Offenes W-Lan schützt vor Schadensersatzansprüchen

Wer immer noch so dumm ist, urheberrechtlich geschütztes Material über P2P-Börsen wie eMule oder BitTorrent herunterzuladen, kann beim Erwischtwerden seinen finanziellen Schaden auf 100 Euro Abmahngebühr pro Unterlassungserklärung begrenzen, in dem er sich ein offenes W-Lan-Netzwerk einrichtet.

Das ist keine Aufforderung zur Begehung von Straftaten, sondern meine unmaßgebliche Interpretation des heutigen BGH-Urteils.

Die klagende Musikgesellschaft und ihre Blödmannsgehilfen feiern das Urteil trotzdem als Sieg. Ich frage mich: Warum? Schließlich ist das Geschäftsmodell der Musikindustrie, Musikliebhaber mit krimineller Ader auf horrenden Schadensersatz zu verklagen, damit erst mal kräftig erschüttert. Richtig so!

Ich nutze zuhause übrigens auch ein drahtloses Netzwerk, natürlich passwortgeschützt, um mir darüber Softwareaktualisierungen und Apps für mein Handy runterzuladen oder um mit dem Notebook zu surfen, während mein Desktop-Rechner mit Aufgaben beschäftigt ist, die keine noch so kurzfristige Prozessor-Überlastung erlauben – z. B. dem Aufnehmen von Fernsehsendungen per TV-Karte.

Zu diesem Zweck hatte ich mir den seinerzeit preiswertesten W-Lan-Router bei Amazon gegönnt, den TP-Link TL-WR642G. Mittlerweile ist das Ding fast doppelt so teuer, aber andere Modelle liegen immer noch so um die 20 Euro.

Spiegel Online ist jetzt um Schadensbegrenzung bemüht („Was das W-Lan-Urteil für Sie bedeutet“) und schreibt sinngemäß, dass Illegales auch weiterhin illegal bleibt.

Als wenn das jemand nach dem heutigen BGH-Urteil bezweifelt hätte.