Under The Dome – Ich habs überlebt!

Nach den ersten 10 Minuten der ersten Episode von Staffel 3 von Falling Skies wusste ich, dass ich diese kindische Serie nicht weitergucken wollte. Bei Defiance habe ich insgesamt nur 4 Episoden gebraucht, um diese Entscheidung zu treffen. Aber von Under The Dome habe ich tatsächlich alle 13 Folgen geguckt!

Was ursprünglich als abgeschlossene 13-teilige Mini-Seri geplant war, kommt aufgrund sensationell guter Zuschauerzahlen nächstes Jahr mit einer neuen Staffel zurück. Da war die Enttäuschung bereits vorprogrammiert: Anstatt am Ende das Geheimnis der Kuppel zu erfahren, wird man in der letzten Folge der ersten Staffel von Under The Dome mit einem absolut üblen Cliffhanger abgespeist.

Aber Neugierige können ja jederzeit auf Wikipedia nachgucken. Under The Dome basiert nämlich auf dem Roman Die Arena von Stephen King, der offensichtlich auf dem Film Die Simpsons – Der Film basiert: Eine amerikanische Kleinstadt wird von einer unsichtbaren und undurchdringlichen Sphäre von der Außenwelt abgeschnitten.

Warnung! Spoiler!

Wobei es sich bei der Sphäre in Under The Dome eher um eine Kugel als um eine Kuppel handelt, da sie weder oben noch unten oder sonstwo geöffnet ist. Zumindest nehmen die Einwohner von Chester’s Mill das an. So richtig interessieren tut sich aber keiner dafür. Auch wenn Fernsehen und Internet ausgefallen sind und Chester’s Mill nur noch vom einzigen lokalen Radiosender bedudelt wird. – Kein Internet? OMG! – Immerhin sind die Kids interessiert daran, ihre Smartphones mit Notstrom zu versorgen, auch wenn sie ihre Videos nicht mehr auf YouTube hochladen können.

Überhaupt bleibt in Chester’s Mill jedwede Panik aus. Auch Hamsterkäufe werden erst an Tag 6 – sprich: in Episode 6 – von Under The Dome getätigt. Aber nur ganz kurz, bis es regnet. Danach ist wieder Ruhe im Karton, pardon: unter der Kuppel. Ach ja, und Geld verliert in Chester’s Mill urplötzlich jeden Wert, man tauscht stattdessen Naturalien. In der offenbar geplünderten Bankfiliale bleiben Geldscheine in geöffneten Schubladen liegen. Als wenn man sie notfalls nicht wenigstens als Klopapier benützen könnte.

Ganz sauber sitzt die Kuppel übrigens nicht über der Stadt, sondern sie schneidet einige Straßenzüge unvermittelt durch – genau wie die arme Kuh in der ersten Folge. Ein toller Spezialeffekt, der sich auch dadurch nicht abnutzt, dass er in jedem Episoden-Intro auftaucht. Auch wenn ich durchgeschnittene Rinderhälften aus Schlachthaus-Berichten im Fernsehen irgendwie anders kenne.

So unvollkommen, wie Chester’s Mill gedeckelt wurde, sind Außerirdische als Verursacher der Katastrophe eigentlich ausgeschlossen. Die fliegen doch nicht Zilliarden von Meilen durchs Weltall, um dann eine Stadt nicht sauber zur Gänze abkapseln zu können! Ein irdisches Experiment vielleicht? Das amerikanische Militär weiß zumindest nichts davon. Das versucht, die Kuppel mit Bomben zu zerstören – ohne Erfolg.

Was Under the Dome trotz interessanter Story in meinen Augen so lächerlich macht, ist das Verhalten der karikierten Menschen. Mag sein, dass Bewohner amerikanischer Kleinstädte tatsächlich so ticken. Aber es fällt mir schwer, Verständnis oder Mitgefühl dafür aufzubringen.

Zwar lässt die Kuppel keine akustischen Signale durch – aber sie ist immerhin durchsichtig. Trotzdem findet zwischen beiden Seiten auch keine optische Kommunikation statt. Nur einmal winken sich Menschen auf beiden Seiten der Kuppel zu oder halten sich geschriebene Nachrichten hin, zum Abschied, kurz vor dem Einäscherungsversuch des Militärs.

Die unmittelbaren Opfer der Verkuppelung – zwölf Menschen und die bereits erwähnte Kuh – werden meist eher zufällig entdeckt, beispielsweise von Kindern beim Spielen dicht am Kuppelrand. Etwa die abgetrennten Beine eines Mannes, der mit seinem Hund zur falschen Zeit am falschen Ort Gassigehen war.

Es gibt keine offiziellen Anstalten, den Kuppelrand abzusuchen oder ihn zum Schutz wenigstens farblich zu markieren, obwohl letzteres möglich ist, wie Kinderschmierereien und einige Graffitis von Kurzzeit-Demonstranten beweisen. Von einem ernsthaften Versuch, das Rätsel zu ergründen, ganz zu schweigen.

Wobei die ohnehin recht kleine Truppe staatlicher Ordnungshüter von Chester’s Mill zugegebenermaßen ziemlich schnell ziemlich stark dezimiert wird. Was die einzig verbliebene Ober-Polizistin Linda nicht daran hindert, wiederholt Aufrufe „an alle Einheiten“ zu richten – auch wenn es sich bei all diesen Einheiten nur um den verrückten Hilfssheriff Junior und sie selbst handelt.

Wenn die Erwachsenen in Sachen Katstrophenschutz ein Komplettausfall sind, müssen es halt die Kinder von Chester’s Mill richten. Der kleine Joe ist es, der die ungefähre Größe der Kuppel berechnet – wobei deren Größe schon mal von Folge zu Folge schwankt, wie einige Kameraeinstellungen und Kartenabbildungen vermuten lassen. Und die Kinder sind es auch, die den Urspung der Kuppel in ihrer geographischen Mitte vermuten und fündig werden.

Skater Ben ist der ausgemachte Blödmann unter den Kids. Weil die Kuppel schwach wasserdurchlässig ist – von einem von außen auf die Kuppel gerichteten Wasserstrahl perlen ein paar Tropfen durch – hofft er darauf, dass auch Menschen die Kuppel durchdringen können. Weil die ja aus 70% aus Wasser bestehen. Bens Altersgenossen sind aber ähnlich bescheuert.

Joes Clique vertraut beispielsweise der hübschen rothaarigen Journalistin Julia Shumway, die sich ohne erkennbaren Grund in den Mörder ihres Mannes verliebt hat – okay, Dale Barbara alias Barbie ist für einen Mann auch ganz hübsch -, den Schlüssel zum Geheimnis der Kuppel an: Eine eiförmige Lavalampe aus dem Weltall, die beizeiten Töne verbreitet, von denen Hersteller von Solarsticks behaupten, sie würden Maulwürfe vertreiben. Das ist gelogen.

Obwohl die Lavalampe darum bittet, gut versteckt zu werden und anstatt die Vorwürfe gegen ihren Geliebten Barbie zu entkräften, er hätte auch sie umbringen wollen, um ihn dadurch vor dem sicheren Tod durch Erhängen zu retten, versenkt Julia das Ei lieber im See. Das Ei veranstaltet daraufhin ein großartiges Feuerwerk, das auch von Barbie und seinem Widersacher vom Galgen aus goutiert wird. Barbies Widersacher heißt übrigens nicht Ken sondern Big Jim. Vermutlich ein Wortspiel von Soo Hugh, Autor der fünften Episode und Mitproduzent von Under The Dome.

Ach ja. Und dann ist Schluss. Bis nächstes Jahr!

Furchtbar witzige Rezension zur letzten Episode auf TV.com – allerdings auf Englisch: Under the Dome Season Finale Review: Well, What Did You Expect?

Ein Gedanke zu „Under The Dome – Ich habs überlebt!“

Kommentar verfassen