Tankboykott als Volksboykott?

Volkscomputer, Volkskonto, Volksversicherung, Volksginalisa…

Man kennt die als BILD-Aktionen verbrämte Volksverscheißerung der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung zur Genüge: Gekaufte BILD-Werbung mit redaktionellem Anschein.

Jetzt also ein Volksboykott gegen Tankstellen auf Volksboykott.de, einer Seite im typischen Rot-Weiß-Schwarz-Design.

Auf die Aktion aufmerksam gemacht hat mich Sammy von Baynados Suchmaschinenblog, dem Initiator der Blogkette Deine Stimme gegen die Spritabzocke.

Die Aktion selber halte ich für durchaus legitim: Marken-Tankstellen boykottieren und nur noch bei freien Tankstellen tanken. Schließlich ist die Handvoll Ol-Multis für die Sprit-Preistreiberei in Deutschland verantwortlich.

Alleine das Konzept von Volksboykott.de halte ich für illusorisch: Obwohl man nur ein paar Hundert Besucher pro Tag hat, will man den Boykott erst starten, wenn sich 2 Millionen Tanker auf deren Seite registriert haben. Inklusive Handy-Nummer.

„Uns ist bewusst, dass die Eingabe der Handynummer eine Hürde für viele Interessenten ist. Um jedoch Spaßanmeldungen und Manipulationen zu vermeiden, brauchen wir ein Mittel der Identifikation. Wenn wir darauf verzichten würden, könnten Kritiker später behaupten, man könne ohne Probleme sich mit mehreren Accounts anmelden und die Mitgliederzahlen positiv beeinflussen.“ (Quelle: Volksboykott.de)

Wie bitte? Im Fernsehen verkaufen sie doch immer zwei Handy-Verträge zum Preis von einem – für 0,00 Euro nämlich. Könnte also jeder schon mal zwei Accounts anmelden.

Trotzdem ist es mir ein Rätsel, wie man auf 2 Millionen registrierte Mitglieder kommen will: Mal angenommen, es registrieren sich – sehr optimistisch geschätzt – 50 Besucher täglich mit je zwei Handy-Nummern auf Volksboykott.de. Dann könnte der Tankboykott in rund 55 Jahren starten – wenn die Autos alle schon längst mit Sonnenenergie fahren.

Nee, Kinder, so wird das nichts! Da müsste sich schon die BILD-Zeitung des Projektes annehmen. Entgegen meiner ersten Vermutung handelt es sich bei Volksboykott nämlich doch nicht um ein Produkt aus der Reihe Volksverarschung.

Nachschlag vom 03.12.2010

Das Projekt Volksboykott ist mittlerweile gestorben.

3 Gedanken zu „Tankboykott als Volksboykott?“

  1. Hallo hier spricht einer des Volkes und der sagt euch durch tatloses Zuschauen wird es allemal nicht besser werden. Ob diese Aktion einen Erfolg bringt kann ich nicht sagen, jedoch stehe ich auf und rebelliere, denn so kann es nicht weitergehen Abzocke wohin man schaut. Also auf in den Kampf!

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