TV-Tipp: Neil-Young-Konzert auf ARTE

Gestern beim Durchzappen bin ich auf ARTE hängen geblieben: Neil Young im Anzug, mit Cowboy-Hut, Klampfe, Mundharmonika und zahlreichen musikalischen Begleitern auf der Bühne, darunter eine bildhübsche weißhaarige Frau – Country-Legende Emmylou Harris, wie ich hinterher herausgefunden habe – und ein Mann, der als Instrument einen Besen spielt. Alles sehr melodisch, intensiv, laid-back und so faszinierend, dass ich das Konzert bis zum Ende geguckt habe.

Dieses Ereignis werde ich mir heute Abend noch einmal in voller Länge geben: ARTE wiederholt das Konzert in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 00:35 Uhr. Und dann nochmal am 28. Juli 2010 um 3:00 Uhr morgens, das ist die Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

Um Neil Young gar nicht zu mögen, bedarf es schon eines sehr begrenzten Musik-Geschmacks, erstreckt sich Youngs Repertoire doch von kitschigen Balladen bis zu brachialen Stromgitarren-Rückkopplungsgewittern. Als Ausrede könnte man höchstens Neil Youngs sehr markante Stimme anführen. Okay, akzeptiert.

Beim fraglichen Konzert sind kitschige Balladen Trumpf. Es handelt sich um zwei Auftritte aus dem Jahr 2005 in Nashville, anlässlich des Erscheinens der Neil-Young-Platte Prairie Wind, zu einem Video zusammengeschnitten von Jonathan Demme, dem einen oder anderen eventuell als Regisseur der Columbo-Folge Mord a la carte oder des Films Das Schweigen der Lämmer nicht bekannt.

ARTE bezeichnet das Konzert als „vorweggenommenes Testament“ von Neil Young, eingespielt in dem Bewusstsein, dass dies sein letzter öffentlicher Auftritt sein könnte, da er sich kurz darauf einer Operation an der Gehirnschlagader unterziehen musste. Außerdem ist ein paar Monate vorher der Papa von Neil Young gestorben.

Also ich habe die Intensität dieses Konzerts auch gespürt und war komplett unfähig, wegzuzappen. Das kann aber natürlich auch an der verdammten Hitze liegen.

Wer beide ARTE-Wiederholungen verpasst, kann das Konzert auch käuflich auf DVD erwerben – z. B. bei Amazon.