft verändert die Vergangenheit und schafft damit Platz für neue Abenteuer mit der alten Crew.

Die Rollen sind durchweg gut besetzt mit jungen, sympathischen Schauspielern. Nur hat die neue Uhura eindeutig weniger Holz vor der Hütten als weiland Nichelle Nichols. Und Leonard Nimoy sieht als Ur-Spock ziemlich erbärmlich aus. Ich denke, Nimoy hat sich absichtlich 20 Jahre älter schminken lassen, um in den nächsten 20 Jahren immer mal wieder aus der Zukunft vorbeischneien und in die Geschicke der neuen alten Enterprise-Crew eingreifen zu können.

Wie ich schon in Kinder auf der Enterprise, meiner Vorahnung vom November 2008, vermutet habe, werden die neuen Star-Trek-Darsteller nach der überwiegend positiven Rezeption von Star Trek XI in absehbarer Zeit wohl nicht mehr vor dem Kleiderschrank stehen und sich fragen, was sie heute denn mal anziehen sollen. Aber waren gelbe, blaue und rote Nickis jemals aus der Mode?

10 Gedanken zu „Star Trek ist tot, lang lebe Star Trek!“

  1. Ich fand ja immer, dass „Uhura“ in deutschen Ohren echt seltsam klingt 😉 …aber ich hab mir noch nie Gedanken darüber gemacht wieviel Holz die Dame vor der Hütte hat. Hihihi….

    Anyway… ich freu mich trotzdem auf den Film.

  2. Na, ich würde schätzen: Zwei Handvoll. Auf jeder Seite.

    Aber mal ’ne ganz andere Frage an die Fans der Originalserie: In welcher Folge kommt nochmal dieser eBook-Reader vor, der neulich – mehr als 40 Jahre später – als die große Sensation der Frankfurter Buchmesse gefeiert wurde? Ich würde gerne mal einen Screenshot sehen, um Original und Fälschung nebeneinander zu halten.

  3. Also storytechnisch nur ein Abklatsch von StarWars? Wie arm ist das denn? Naja Was solls, werde mir als alter Trekkie den Film trotzdem mal genehmigen…

    Grüße!

  4. „(…) um in den nächsten 20 Jahren immer mal wieder aus der Zukunft vorbeischneien und in die Geschicke der neuen alten Enterprise-Crew eingreifen zu können.“

    Da sind aber nicht jetzt schon die Nachfolger in der Mache, oder was? Ich hab noch nicht mal den hier gesehen.
    Würde man mich fragen „Star Wars oder Star Trek?“, wäre ich ja eigentlich für ersteres, aber der hier sieht schon schick aus. Außerdem steh ich auf J.J Abrams absolut unverschämte Art, einen Cliffhanger nach dem anderen zu erzeugen… ok Cloverfield war doch etwas flach, aber der Film hatte wohl auch keinen poetischen Anspruch.

    Nerd sein wird immer salonfähiger, höhö

  5. Ich hab mir den Flim ja auch mal angeschaut, konnte aber keine Zeit-Paradoxien oder ähnliches finden. Was meinst du denn genau, was komisch ist?

  6. SPOILER-ALARMSTUFE ROT!

    Komisch und extrem zeitparadoxös finde ich, dass die Abenteuer der alten Crew jetzt null und nichtig sind, weil sie auf offensichtlich einem anderen „Zeitstrahl“ stattfinden als die Abenteuer der neuen Crew. Oder meinst du – VORSICHT, JETZT KOMMT EIN SPOILER! – die Zerstörung zweier bewohnter Planeten bleibt ohne Einfluss auf die zukünftige Geschichte?

  7. Nein, da hast du sicherlich recht. Die Zukunft wird da signifikant verändert – klar. Es könnte allerdings in dem weiteren Verlauf der Zeitlinie alles wieder gerichtet werden (damit hatte ich ja eigentlihc in dem Film gerechnet…). Etwa durch diese Zeitkommission, die wir aus Enterprise mit Archer kennen.

  8. Naja, vielleicht richten sie es ja tatsächlich in einem der nächsten Filme. Spock ist schließlich auch schon mal gestorben. Lassen wir uns überraschen.

Kommentare sind geschlossen.