Wie legal ist TheLastRipper, das Programm zum Aufnehmen von Last.fm?

Wer sich bei Last.fm registriert, als Voraussetzung zur Nutzung von TheLastRipper, braucht sich bloß einen Benutzernamen und ein Passwort ausdenken – die Angabe einer E-Mail-Adresse ist nicht erforderlich.

Nachschlag: Windows-Nutzern empfehle ich das Programm LastSharp.

Last.fm ist einer der wenigen Radiosender im Internet, der Songs komplett ausspielt. TheLastRipper ist das Programm, mit dem man Songs von Last.fm auf die eigene Festplatte herunterlädt. Als MP3s mit 128er Bitrate. Seit vier Tagen als „Last.fm Exclusive“ zum Beispiel das offiziell erst heute erschienene dritte Album „Third“ der englischen Gruppe Portishead. So weit, so klasse!

Portishead: Third (Last.fm exclusive)Viele fragen sich aber: Ist das denn überhaupt erlaubt? Dass der Mitschnitt von Radiostreams im Internet legal ist, ist gängige Meinung, die noch nicht mal von der Musikindustrie angezweifelt wird. Aber TheLastRipper schneidet ja nix analog am Ausgang der Soundkarte mit, sondern zieht sich die MP3s direkt, sprich: ohne Umwandlung, auf die Festplatte. Tja, da wirds dann schon ein Stück weit kniffliger.

Verstößt die Nutzung von TheLastRipper eventuell gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Last.fm, die das Rippen des Last.fm-Streams ausdrücklich untersagen? Klare Antwort: Jein!

Rechtsanwalt Alexander Wachs bezweifelt zwar, dass die entsprechenden Vertragsbedingungen überhaupt Vertragsbestandteil werden, kann das aber nicht grundsätzlich ausschließen. Im Grunde wäre das aber auch unerheblich, da durch die Nutzung von TheLastRipper keine urheberrechtliche Strafbarkeit entstehen kann. Was wiederum nicht heisst, dass ein Nutzer von TheLastRipper gegenüber Last.fm nicht eventuell doch schadensersatzpflichtig werden könnte. Soweit alles klar? Mir auch nicht.

Trotzdem ein sehr interessanter Artikel auf Netzwelt.de, inklusive Podcast mit Rechtsanwalt Alexander Wachs: „Ripping-Recht: Dürfen Sie last.fm und Co. mitschneiden?„.

Kleiner Tipp am Rande: Wer sich bei Last.fm registriert, als Voraussetzung zur Nutzung von TheLastRipper, braucht sich bloß einen Benutzernamen und ein Passwort ausdenken – die Angabe einer E-Mail-Adresse ist nicht erforderlich.

6 Gedanken zu „Wie legal ist TheLastRipper, das Programm zum Aufnehmen von Last.fm?“

  1. Das ist ja wohl das letzte oder was?
    Man kann sich als Künstler schon dazu entscheiden die Songs komplett abspielen zu lassen und da kommt irgend so ein Typ und schreibt ein Programm dafür diese ‚einfach‘ schnell und unkompliziert zu ‚rippen‘!?

    Dem gehört gehörig eine an die Backen…
    Es versteht sich vielleicht für den idealistischen Musikliebhaber von selbst keine Tracks zu ‚rippen‘! Pfff… Meiner bescheidenen Meinung nach ist das eine Frage des Ehrgefühls! ^^ In letzter Konsequenz wird den Kühen das Grasen verboten…

  2. Sowas ähnliches gabs schon zu meiner Kindheit – nannte sich Kassettenrekorder. Am besten verbietet man als Künstler, dass die eigenen Songs in Radio und Fernsehen gespielt werden.

  3. Naja, ich denke ja an sich nicht, dass das Rippen illegal sein soll… vielleicht in anderen Ländern, aber ich denke nicht, dass es in Deutschland verboten ist. Wer sich allerdings wirklich sorgen macht, ob das Rippen nicht doch mit dem downloaden gleichzusetzen ist, sollte ein Programm wie etwa Audacity benützen, mit dem man wirklich nur aufnimmt. Dies ist allerdings sehr zeitaufwändig und die Qualität ist meist auch nur mäßig, da man zwar ein LAME-Plugin installieren kann (oder muss), es schlussendlich aber nur Lieder mit 128 kbit/s „ausspuckt“. Solche Programme sind nun freilich aber für verschiedene Quellen sehr praktisch, vor allem wenn es sich um On-Demand-Music handelt (Deezer, Simfy…), die man ansonsten nicht „rippen“ könnte. Alles in allem glaube ich, dass es sich beim Rippen generell um eine Grauzone handelt…

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