WinTV NOVA-T-Lite, DVB-T-Stick von Hauppauge zum mobilen Fernsehen

Ich weiß nicht, wer bei Hauppauge den Daumen drauf hat, dass die Empfangssoftware seit Jahren nicht weiterentwickelt wird und deshalb immer noch aussieht wie ein Programm für Windows 3.x. Die Kanäle lassen sich, wie im letzten Jahrtausend, immer noch nur manuell sortieren.

Zumindest das Oberflächenprogramm hat eine kleine Verhübschung erfahren, und der Kanalwechsel dauert jetzt keine 10 Sekunden mehr, sondern geht innerhalb von gefühlten 3 Sekunden vonstatten. Aber das ist immer noch nix im Vergleich zu Konkurrenz-Softwares. Ist mir komplett unverständlich, diese Produktpolitik. Kann sich wohl nur ein Marktführer erlauben.

WinTV NOVA-T-Lite, DVB-T-Stick von Hauppauge zum mobilen Fernsehen

Der Anschluss des DVB-T-Sticks an einen USB-2.0-Port im laufenden Windows-Betrieb, wie in der Anleitung beschrieben, führte zweimal zum kompletten Stillstand meines neuen Aldi-Notebooks Medion MD 96290. Abhilfe schaffte nur das Ab- und wieder Anklemmen des Notebook-Akkus. Merke: Computer aus, DVB-T-Stick rein, Windows starten – so klappts.

Die auf CD beiliegende Software ließ sich nicht installieren, sondern brach mit einer entsprecheden Fehlermeldung ab: „Software konnte nicht installiert werden“ oder so – na toll. Also auf die Homepage von Hauppauge gesurft und eine aktuelle Version der Software gezogen.

WinTV aufgerufen und den Sendersuchlauf gestartet – nach 5 Minuten immer noch ohne jedes Ergebnis. Aha – die beiligende Stabantenne läßt sich ausziehen. Hätte man in der 16-seitigen Bedienungsanleitung vielleicht mit einem kurzen Nebensatz erwähnen können. Anschließend funktioniert der Suchlauf, erkennbar am blauen Balken, der von links nach rechts wächst.

Wenn das nicht wie ein Windows 3.x-Programm aussieht. Au Backe, Hauppauge!

26 Sender werden gefunden. Das ist ja überschaubar – die hat man ja schnell manuell sortiert. Welche Programme in welchen Regionen Deutschlands per DVB-T zu empfangen sind, ist der Internetseite von Überallfernsehen zu entnehmen.

Ich habe durchweg guten Empfang und die Bildqualität ist sehr akzeptabel: ruckelfrei und ohne Klötzchenbildung. Eine prima Lösung, wenn man mit Notebook in Deutschland unterwegs ist und zwischendurch mal fernsehen will.

O Freude: Die kostenlose Software DVBDream läuft ebenfalls mit dem DVB-T-Stick WinTV NOVA-T-Lite von Hauppauge und kann mittels Bild-in-Bild- oder Picture-in-Picture-Technologie drei zusätzliche Programme einblenden, die sich angeblich auch alle gleichzeitig aufnehmen lassen. Aber solange ich Zugriff auf meine Satellitenschüssel habe, wäre das Aufnehmen per DVB-T für mich nur eine Notlösung.

WinTV NOVA-T-Lite, DVB-T-Stick von Hauppauge zum mobilen Fernsehen

Vermutlich ist der Begriff „Lite“ im WinTV-Produktnamen der Hinweis auf eine fehlende Fernbedienung. Oder steht T-Lite für Tee-Licht? Egal. Wenn ich am Rechner fernsehgucke, brauche ich keine Fernbedienung. Wers braucht: Es gibt wohl auch eine Produkt-Variante mit Fernbedienung.

Was wäre noch zu erwähnen? Der Stick kann nicht an einem USB-1.1-Port oder über einen USB-Hub betrieben werden, sondern benötigt einen echten USB-2.0-Anschluss. Der Rechner sollte mindestens mit einem 1,2-GHz-Prozessor bestückt sein.

Bei Hauppauge also alles beim Alten: gute Hardware, scheiß Software.