Werbegeschenke-Parade Nummer 1

Wessen Blog in den Top 100 diverser Blog-Hitparaden auftaucht, kann sich vor Werbegeschenken und Anfragen zur Veröffentlichung von Blog-Artikeln, bezahlt oder unbezahlt, kaum retten.

Unter diesem Gesichtspunkt muss ich dem Betreiber der manipulierten deutschen blogcharts beinahe dankbar sein, dass er mein Blog Alter Falter! schon seit Wochen aus seinen persönlichen Top-100-Blogs heraushält, obwohl es mit einer Technorati-Authority von zur Zeit 150 (149 am Stichtag letzten Mittwoch) schon längst da reingehört. Platz 100 seiner persönlichen Blog-Hitparade hat nämlich eine Technorati-Authority von zur Zeit nur 139 (141 zum Stichtag).

Frage ist, wie man mit unverlangt zugesandten Werbegeschenken umgeht: Über alles berichten, alles ignorieren oder Rosinen rauspicken? Ich habe mich mittlerweile dafür entschieden, über alle unverlangt zugesandten Gimmicks zu berichten. Allerdings nicht in einzelnen Blogartikeln sondern in einem Abwasch. Immer wenn sich genügend Material angesammelt hat.

1. Zwei Plastikbecher mit Kordel

Das mysteriöseste Werbegeschenk hat mich erst gestern erreicht: Ein DHL-Päckchen, nicht eigenhändig zugestellt sondern für jeden zum Mitnehmen vor die Tür gelegt. Inhalt: Zwei mit Kordel verbundene Plastikbecher und eine Postkarte mit der Aufschrift „Günstiger“ (angehakt), „Weltweit verbunden“ (nicht angehakt) und „Praktisch“ (nicht angehakt). Ich gehe also davon aus, dass ich mindestens noch zwei weitere DHL-Päckchen erhalte – wenn sie mir keiner klaut. Einen Absender gibts natürlich keinen, ist nämlich Virales Marketing. Oder Dummheit.

2. Shocking Alarm Clock

Das zweite mysteriöse Werbegeschenk kommt von Flametoys: Keine Vorankündigung, kein Begleitschreiben – nur die Shocking Alarm Clock im Wert von 19,99 Euro ohne Versand. Mit dem Hinweis: WARNING: THIS PRODUCT EMITS AN ELECTRIC SHOCK! Vermutlich kriegt man beim Wecken also einen Herzinfarkt. Und passt auch so gar nicht in meine Designer-Wohnung im IKEA-Barock. Schenke ich vermutlich meiner Nichte zu Weihnachten.

3. LED-Penlight

Das rührendste und praktischste Werbegeschenk, das mich in der letzten Zeit erreicht hat, ist ein LED-Penlight, zugeschickt von Stern-Tours. In einem zweiseitigen persönlichen Brief schreibt der Firmeninhaber darüber, wie schwer er sich immer damit tut, unter den dunklen Tisch zu kriechen und Kabel an seinem PC umzustecken. Aus diesem Grund – und weil sein Unternehmen just 55 Jahre auf dem Buckel hat -, hat er 55 Bloggern ein LED-Penlight geschickt: Eine LED-Taschenlampe im Kugelschreiber-Format. Nun, mein PC steht nicht unter sondern auf dem Tisch – ist nämlich ein Desktop, kein Downunder -, aber beim Anschließen des Coaxial-Audiokabels an meinen AV-Receiver war mir die Leuchte eine echte Hilfe. Vielen Dank dafür!

4. Schreibmappe und Kugelschreiber

Das Studentenportal Uniturm.de hat mir eine Schreibmappe und einen Kugelschreiber geschickt, beides im edlen Lederimitat-Design. Sieht gut aus und kann ich auch gut gebrauchen. Vielen Dank!

5. Kinokarten

Im Gegensatz zu den vorherigen Werbegeschenken nicht unverlangt zugesandt sondern vorab per E-Mail angeboten wurden mir Kinokarten-Gutscheine für die Filme Young@Heart und Wolke 9. Von dot-films.com, einer Untergruppierung von dot-friends.com. Natürlich bin ich wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass beide Filme auch in der pulsierenden Großstadt Duisburg laufen. Tun sie aber nicht. Oder – jetzt, wo ich Zeit hätte, sie mir anzugucken – nicht mehr. Netterweise haben mir die dot-friends auch noch das Buch zum Film Wolke 9 zugeschickt. Das werde ich auf jeden Fall rezensieren, wenn ichs gelesen habe. Ist ja schließlich genau mein Thema: Sex im Alter. Vielen Dank!

Hatte ich eigentlich schon durchblicken lassen, dass ich auch gerne bereit bin, den Porsche 911 oder eine Luxus-Reise nach New York zu rezensieren? Hmm, ich glaube ja.

Immerhin gehen viele Werbegeschenke-Versender mittlerweile dazu über, postalisch oder per E-Mail vorab nach dem geneigten Interesse zu fragen, anstatt ihre Kostbarkeiten unverlangt in die Blogosphäre zu kippen.

Bei GeschenkBOX.de darf ich mir beispielsweise einen Artikel im Wert von bis zu 25 Euro aussuchen – aber bis auf die Fußmatte mit dem Spruch Bier steht im Kühlschrank für knapp drüber (26,95 Euro) wollte mir in dieser Preisregion auf Anhieb nichts gefallen. Erschwerend kommt hinzu, dass ich gar kein Bier im Kühlschrank habe.

Ich werde mich in Zukunft aber bemühen, kein Werbegeschenk mehr unter den Tisch fallen zu lassen. Sollte mir dies gleich beim ersten Mal doch passiert sein, berichte ich halt in meiner nächsten Werbegeschenke-Parade darüber. In diesem Sinne:

„Feel free to bemuster me!“