Zattoo: Tatsächlich die Zukunft des Internet-Fernsehens?

Wozu brauch ich Zattoo? (Nicht vergessen: Copyright f�r diesen Slogan sichern!)

Ein großer Aufschrei ging letztens durchs Web: Hurra, Zattoo ist da! Internet-Fernsehen über Breitband, live und ohne Antenne, relativ gute Bildqualität auch bei geringen Downloadraten, große Kanal-Auswahl. Kann ich alles unterschreiben.

Aber hat sich mal jemand die Mühe gemacht, die Homepage von Zattoo ein bißchen zu durchforsten? Da kann einem angst und bange werden – wenn man Zattoo-Mitarbeiter ist. Wir Verbraucher können das Angebot ja links liegen lassen.

Ungepflegte Homepage

Die Zattoo-Homepage wird nicht gepflegt, viele Informationen sind mittlerweile veraltet oder falsch, zum Beispiel was die Liste empfangbarer Sender angeht. Die ist mittlerweile auf 21 gestiegen, laut Homepage sind es erst 12. Beide Zahlen sind aber noch einen Tick weit entfernt von den „60 Major Channels“, auf die das Gratisangebot im Juli 2006 ausgeweitet werden soll, wie Zattoo dem verdutzten Nutzer per Homepage noch im September 2007 mitteilt. Aber davon abgesehen: „Derzeit bietet Zattoo nur Fernsehen in der Schweiz und in Dänemark.“ – Was?

Doofer Werbeslogan

Die Zattoo-Propaganda ist strunzedoof: „Goodbye, TV. Goodbye, Internet-TV. Die Zukunft ist da: Zattoo.“ – Wenn das gute alte TV tatsächlich irgendwann Tschüss sagt, ist Zattoo 12 Sekunden später auch weg vom Fenster – so lange dauert nämlich ungefähr der Zeitversatz des Livestreams.

Umarmung der Werbe-Industrie

Was extrem stutzig macht, sind die Zattoo-Versprechungen an die Werbe-Industrie: „Werbetreibende profitieren von Zattoos „closed-loop“-Modell, das die besten Eigenschaften web-basierter Methoden (Banner und Target-spezifischer Text) mit der bewährten Effektivität von Fernseh-Videospots vereint.“

Das bedeutet doch im Klartext, dass bereits werbeverseuchtes Fernsehen mit zusätzlicher Werbung angereichert wird, oder? Ja klasse – noch mehr Werbung? Immer her damit! Wir gucken jeden Dreck!

Was dem Zattoo-Projekt vermutlich endgültig den Nacken brechen wird, ist die Absicht, „weiterhin einen Basic Service gratis anzubieten“. Nachtigall, ick hör dir trapsen: „Über den Basic Service hinaus werden wir eine Palette bezahlter Dienste bereitstellen.“

Wers braucht…

Ich denke mal, für Zattoo ist das Spiel aus, noch bevor es angepfiffen wurde.

Wenn ich in Deutschland unterwegs bin, nehme ich einen DVB-T-Stick mit, um mobil fernzusehen. Wenn ich im Flieger sitze, genieße ich das Bordprogramm. Und wenn ich im Ausland bin, gucke ich kein Fernsehen sondern Sehenswürdigkeiten.

Wozu brauch ich Zattoo? (Nicht vergessen: Copyright für diesen Slogan sichern!)

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